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Markus Kamieth BASF-Chef setzt weiter auf China 

Von Melanie Ehrhardt 3 min Lesedauer

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Die BASF hat heute ihre Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht. Unterm Strich lief es besser als erwartet. Bei der Pressekonferenz rückte jedoch vor allem ein Thema in den Vordergrund: der neue Verbundstandort in China.

BASF-Verbundstandort Zhanjiang in China: Inbetriebnahme der ersten Anlage(Bild:  BASF)
BASF-Verbundstandort Zhanjiang in China: Inbetriebnahme der ersten Anlage
(Bild: BASF)

Anders als sein Vorgänger gilt Markus Kamieth nicht als großer Redner, dafür als besserer Zuhörer. Und doch bewies der BASF-Chef bei der Vorstellung der Zahlen für das dritte Quartal 2025, dass er durchaus beides beherrscht. Vor allem beim Thema China blühte Kamieth auf.

„Das Bild, dass sich Dinge von Europa nach China verlagern, stimmt nicht“, so der Vorstandsvorsitzende. China sei schlichtweg ein wachsender Markt, Europa hingegen stagniere. Aber was soll Kamieth auch anderes sagen; ist doch der neue Verbundstandort in Zhanjiang fast fertig. 

China-Strategie nicht ganz ungefährlich

Anfang Oktober konnte der Konzern über zwei wichtige Meilensteine berichten: die erfolgreiche Inbetriebnahme der Butylacrylat-Anlage und die mechanische Fertigstellung des Steamcrackers sowie aller integrierten petrochemischen Anlagen. Derzeit befinde man sich in der Inbetriebnahme, die Aufnahme des vollständigen Betriebs sie nach wie vor für Ende 2025 geplant, so Kamieth.

Und dennoch: Angesichts der politischen Spannungen zwischen China und Taiwan gilt die Chinastrategie von BASF laut Wirtschaftswoche als Hochrisikoprojekt. Sowohl die deutsche Regierung als auch Wirtschaftsexperten warnen vor Investitionen in China. Denn inzwischen häufen sich die Probleme ausländischer Chemieunternehmen im Land. Gewaltige Überkapazitäten für chemische Produkte drücken die Preise. Das musste sich auch Kamrieth im Rahmen der Online-Pressekonferenz eingestehen.

Dr. Markus Kamieth (Vorstandsvorsitzend) stellte gemeinsam mit Dr. Dirk Elvermann (Finanzvorstand) die Zahlen für das 3. Quartal 2025 vor.(Bild:  PlastXNow)
Dr. Markus Kamieth (Vorstandsvorsitzend) stellte gemeinsam mit Dr. Dirk Elvermann (Finanzvorstand) die Zahlen für das 3. Quartal 2025 vor.
(Bild: PlastXNow)

BASF passt Jahresziele an

Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage sowie niedrige Preise bestimmen das BASF-Geschäft weltweit. „In nahezu allen Branchen und Regionen war das Kaufverhalten der Kunden nach wie vor zurückhaltend“, so Kamieth. 

Der Umsatz schrumpfte im dritten Quartal im Jahresvergleich um 3,2 Prozent auf 15,23 Milliarden Euro. Rechnet man das verkaufte Lackegeschäft heraus, ging der Erlös um 3,3 Prozent auf 14,33 Milliarden Euro zurück.

Auch operativ lief es etwas schlechter. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank im dritten Quartal inklusive des verkauften Geschäfts um 4,8 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro, ohne die Transaktion fiel das Ergebnis um 3,2 Prozent auf 1,43 Milliarden Euro.

Infolge des geänderten Ausweises der Geschäftseinheiten Fahrzeugserienlacke, Autoreparaturlacke und Oberflächentechnik passte der Chemiekonzern seine Prognose für das Gesamtjahr 2025 an. Das heißt, die BASF peilt nun ein Ergebnis von 6,7 Milliarden Euro bis 7,1 Milliarden Euro an. Inklusive der Coating-Sparte hatte das Unternehmen zuletzt 7,3 Milliarden bis 7,7 Milliarden Euro im Visier – nach knapp 7,9 Milliarden im Vorjahr.

Veränderungen im Vorstand

Bereits gestern machte das Unternehmen Veränderungen im Vorstand publik. Der Aufsichtsrat bestellte Dr. Mary Kurian (48) und Dr. Livio Tedeschi (54) mit Wirkung zum 1. Mai 2026 als Mitglieder des Vorstands. Zum gleichen Zeitpunkt wird Michael Heinz (61) planmäßig in den Ruhestand treten.

Kurian wurde in Indien geboren. Nach der Promotion in Materialwissenschaften im Jahr 2004 hatte sie verschiedene Führungspositionen bei Air Products in den USA inne und wechselte 2020 zu BASF in den USA. Seit 2023 leitet sie bei BASF den Unternehmensbereich Care Chemicals mit Sitz in Ludwigshafen.

Tedeschi übernimmt die Verantwortung für das Segment Agricultural Solutions übernehmen. Der gebürtige Italiener leitet seit 2022 den Unternehmensbereich Agricultural Solutions mit Sitz in Limburgerhof. Er trat nach der Promotion in Organischer Chemie 2003 in die BASF ein und hatte seitdem verschiedene Führungsfunktionen mit Schwerpunkt im Bereich Pflanzenschutz inne.

INFO

In Folge dieser Veränderungen gelten die folgenden Zuständigkeiten mit Wirkung zum 1. Mai 2026:

  • Dr. Markus Kamieth, Vorsitzender des Vorstands, Ressort I: Corporate Development; Corporate Legal, Compliance & Insurance; Corporate Human Resources; Corporate Communications & Government Relations; Corporate Investor Relations

  • Dr. Dirk Elvermann, Chief Financial Officer, Chief Digital Officer, Ressort II: Corporate Finance; Corporate Audit; Corporate Taxes & Duties; Global Business Services; Global Digital Services; Global Procurement

  • Dr. Katja Scharpwinkel, Arbeitsdirektorin, Ressort III: European Site & Verbund Management; Global Engineering Services; Corporate Environmental Protection, Health, Safety & Quality

  • Dr. Stephan Kothrade, Chief Technology Officer, Ressort IV: Monomers; Performance Materials; Group Research; Greater China; Mega Projects Asia

  • Dr. Mary Kurian, Ressort V: Petrochemicals; Intermediates; Nutrition & Health; Care Chemicals

  • Anup Kothari, Ressort VI: Coatings; Battery Materials; ECMS; Dispersions & Resins; Performance Chemicals; USA

  • Dr. Livio Tedeschi, Ressort VII: Agricultural Solutions

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