Flüssigsilikon spielt eine Schlüsselrolle bei Trinksystemen mit Geschmack ohne Zusatzstoffe. Auf der K 2025 zeigte Wacker, wie Elastosil Eco LR 5003 innovative Mundstücke ermöglicht.
Die Silikon-Mundstücke in den Trinkflaschen, hier jeweils ohne Aroma-Pod zu sehen. Dieser wird in der gewünschten Geschmacksrichtung einfach oben aufgesteckt.
(Bild: Wacker Chemie)
In der Schultasche, im Fitnessstudio oder auf dem Schreibtisch haben Trinkflaschen von Air Up einen regelrechten Hype ausgelöst. Das Mundstück ist mit einem Aroma-Pod – einem duftenden Ring – kombiniert, der das Trinken von Wasser zu einem sensorischen Erlebnis macht. Im folgenden Beitrag erfahren Sie, wie dieses Prinzip funktioniert und welchen Beitrag Flüssigsilikon im Lebensmittelkontakt für das Geschmackserlebnis leistet.
Leitungswasser, das nach Apfel, Orange oder sogar Eiskaffee schmeckt – das ist die Idee des Münchner Unternehmens Air Up. Die Trinkflaschen verfügen im Mundstück über einen speziellen Aroma-Pod, der beim Trinken eine Geschmackswahrnehmung erzeugt: Wasser mit Geschmack, jedoch ohne zugesetzten Zucker oder andere Zusatzstoffe.
Das Mundstück der Flaschen im Detail. Es dichtet Wasser und Aroma-Pod zuverlässig ab. Gleichzeitig ermöglicht es, dass beim Trinken Luft von außen durch den Pod und in den Mund strömt.
(Bild: Wacker Chemie)
Das Mundstück inklusive der Befestigung der Duftaroma-Pods besteht aus Flüssigsilikon von Wacker Chemie AG. Gefertigt wurde es live auf der K 2025 am Messestand. Projektpartner ist neben Air Up auch die österreichische Rico Elastomere Projecting, die das Werkzeug für das Mundstück konstruiert und produziert hat.
Multi-Tasking-Bauteil aus Flüssigsilikon im Herzen der Trinkflasche
Das Mundstück der Flasche ist das zentrale Bauteil für das Trinken mit Geschmack durch sogenannte retronasale Wahrnehmung. Es dichtet zuverlässig ab und verhindert, dass die Trinkflüssigkeit ausläuft. Bei geschlossenem Deckel verschließt das Silikon zugleich den Aroma-Pod luftdicht. Ähnlich wie bei einer Parfümflasche wird so verhindert, dass die flüchtigen Aromen entweichen.
Beim Öffnen der Flasche hebt der wellenförmige Rand des Mundstücks den Aroma-Pod leicht an. Zwei feine, weniger als einen Millimeter große Öffnungen im Mundstück und im Pod schieben sich passgenau übereinander. Dadurch strömt beim Trinken Luft von außen durch den Pod in den Mund – das Grundprinzip von Air Up. Um diese Funktion sicherzustellen, ist höchste Präzision bei der Verarbeitung des Flüssigsilikons erforderlich.
Die Kombination verschiedener Funktionen in einem Mundstück ist das Ergebnis gemeinsamer Bauteilentwicklung von Wacker, Rico und Greiner. Es wird in einem komplexen Werkzeug in Serie gefertigt.
(Bild: Rico Elastomere Projecting x Pixero)
Lifestyle trifft Silikonexpertise: LSR-Spritzguss auf der K 2025
Auf der K 2025 in Düsseldorf wurde das Mundstück aus der Silikontype Elastosil Eco LR 5003 gefertigt. Der temperfreie Flüssigsilikonkautschuk eignet sich besonders für Großserienprodukte im Lebensmittelkontakt und in anderen sensiblen Anwendungen.
Formteile aus diesem LSR erfüllen auch ohne thermische Nachbehandlung die Grenzwerte des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hinsichtlich flüchtiger Bestandteile. Zudem entsprechen sie den Anforderungen der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA). Damit lassen sich nicht nur Mundstücke für Trinkflaschen, sondern auch Trinkhalme, Backformen, Teigschaber und weitere Produkte effizient herstellen. Optional kann das Material getempert werden, um noch höhere mechanische Festigkeiten zu erzielen.
Nachhaltiges Flüssigsilikon auf biobasierter Rohstoffbasis
Das „Eco“ im Produktnamen steht für die Nutzung von pflanzlichem, nicht fossilem Methanol. Dadurch wird die Produktion besonders ressourcenschonend gestaltet. Die Herstellung von Elastosil Eco LR 5003 ist nach dem Redcert2-Standard zertifiziert, wodurch die lückenlose Nachverfolgbarkeit erneuerbarer Rohstoffe entlang der gesamten Lieferkette gewährleistet ist.
Kurze und regionale Lieferkette als Nachhaltigkeitsfaktor
Trotz internationalem Erfolg setzt Air Up bei der neuesten Flaschengeneration auf „Designed in Germany, made in Austria“. „Unsere Trinkflaschen sollen dort hergestellt werden, wo auch unsere wichtigsten Kunden sind“, erklärt Fabian Schlang, Gründer und Geschäftsführer von Air Up.
Christian Anger (links), und Fabian Schlang (rechts) im Gespräch über die technischen Herausforderungen bei der Entwicklung und Produktion des Mundstücks der Air Up Click-Flasche.
(Bild: Wacker Chemie)
Die gesamte Produktionskette liegt in einem Radius von 140 km: Wacker produziert das Silikon in Burghausen, Rico fertigt Mundstücke und Werkzeuge in Thalheim bei Wels, die Endmontage erfolgt bei Greiner Packaging in Kremsmünster. Das sorgt für Qualität, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit – ein klarer Vorteil bei trendgetriebenen Produkten mit kurzen Innovationszyklen.
Farbvielfalt und Designwechsel im LSR-Spritzguss
Die Kombination mehrerer Funktionen in einem Bauteil ist das Ergebnis einer intensiven gemeinsamen Entwicklung. „Bis zur finalen Geometrie haben wir rund 20 Varianten getestet“, berichtet Roland Schmutzhart von Rico.
Ein weiterer Blickfang der Trinkflaschen sind die Farben. Farbwechsel sind häufig und Teil des Markenauftritts. Im Farblabor von Wacker werden die Farbtöne präzise abgestimmt und direkt in das Flüssigsilikon übertragen. „Es ist anspruchsvoll, eine Farbe so einzustellen, dass sie im spritzgegossenen Bauteil exakt der Designvorgabe entspricht“, erklärt Christian Anger, Senior Marketing Manager für Silikonelastomere bei Wacker.
Stand: 16.12.2025
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So unscheinbar das Mundstück auf den ersten Blick wirkt – technisch ist es das anspruchsvollste Bauteil der gesamten Flasche. Für die Nutzer bleibt davon nur eines spürbar: ein Schluck Wasser mit vollem Geschmack – ganz ohne Zusatzstoffe.