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Ausblick Formnext 2025 Additive Fertigung stellt wirtschaftliche Potenziale unter Beweis 

Aktualisiert am 17.11.2025 Verantwortliche:r Redakteur:in: Melanie Ehrhardt 7 min Lesedauer

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Mitte November macht Formnext 2025 Frankfurt wieder zum wichtigsten internationalen Hotspot für die additive Fertigung. Mit zahlreichen Weltpremieren setzt die Fachmesse erneut entscheidende Impulse für die künftige Weiterentwicklung der industriellen Produktion hin zu mehr Effizienz, Produktivität und Nachhaltigkeit.

Im vergangenen Jahr besuchten mehr als 34.404 Fach- und Führungskräfte (48% davon international) die Formnext in Frankfurt.(Bild:  Mesago / Marc Jacquemin)
Im vergangenen Jahr besuchten mehr als 34.404 Fach- und Führungskräfte (48% davon international) die Formnext in Frankfurt.
(Bild: Mesago / Marc Jacquemin)

Zu ihrem 10. Geburtstag verzeichnet die Formnext trotz eines herausfordernden politischen und wirtschaftlichen Umfelds eine solide und erfreuliche Entwicklung: bereits 533 Unternehmen aus 34 Nationen hatten sich bis Anfang März 2025 für die internationale Leitmesse des Additive Manufacturing (AM) angemeldet. 

„Die Formnext unterstreicht damit, dass sie auch in sehr herausfordernden Zeiten für die AM-Branche unverzichtbar ist“, so Sascha F. Wenzler, Vice President Formnext beim Veranstalter Mesago Messe Frankfurt GmbH. „Die Vielfalt unserer bestehenden und neuen Aussteller ist ein Beleg dafür, dass die Additive Fertigung für Unternehmen entlang der gesamten Prozesskette hervorragende Geschäftsmöglichkeiten bietet“, ergänzt Petra Haarburger, President, Mesago Messe Frankfurt GmbH.

Fakten zur Formnext 2025

Veranstaltungsprofil

Die Formnext zeigt die vielschichtige Welt der additiven Fertigungsverfahren über das gesamte Materialspektrum von Kunststoffen über Metalle und weitere Werkstoffe in Kombination mit allen Prozessphasen modernster industrieller Produktion bis hin zur Serienanwendung.

 Veranstaltungszeitraum 

  • 18. – 21. November 2025, Frankfurt am Main

  • Dienstag bis Donnerstag: 9:00 bis 18:00 Uhr

  • Freitag: 9:00 bis 16:00 Uhr

Strukturdaten 2024

  • Ausstellungsfläche: 54.000 qm

  • Fachbesucher: 34.404 (Internationalität: 48 %)

  • Aussteller/Anbieter: 864 (Internationalität: 61 %)

Zur Messehomepage

formnext.mesago.com/frankfurt/de

Im Fokus der Formnext 2025 stehen wirtschaftlich erfolgreiche Anwendungen der additiven Fertigung. Mit dem Ziel, die Industrialisierung von AM weiter voranzutreiben, zeigt die Formnext 2025, wie Unternehmen global durch innovative Fertigungslösungen konkrete Wettbewerbsvorteile erzielen – insbesondere in anspruchsvollen Branchen wie dem Maschinen- und Anlagenbau. Wir haben in unserem Messebericht einige Highlights aus dem Bereich 3D-Druck mit Kunststoff zusammengefasst. 

Grafe: 25 PETG-Farbrezepturen für den 3D-Granulatdruck

Mit 25 neuen Farbrezepturen (Bild 1) speziell für den 3D-Granulatdruck erweitert Grafe sein Standard-Portfolio um ein innovatives Angebot für Design und Technik. Die auf PETG basierenden Masterbatche wurden in Zusammenarbeit mit Yizumi entwickelt, erfolgreich getestet und freigegeben.

Bei einer Dosierung von 5 % entsteht eine homogene Einfärbung, deren Intensität sich flexibel durch Anpassung der Zugabe variieren lässt. Die Masterbatche können schnell produziert und bereits ab Kleinstmengen geliefert werden.

Grafe bringt auf der Formnext 2025 in Frankfurt Fabre in den 3D-Granulatdruck.
Bild 1. Grafe bringt auf der Formnext 2025 in Frankfurt Fabre in den 3D-Granulatdruck.
(Bild: Grafe)

Das Material überzeugt laut Hersteller durch sein breites Anwendungsspektrum – von Lampenschirmen und Möbelkomponenten über Logos bis hin zu technischen Gehäusebauteilen. Dank der geringen Verzugsneigung von PETG eignet es sich für den Druck präziser, technisch beanspruchter Bauteile.

Auf der Formnext 2025 in Frankfurt demonstriert Grafe live den Druck der Materialien auf einem SpaceA S-Line-Granulatdrucker, der vom Partner Yizumi zur Verfügung gestellt wird. Ergänzend präsentiert Masterbatche-Hersteller zwei weitere Add-on-Batches: eines zur Erzeugung transluzenter Streueffekte und eines für metallisch glitzernde Oberflächen. Diese können jeder Standard-PETG-Farbrezeptur bei der Dosierung hinzugefügt werden.

Grafe auf der Formnext: Halle 12.1/ Stand E58

Stratasys: Neuer Marktplatz für die additive Fertigung

Stratasys präsentiert in Frankfurt unter anderem seinen neuen iAM Marketplace. Die unabhängige Plattform soll die Einführung der additiven Fertigung als zentrale Fertigungskompetenz über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg beschleunigen. Der hardwareunabhängige Marktplatz bietet dem Unternehmen zufolge die branchenweit größte Auswahl an hochwertigen Polymermaterialien, Ingenieurdienstleistungen und Produkten für die additive Fertigung mit Kunststoff.

„Die Einführung des iAM Marketplace ist ein mutiger Schritt nach vorn in unserer Materialstrategie. Sie erweitert unseren adressierbaren Gesamtmarkt und schafft operative Effizienzen, indem sie uns in die Lage versetzt, die gesamte additive Fertigungsindustrie zu bedienen“, so Yoav Zeif, CEO von Stratasys. Der Marktplatz biete allen Herstellern ein breites Portfolio an qualitätszertifizierten Materialien, Maschinen und Fachwissen, sodass sie genau das, was sie benötigen, einfach und verlässlich von einem zuverlässigen Partner beziehen können – „unabhängig davon, ob ihr Fokus auf Kosten, Leistung oder anwendungsspezifischen Lösungen liegt“.

Stratasys auf der Formnext 2025: Halle 11.1/ Stand C1

Krauss Maffei: Mehr Anlagen-Flexibilität beim industriellen 3D-Druck

Krauss Maffei zeigt, wie mit dem Power Print Flex (Bild 2) ein Heckdiffusor für ein Sportfahrzeug aus kohlefaserverstärktem Polyc2arbonat entsteht. Der großformatige 3D-Druck ermöglicht die schnelle und werkzeuglose Fertigung großflächiger und dünnwandiger Bauteile mit hoher Steifigkeit und Präzision – ideal für funktionale Prototypen und Designstudien. So lassen sich Designänderungen unmittelbar umsetzen, Entwicklungszeiten verkürzen und Kosten deutlich reduzieren.

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Das Bild zeigt den 3D-Drucker Power Print Flex.
Bild 2. Power Print Flex: modulare 3D-Druck-Lösung für großformatige Bauteile und Werkzeuge.
(Bild: Krauss Maffei)

Die Standardausstattung umfasst neben der Zelle einen Comau-N-170-Roboter, wobei laut Hersteller hier vielfältige Anpassungen möglich sind. Das Druckbett misst 2500 x 2000 mm, kann auf 180 °C aufgeheizt werden und verfügt über 16 Vakuumzonen für die Druckplatten. 

Der von Krauss Maffei eigens entwickelte Extruder Print Core 35-25 ermöglicht Austragsmengen von 30 bis 70 kg/h – je nach verwendeter Materialversorgung. Durch die maximale Schmelzetemperatur von 400 °C lassen sich auch anspruchsvolle faserverstärkte Thermoplaste und Hochleistungspolymere verarbeiten. Dadurch eignet sich das System für Anwendungen in der Automobilindustrie oder Luft- und Raumfahrt ebenso eignet wie für die Werkzeugherstellung und allgemeine Industrieprojekte.

Power Print Flex nutzt für die Steuerung des Sechs-Achs-Roboters das Sinumerik One-System von Siemens. Sie ermöglicht eine durchgängig vernetzte, präzise und dynamische Bewegungsführung. Dank des modularen Systemaufbaus lässt sich Power Print Flex gezielt in bestehende Fertigungsumgebungen integrieren und um zusätzliche Funktionen erweitern – beispielsweise durch Drehtische oder Fräszentren. 

Krauss Maffei auf der Formnext 2025: Halle 12.1/Stand E119

M.Tec Engineering: Simulation macht 3D-Druck industrietauglich

M.Tec Engineering präsentiert in Frankfurt eine neue Simulationsmethode, die den 3D-Druck von einem unsicheren „Trial-and-Error“-Verfahren zu einem vollständig planbaren und simulationsgestützten Engineering-Prozess transformiert. Bislang kritische Herausforderungen wie Maßhaltigkeit, Verzug und Schichtverbindungen sollen damit bereits vor dem eigentlichen Druck virtuell abgesichert werden, was die industrielle AM-Anwendung maßgeblich vorantreibe.

„Die simulationsgestützte Methode wird Prozesse beschleunigen und eine schnellere Time-to-Market ermöglichen. Wir drucken nur, was vorher funktioniert – das ist unser Credo. Simulation ist der Schlüssel, um additive Fertigung auf ein industrielles Niveau zu heben“, so Wolfgang Pelzer, Managing Director der M.Tec Engineering GmbH.

Die Effektivität der Methode wurde im Vorfeld der Formnext 2025 an einer großformatigen Automotive-Mittelkonsole umfassend validiert. Insbesondere die FEM-Simulation (FEM = Finite-Elemente-Methode) der zeitabhängigen Temperaturverteilung, entscheidend für Schichthaftung und Verzug, zeigte sich als hochpräzise. Thermografische Messungen am real gefertigten Bauteil bestätigten die Simulationsergebnisse mit hoher Genauigkeit. 

M.Tec Engineering auf der Formnext 2025: Halle 12.1/ Stand B131 (Yizumi Germany) und Halle 12.1/Stand A123 (Akro-Plastic)

Fraunhofer IAPT: Minimaler Aufwand für Machine Vision 

Das Fraunhofer Institut für Additive Produktionstechnologien IAPT beschleunigt und vereinfacht die Qualitätssicherung der additiven Fertigung mit einer neuentwickelten Kombination von Machine Vision und kostengünstigen Kamerasystemen (Bild 3). Eine einfache Kamera und die KI-basierte Auswertung der Bilddaten ersetzen die bisher erforderliche, hochspezialisierte Sensorik.

Bild 3. Die Machine-Vision-Lösung ermöglicht die flexible Echtzeitanalyse bis auf Pixelebene in der Produktion. Der Einsatz synthetischer Daten für das KI-Training gewährleistet einen schnellen Ramp-Up.(Bild:  Fraunhofer IAPT)
Bild 3. Die Machine-Vision-Lösung ermöglicht die flexible Echtzeitanalyse bis auf Pixelebene in der Produktion. Der Einsatz synthetischer Daten für das KI-Training gewährleistet einen schnellen Ramp-Up.
(Bild: Fraunhofer IAPT)

Auch das aufwendige Produzieren umfassender, realer Bilder für das Training der künstlichen Intelligenz (KI) entfällt. Stattdessen erzeugt und nutzt das Fraunhofer IAPT synthetische Daten. Die Herangehensweise beschleunigt die Verfügbarkeit von KI-Modellen für Bildanalysen und das KI-gestützte Erkennen und Bewerten von Objekten in Echtzeit und ohne Qualitätseinbußen.

Die Lösung übernimmt relevante Schritte der Qualitätssicherung, wie das Vermessen von Objekten oder die Identifikation von Fehlern. Die Einsatzgebiete gehen jedoch über die Qualitätssicherung hinaus. Ein weiteres Beispiel ist das Identifizieren und Sortieren von Bauteilen im Rahmen einer Automatisierung der Prozesskette.

Weiteres Highlight: eine Neuentwicklung zur automatisierten Nachbearbeitung von Kunststoffbauteilen. Die Technologie lässt sich in bestehende FDM-Drucker integrieren und glättet die Oberfläche des Bauteils in-situ – also bereits während der Produktion. Mit dem Wegfall der Nachbearbeitung sinkt die gesamte Herstellungsdauer um bis zu 50 %. Pro Bauteil können Einsparungen um bis 80 % erzielt werden.

Das Fraunhofer IAPT auf der Formnext 2025: Halle 12.0/ Stand D69

AIM 3D: Neue Impulse für den 3D-Pellet-Druck

AIM3D nutzt die Formnext in diesem Jahr, um zwei technische Schwerpunkte für den 3D-Pellet-Druck vorzuführen: neue Slicer-Funktionen rund um Voxelfill und ein High-Performance-Upgrade für die ExAM-Baureihen 255 und 510. Ziel ist mehr Bauteilfestigkeit und eine höhere Effizienz in der Materialextrusion. Partner ist der dänische Softwareanbieter Create it real, der Voxelfill als „Strong-Print“-Strategie in Real Vision Pro bereitstellt.

Bild 4. Real Vision Pro Slicer von Create it real für 3D-Filament-Drucker(Bild:  AIM3D)
Bild 4. Real Vision Pro Slicer von Create it real für 3D-Filament-Drucker
(Bild: AIM3D)

Create it real liefert Voxelfill ab November 2025 als Plug-in für Real Vision Pro (Bild 4). Der Zugang erfolgt modular im Abo, sodass Anwender je nach Anforderung Funktionen kombinieren können. Der niedrige Einstiegspreis soll die Verbreitung fördern und die Weiterentwicklung über reale Anwendungen beschleunigen. AIM3D entwickelt parallel SlicEx als eigene Lösung für Voxelfill auf ExAM-Systemen; eine Beta ist für das vierte Quartal 2025 geplant, der Marktstart 2026.

Das Upgrade zielt auf Prozessdynamik und Dosierqualität. „Input Shaping“ filtert Achsbeschleunigungen vor und dämpft Schwingungen. Das ermöglicht höhere Verfahrgeschwindigkeiten und glattere Kanten. Die „Extruder Pressure Control“ linearisiert die Schneckenförderung besser zum G-Code. Ecken neigen dadurch weniger zu Materialanhäufungen, Innenbereiche zeigen weniger Lunker, die Dichte steigt. Das Upgrade ist für Neu- und Bestandsanlagen verfügbar.

AIM3D auf der Formnext 2025: Halle 12.1/ Stand E81

Partnerland Spanien

Spanien ist das diesjährige Partnerland und wird sich auf der Formnext 2025 mit zahlreichen innovativen Ausstellern präsentieren. Das Land auf der iberischen Halbinsel verfügt nicht nur über eine sehr dynamische und stark wachsende AM-Industrie, sondern fungiert aufgrund seiner geografischen Lage auch als Brücke zwischen Europa und Lateinamerika. Spanien zählt traditionell zu den stärksten Ausstellerländern der Formnext, 2025 werden rund 30 Unternehmen als Aussteller in Frankfurt präsent sein. 

Eine Übersicht aller spanischen Aussteller finden Sie hier.

Xenia: Neues schlagzähmodifiziertes PA12-CF-Filament

Xenia präsentiert in Frankfurt ein neues auf PA12 basiertes und carbonfaserverstärktes Filament für den 3D-Druck FFF/FDM. XECARB PA12-CF-ST zeichnet sich laut Hersteller durch hohe mechanische Festigkeit, optimale Abriebfestigkeit und geringe Feuchtigkeitsaufnahme aus. Die Verstärkung mit 15 % Carbonfaser ermögliche ein ideales Gleichgewicht zwischen Leichtigkeit, Dimensionsstabilität und hohen mechanischen Leistungen.

Bild 5. Das Grundpolymer (PA 12) ist für seine sehr gute mechanische Festigkeit bekannt.(Bild:  Xenia)
Bild 5. Das Grundpolymer (PA 12) ist für seine sehr gute mechanische Festigkeit bekannt.
(Bild: Xenia)

Mit einer Wärmeformbeständigkeitstemperatur von 150 °C garantiere das Filament außerdem zuverlässige Leistungen sowie Präzision bei der Herstellung von Funktionskomponenten und erweist sich daher als ideal für strukturelle 3D-Hochleistungsdruckanwendungen. Das Filament eignet sich unter anderem für Anwendungen in der Automobil-, Luft- und Raumfahrt- und Verbrauchsgüterindustrie (Bild 5). 

Xenia auf der Formnext 2025: Halle 12.1/ Stand F98