Zwei Welten. Ein Ziel.

Alle Inhalte von plastverarbeiter.de jetzt auf plastxnow.de.

BASF-Chef Markus Kamieth „Die meisten Verbesserungen werden wir aus eigener Kraft erzielen müssen“

Aktualisiert am 27.02.2026 Von Melanie Ehrhardt 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

BASF kämpft mit Kostendruck, hohen Energiepreisen und einer zu geringen Auslastung am Stammwerk in Ludwigshafen. Der Konzern rüstet sich für ein weiteres schwaches Jahr und treibt den Sparkurs voran.

Dr. Markus Kamieth: „Aus heutiger Sicht rechnen wir kurzfristig nicht mit einer nennenswerten Markterholung“.(Bild:  BASF)
Dr. Markus Kamieth: „Aus heutiger Sicht rechnen wir kurzfristig nicht mit einer nennenswerten Markterholung“.
(Bild: BASF)

Bereits im Januar hatte die BASF mitgeteilt, dass ihre Ziele für 2025 nicht ganz eingehalten werden konnten. Das spiegelt sich nun auch in den Zahlen wider, die der Konzern am Freitag bekannt gab. 

Demnach sang der Umsatz des Chemiekonzerns im vergangenen Jahr von 61,4 Milliarden auf 59,7 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis lag bei 6,6 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor hatte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen noch 7,2 Milliarden Euro betragen. Das entspricht einen Rückgang von fast 10 Prozent.

Gleichzeitig übertraf der Konzern die Erwartungen beim Free Cashflow deutlich: Er betrug im Jahr 2025 1,3 Milliarden Euro, nach 748 Millionen Euro im Jahr 2024. 

Auch 2026 keine Verbesserung in Sicht

Die Prognose des Unternehmens für 2026 fällt bisher eher zurückhaltend aus, eine Verbesserung der Geschäfte sei nicht in Sicht.  Das Management stellt einen bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro in Aussicht. Der Free Cashflow wird zwischen 1,5 Milliarden Euro und 2,3 Milliarden Euro erwartet.

„Aus heutiger Sicht rechnen wir kurzfristig weder mit einer nennenswerten Markterholung noch mit einer deutlichen Entspannung der geopolitischen Lage“, sagte Vorstandschef Markus Kamieth. Die Prognose basiere auf der Annahme, dass das Wachstum des globalen Bruttoinlandprodukts leicht und das der globalen Industrieproduktion deutlich unter dem Niveau von 2025 liegen werden. 

2025 – Auf einen Blick

BASF-Jahr 2025 auf einen Blick
(Bild: BASF)

Quelle: BASF-Bericht 2026 (S. 5)

BASF leidet wie die gesamte Chemiebranche unter einer der schwersten Krisen seit Jahrzehnten. Als Gründe gelten eine schwache Nachfrage, hohe Energiepreise, Überkapazitäten und zunehmende Konkurrenz aus China. 

Kamieth geht davon aus, dass 2026 ein weiteres Übergangsjahr wird, „indem unsere Industrie mit deutlichem Gegenwind rechnen muss“. Die meisten der angestrebten Verbesserungen werde man aus eigener Kraft erzielen müssen.

Das heißt auch: konsequentes Sparen. BASF hat mehrere Sparprogramme aufgelegt, inklusive umfangreichem Stellenabbau. Seit Dezember 2023* hat sich die Zahl der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen um 4.800 reduziert. Die Verschlankung betraf darüber hinaus aus elf Prozent der Führungskräfte. Insgesamt will der Konzern seine ‌jährlichen Einsparungen bis Ende 2026 auf 2,3 Milliarden Euro hochschrauben. Zuvor waren 2,1 Milliarden Euro geplant.

Produktionserweiterungen in China und den USA

Deutlich positiver als auf den europäischen Markt blickt BASF unter anderem nach China. Dort wurde Anfang Januar 2026 der Steamcracker am neuen Verbundstandort in Zhanjiang in Betrieb genommen. Für das erste Betriebsjahr erwartet der Konzern einen negativen Ergebnisbeitrag. „Dies vor allem aufgrund der Kosten für das Anfahren. Ab 2027 erwarten wir einen positiven Ergebnisbeitrag des Standorts“, so der Konzernchef.

Ein wichtiges BASF-Produkt ist MDI, das in der Polyurethan-Produktion zum Einsatz kommt. Seit 2023 erweitert der Chemiekonzern die entsprechende Anlage am Verbundstandort in Geismar im US-Bundestaat Louisiana. Mit insgesamt einer Milliarde US-Dollar ist es die größte Investition des Unternehmens in den USA. 

Glaubt man den Worten von Markus Kamieth läuft auch hier alles nach Plan, der Produktionsstart ist für das dritte Quartal 2026 geplant. „Mit der Erweiterung verdoppeln wir unsere MDI-Kapazität in Geismar für den wachsenden US-Markt auf rund 600.000 Tonnen pro Jahr.“

*bis Dezember 2025

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung