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Chemisches Recycling Gasifizierung von gemischten Kunststoffabfällen funktioniert 

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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In einer neuen Studie zeigt die ETH Zürich, dass die Gasifizierung von Automobil-Schredder-Rückständen zusammen mit Bioabfall weniger Treibhausgasemissionen erzeugt als deren Verbrennung. Gleichzeitig entsteht ein neuer, zirkulärer Rohstoff für die chemische Industrie. 

ETH Zürich bewertet die Emissionen eines neuen, nicht-fossilen Rohstoffs.(Bild:  BASF)
ETH Zürich bewertet die Emissionen eines neuen, nicht-fossilen Rohstoffs.
(Bild: BASF)

Forscher der ETH Zürich haben in Zusammenarbeit mit der BASF eine alternative Nutzung von gemischten Kunststoffabfällen untersucht - Recycling zusammen mit Biomasse. Die Ergebnisse zeigen: Das Recycling von einem Kilogramm Automobil-Shredder-Rückständen mit drei Kilogramm biogenem Material reduziert die Treibhausgasemissionen um mehr als drei Kilogramm CO2-eq. verglichen mit der Verbrennung unter Energierückgewinnung. 

Die ETH-Studie schließt sich an ein Pilotprojekt an, das von BASF und der Best GmbH Mitte 2025 durchgeführt wurde. Zum ersten Mal ließ sich in diesem Projekt in der Pilotanlage die Gasifizierung von Biomasse zusammen mit Kunststoffabfall aus dem Automobil-Schredder durchführen. 

Weniger Abfall, neue Rohstoffe, verminderte Emissionen

Die Studie zeigt: Anstatt weiterhin Bio- und gemischte Kunststoffabfälle zur Strom- und Dampferzeugung zu verbrennen, wird durch das gemeinsame Gasifizieren neben Dampf vor allem Synthesegas erzeugt, ein wichtiger Rohstoff für Chemikalien. 

„Das Schließen des Kohlenstoffkreislaufs durch Kunststoffrecycling ist nicht nur vorteilhaft für das Klima, sondern auch entscheidend für die Ressourcen-Schonung – ein wesentlicher Schritt hin zu einer Kunststoffindustrie, die innerhalb der planetaren Grenzen operiert“, sagt André Bardow, Professor an der ETH Zürich.   

ETH und BASF fordern Unterstützung von der Politik

Um fossile Rohstoffe durch Alternativen aus Kunststoff- und Bioabfall zu ersetzen, ist jedoch ein unterstützender Rechtsrahmen erforderlich, der gemischte Kunststoffabfälle als recycelbar anerkennt und für die Gesellschaft langfristige Ziele für das Recycling festlegt. „Ambitionierte Zielvorgaben statt Opt-out- und Überprüfungsklauseln sollten die Grundlage für politische Maßnahmen sein, die es der Industrie ermöglichen, ökologische Ziele zu erreichen“, erklärt Prof. Catharina Bening von der ETH. 

Die Gesetzgebung begünstigt bereits Gasifizierung von Bioabfall, was zu ersten Investitionen in Schiffs- und Flugkraftstoffe geführt hat. Eine vergleichbare Unterstützung für das Recycling von gemischten Kunststoffabfällen mit dieser Methode fehlt bisher. 

„Es ist einfach nicht effizient, separate Gasifizierungsanlagen für Bio- und Kunststoffabfälle zu betreiben. Stattdessen fordern wir eine Politik, die eine Mehrzweck-Nutzung der Anlagen mithilfe eines geprüften, flexiblen Massenbilanz-Ansatzes ermöglicht“, schließt Martin Jung, Präsident Performance Materials, BASF.

Eine Million Tonnen Kunststoffabfälle aus Altfahrzeugen sinnvoll nutzen

Das Mengenpotenzial für das Recycling von Kunststoffabfall aus dem Automobilbereich ist erheblich. Forscher schätzen, dass derzeit in Europa jährlich über eine Million Tonnen Kunststoffabfälle aus Kraftfahrzeugen verbrannt oder deponiert werden. 

Zwar gibt es Möglichkeiten, noch mehr und besser zu sortieren (beispielsweise für das mechanische Recycling), doch bleibt immer ein Reststrom an gemischten Abfallströmen übrig. Die neuen Forschungsergebnisse zeigen, dass das Recycling dieser Kunststoffabfälle zusammen mit Biomasse in einer Anlage mit Mehrzweck-Nutzung möglich ist und zu geringeren CO₂-Emissionen führt als die Verbrennung mit Energierückgewinnung. 

Durch die hohe Qualität der neuen zirkulären Rohstoffe, die aus diesen Abfällen hervorgehen, hätten die daraus gefertigten Produkte Neuwarequalität. Darüber hinaus erfüllen sie die anspruchsvollen Anforderungen von Hochleistungskunststoffen, wie sie vor allem für sicherheitsrelevante Automobilbauteile benötigt werden.

INFO

Bei den hier genannten Emissionen handelt es sich um Treibhausgas-Emissionen, gemessen als CO2-Emissionsäquivalente und gerechnet auf einer sogenannten Cradle-to-Gate-Basis.

Service
 
Die Ergebnisse dieser Studie werden aktuell für eine Publikation in einem Fachmagazin vorbereitet und sind auf Anfrage bereits jetzt über das Kontaktformular auf folgender Webseite verfügbar: www.plastics.basf.de/gasifizierung       

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