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Interview Doppelte Innovationskraft für die Kunststoffbranche

Das Gespräch führte Stefan Lenz 3 min Lesedauer

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Mit der gleichzeitigen Ausrichtung von Kuteno und KPA in Bad Salzuflen entsteht 2025 ein einzigartiges Messe-Duo für die kunststoffverarbeitende Industrie. Im Interview erklärt Marius Fedler vom Kunststoff-Institut Südwest, welche Trends, Synergien und Zukunftstechnologien die Branche nachhaltig verändern werden.

Dipl.-Ing. Marius Fedler, Geschäftsführer Kunststoff-Institut Südwest.(Bild:  KIMW)
Dipl.-Ing. Marius Fedler, Geschäftsführer Kunststoff-Institut Südwest.
(Bild: KIMW)

Vom 13. bis 15. Mai 2025 wird Bad Salzuflen zum zentralen Treffpunkt der kunststoffverarbeitenden Industrie: Erstmals finden die etablierte Kuteno und die KPA Bad Salzuflen zeitgleich am selben Standort statt. Während die Kuteno als praxisnahe Zuliefermesse bereits ein festes Branchenformat ist, bringt die KPA frische Impulse für Kunststofflösungen in der Region Ostwestfalen-Lippe. Gemeinsam bilden sie eine leistungsstarke Plattform für die gesamte Wertschöpfungskette der Kunststoffverarbeitung – von der Materialentwicklung über die Fertigung bis hin zu innovativen Anwendungen.

Im Interview mit Dipl.-Ing. Marius Fedler, Geschäftsführer des Kunststoff-Instituts Südwest, wird deutlich: Die Messekombination schafft Synergien zwischen Technik, Anwendung und Design und gibt insbesondere Start-ups, innovativen Werkstoffen und nachhaltigen Verarbeitungsverfahren eine Bühne. Im Fokus stehen Themen wie KI-gestützte Qualitätssicherung, biobasierte Kunststoffe, chemisches Recycling und digitale Prozessketten – alles unter dem Dach einer zukunftsorientierten Circular Economy.

PlastXnow: Welche Synergieeffekte erhoffen Sie sich durch die gleichzeitige Ausrichtung von Kuteno und KPA am Standort Bad Salzuflen?

Marius Fedler: Die gleichzeitige Ausrichtung der Kuteno und KPA in Bad Salzuflen schafft eine einmalige Plattform, die die gesamte Wertschöpfungskette der Kunststoffbranche abbildet. Wir erhoffen uns eine stärkere Vernetzung zwischen Technik, Anwendung und Design sowie neue Impulse für Kooperationen – insbesondere durch die räumliche Nähe von Zulieferern und Anwendern.

PlastXnow: Inwiefern tragen die Messen dazu bei, die Zusammenarbeit zwischen Kunststoffherstellern, Verarbeitern und Anwendern zu intensivieren?

Fedler: Die Messen schaffen Raum für einen direkten, praxisnahen Austausch. Durch das persönliche Gespräch können Bedarfe und technische Herausforderungen frühzeitig identifiziert und gemeinsam Lösungen entwickelt werden. Besonders wichtig ist dabei die Verbindung von klassischem Know-how mit aktuellen Anforderungen aus Märkten wie Automotive, Medizintechnik oder Konsumgüter.

Die gleichzeitige Ausrichtung von Kuteno und KPA schafft eine einmalige Plattform für Innovation, Austausch und Kooperation entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Kunststoffindustrie.

Dipl.-Ing. Marius Fedler

PlastXnow: Welche technologischen Innovationen und Kooperationen erwarten Sie in diesem Jahr besonders?

Fedler: Wir erwarten vor allem Innovationen im Bereich nachhaltiger Werkstoffe, Prozesskettenverkürzung, digitaler Prozessketten sowie KI-gestützter Qualitätssicherung. Kooperationen zwischen Materialherstellern, Werkzeugbauern, Start-ups und Verarbeitern könnten neue Geschäftsmodelle und Prozesslösungen hervorbringen – insbesondere mit Fokus auf Kreislaufwirtschaft und CO₂-Reduktion.

PlastXnow: Warum ist es gerade jetzt wichtig, Start-ups in der Kunststoffbranche eine Bühne zu bieten?

Fedler: Die Kunststoffbranche steht unter Transformationsdruck – durch regulatorische Anforderungen, Nachhaltigkeitsziele und technologische Umbrüche. Start-ups bringen frische Ideen, Agilität und unkonventionelle Ansätze in etablierte Strukturen und sind oft Treiber disruptiver Innovationen.

PlastXnow: Welche Trends oder Technologien erwarten Sie aus der Start-up Area, die das Potenzial haben, die Branche nachhaltig zu verändern?

Fedler: Besonders spannend sind biobasierte Kunststoffe, chemisches Recycling, datengetriebene Prozessoptimierung, Automatisierung und KI-gestützte Simulation. Auch neue Ansätze im 3D-Druck oder intelligente Sensorik zur Zustandsüberwachung werden von uns mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

PlastXnow: Wie bewerten Sie die Resonanz der etablierten Unternehmen auf die neuen Player der Branche?

Fedler: Die Resonanz ist zunehmend positiv. Viele etablierte Unternehmen erkennen den Mehrwert der Zusammenarbeit mit Start-ups, insbesondere wenn es um die Erschließung neuer Geschäftsfelder oder die Beschleunigung von Innovationszyklen geht. Der Wissenstransfer verläuft dabei oft in beide Richtungen.

Die Kombination aus digitaler Prozessüberwachung, intelligenten Werkzeugtechnologien und nachhaltigen Werkstoffen ist ein entscheidender Innovationsmotor für die Kunststoffverarbeitung.

Dipl.-Ing. Marius Fedler

PlastXnow: Welches Thema oder Verfahren halten Sie für besonders richtungsweisend für die Zukunft der Kunststoffverarbeitung?

Fedler: Die Kombination aus digitaler Prozessüberwachung, intelligenten Werkzeugtechnologien und nachhaltigen Werkstoffen ist ein entscheidender Innovationsmotor für die Kunststoffverarbeitung. Besonders richtungsweisend sind dabei Verfahren wie InMould Coating, das eine funktionale Oberflächenveredelung direkt im Werkzeug ermöglicht, sowie EMV-Abschirmtechnologien durch Kunststoffe oder der Einsatz von Metalldirekteinspritzungen, die in der Elektronikfertigung an Bedeutung gewinnen. Auch der gezielte Metallersatz durch Kunststoffe rückt verstärkt in den Fokus – nicht nur zur Gewichtsreduzierung, sondern vor allem im Hinblick auf CO₂-Einsparung und Ressourceneffizienz.

Ein weiteres zentrales Zukunftsthema ist das Recycling: Sowohl mechanische als auch chemische Recyclingverfahren entwickeln sich rasant weiter. Sie ermöglichen es, hochwertige Rezyklate zu gewinnen und diese in anspruchsvollen Anwendungen einzusetzen. Die Integration von Recyclingkonzepten in die Produktentwicklung sowie die Verarbeitung von Rezyklaten mit gleichbleibender Qualität stellen zentrale Innovationsfelder dar – insbesondere im Kontext einer funktionierenden Circular Economy.

PlastXnow: Inwiefern verändert das Thema Circular Economy das Innovationsverhalten in der Kunststoffindustrie?

Fedler: Circular Economy verändert Denkweisen grundlegend: vom linearen Produktzyklus hin zu ganzheitlichen Konzepten, bei denen Materialauswahl, Design und Recyclingfähigkeit schon früh in der Entwicklung mitgedacht werden.

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