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PFAScon 2024 – PFAS-Verbot im Fokus 3 Fragen an... Martin Säckl, Manager – Public Affairs, Daikin Chemical Europe

Von Simone Fischer 2 min Lesedauer

Am 14. März 2024 öffnet das Kunststoff-Institut Lüdenscheid seine Türen für einen Fokustag rund um das Thema der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS). Wir sprachen mit Martin Säckl, einem der Vortragenden.

Martin Säckl, Manager – Public Affairs, Daikin Chemical Europe (Bild: Daikin Chemical Europe)
Martin Säckl, Manager – Public Affairs, Daikin Chemical Europe
(Bild: Daikin Chemical Europe)

Herr Saeckl, Daikin Chemicals Europe stellt ausschließlich fluorhaltige Produkte her, sodass ein PFAS-Verbot für das Unternehmen existenzgefährdend wäre. Haben Sie sich mit einem datenbelegten Widerspruch am Konsultationsverfahren beteiligt?

Martin Säckl: Daikin ist ein weltweit führendes Unternehmen für verschiedene Hochleistungsmaterialien. Sie werden heute tagtäglich bei der Herstellung von Hightech- und Nachhaltigkeitsprodukten wie Solarzellen, Windturbinen, Lithium-Ionen-Batterien oder langlebigen Baumaterialien verwendet. Ein komplettes PFAS-Verbot würde uns deshalb nicht nur als Produzent treffen, sondern ganze Wirtschaftsbranchen und den Ausbau der erneuerbaren Energien gefährden. Deshalb haben wir uns natürlich am Konsultationsverfahren beteiligt und werben für eine vernünftige, differenzierte, stoffbezogene und risikobasierte Regulierung der mehr als 10.000 Stoffe, die unter das vorgeschlagene EU-Verbot fallen.

Halten Sie es für realistisch, dass die Fluorpolymere, die von der OECD als „Substances of low concern“ eingestuft sind, ausgenommen werden?

Säckl: Fluorpolymere sind im Allgemeinen stabile und ungiftige Materialien, die in lebenden Organismen nachweislich weder absorbiert werden noch sich dort anreichern. Die meisten Fluorpolymere sind unbedenklich, können sich nicht in Wasser auflösen und nicht in den Blutkreislauf des Menschen gelangen. Sie verfügen über eine einzigartige und wichtige Kombination von Eigenschaften, die es ihnen ermöglichen, den anspruchsvollsten und belastendsten Bedingungen zu widerstehen. Deshalb werben wir auch nachdrücklich dafür, Fluorpolymere aus der Regulierung herauszunehmen. Auch zahlreiche Downstream-User von Fluorpolymeren werben für die Ausnahme.

Haben Sie bereits fluorfreie Alternativprodukte in der Entwicklung?

Säckl: Daikin arbeitet intensiv an der Entwicklung von Alternativen zu PFAS, beispielsweise in unserem Innovationszentrum in Dortmund. Wir investieren zudem weiterhin in erheblichem Umfang in Forschung und Entwicklung von sicheren Produkten. Aber PFAS haben sehr einzigartige Eigenschaften wie Hitzebeständigkeit, Witterungsbeständigkeit, chemische Beständigkeit, Wasser- und Ölabweisung, Schmierung und elektrische Isolierung, die derzeit durch Nicht-PFAS-Alternativen nur sehr schwer nachgebildet werden können. Es gibt keine Produkte auf dem Markt, die die gleichen Eigenschaften vereinen.

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