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Mikroplastik EU beschließt Vorschriften für Kunststoffhersteller

Verantwortliche:r Redakteur:in: Melanie Ehrhardt 2 min Lesedauer

Die EU will die Umweltverschmutzung durch Mikroplastik bis 2030 um fast ein Drittel reduzieren. Auf dem Weg dahin nimmt sie nun die Kunststoffhersteller in die Pflicht.

Das EU-Parlament will die Kunststoffindustrie im Kampf gegen Mikroplastik mehr in die Verantwortung nehmen.(Bild:  European Parliament)
Das EU-Parlament will die Kunststoffindustrie im Kampf gegen Mikroplastik mehr in die Verantwortung nehmen.
(Bild: European Parliament)

Jährlich gehen nach Schätzungen der EU allein in Europa bis zu 184.000 Tonnen Kunststoffpellets in die Umwelt – das sind über 7.000 LKW-Ladungen Plastikmüll, die Flüsse, Meere und Böden verschmutzen. Auf internationaler Bühne sind bisher alle Bemühungen um ein Abkommen gegen diese wachsende Problematik gescheitert.

Die EU hat sich eigene Ziele gesetzt und will dafür sorgen, dass weniger Mikroplastik aus der Industrie in die Natur gelangt. Wie unter anderem der Nachrichtensender ntv berichtet, haben die Abgeordneten des Europaparlaments gestern über ein Gesetz abgestimmt, das Firmen strenger in die Pflicht nehmen soll.

Mikroplastik im Fokus

Das neue Gesetz betrifft nach Angaben der Deutschen Welle Partikel, die meist kleiner als fünf Millimeter (Mikroplastik), extrem langlebig und in der Natur schwer abbaubar sind. Gelangt Granulat in die Umwelt, sollen die Unternehmen die zuständigen Behörden informieren und „alles dafür tun, um schädliche Folgen zu minimieren“. Darüber hinaus sollen sie Konzepte vorlegen, mit denen sie Verschmutzung durch Mikroplastik verringern.

Große Unternehmen müssen ihre Pläne nach Angaben des Rats der EU-Mitgliedstaaten jährlich von unabhängiger Seite zertifizieren lassen, wenn sie pro Jahr mehr als 1.500 Tonnen Kunststoffgranulat verarbeiten. Für kleine Unternehmen reicht eine einmalige Zertifizierung. Firmen, die weniger als 1.500 Tonnen pro Jahr verarbeiten, müssen nur eine Selbstauskunft abgeben.

EU nimmt auch Schiffe in die Pflicht

Die neuen Regeln gelten auch für Schiffe. So sollen etwa besonders dichte Transportverpackungen Pflicht werden. Zur Begründung hieß es, knapp 40 Prozent des in der EU transportierten Kunststoffgranulats würden verschifft. Dabei kommt es immer wieder zu Ladungsverlusten.

So waren im Dezember 2023 vor der Küste Nordspaniens auf einem Frachter mehr als 70 Säcke mit jeweils 25 Kilo Kunststoffgranulat über Bord gegangen, die im Meer zerrissen. Der Atlantik spülte die kleinen Partikel schließlich bis an den Strand von Galicien, wo sie von Helfern mühsam aus dem Sand gesiebt wurden.

WWF begrüßt Entscheidung

„Die heutige Entscheidung des EU-Parlaments ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Plastikflut“, kommentiert Florian Titze, Leiter internationale Politik beim WWF Deutschland. Die Verordnung sende ein starkes Signal für die globale Ebene: Die EU zeige, dass verbindliche und ambitionierte Maßnahmen entlang des gesamten Lebenszyklus von Plastik möglich sind.

„Was wir nun brauchen, ist ein neuer Anlauf für das globale Plastikabkommen. Die EU-Pellet-Verordnung kann dafür als wertvolles Signal dienen“, so Titze weiter. Sie setze mit klaren Pflichten und echten Kontrollen die Art von Beispiel, die auch für alle anderen Maßnahmen nötig ist. Titze fordert ambitionierte Statten dazu auf, jetzt voranzugehen und alle politischen Möglichkeiten zu nutzen, um die UN-Verhandlungen wieder in Gang zu bringen – „mit klaren Entscheidungsprozessen und notfalls auch in anderen Formaten. Die Plastikkrise duldet keinen Aufschub mehr“.

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