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Recycling und Abfallmanagement Handlungsdruck bei Umwelteinträgen bleibt hoch

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Auf der K 2025 präsentierte der VDMA die Ergebnisse der aktuellen Studie „Global Plastics Flow 2023“. Sie liefert Daten und Fakten zum Lebensweg von Kunststoffen in 45 Ländern. Dabei wird deutlich: Fortschritte beim Abfallmanagement und der Kreislaufführung erfordern tiefgreifende infrastrukturelle, politische, wirtschaftliche und soziale Veränderungen.

v.l.n.r.: Dr. Oliver Möllenstädt (Hauptgeschäftsführer GKV), Christoph Lindner (geschäftsführender Gesellschafter der Conversio Market & Strategy GmbH) und Thorsten Kühmann (Geschäftsführer Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA)(Bild:  VDMA)
v.l.n.r.: Dr. Oliver Möllenstädt (Hauptgeschäftsführer GKV), Christoph Lindner (geschäftsführender Gesellschafter der Conversio Market & Strategy GmbH) und Thorsten Kühmann (Geschäftsführer Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA)
(Bild: VDMA)

Die aktuelle Studie „Global Plastics Flow 2023“ – durchgeführt von Conversio Market & Strategy – zeigt, dass weltweit das Bewusstsein und die Initiativen für die umweltgerechte Behandlung von Kunststoffabfällen sowie für deren Kreislaufwirtschaft steigen, die Fortschritte aber bis jetzt nicht in zufriedenstellender Relation zur steigenden Kunststoffproduktion stehen.  

Die Analyse zeigt klar: Plastikabfall ist ein globales Problem, doch die Ursachen und Herausforderungen unterscheiden sich je nach Region erheblich. Investitionen in Abfall- und Recyclinginfrastruktur sowie eine konsequent ausgeweitete Herstellerverantwortung (EPR-Systeme) sind entscheidend, um die weltweite Fehlleitung von Kunststoffabfällen wirksam zu reduzieren und die Kreislaufwirtschaft auszubauen.

„Wir sind zuversichtlich, dass die Herausforderungen beim Abfallmanagement erkannt wurden und in vielen Teilen der Welt engagiert und koordiniert angegangen werden. Gleichzeitig können wir nicht zufrieden sein mit der Dynamik von Recycling und Abfallbehandlung im Vergleich zur Kunststoffneuproduktion“, so die Initiatoren der Studie BKV, GKV, VDMA, Wir sind Kunststoff und Messe Düsseldorf. 

Abfall wird zunehmend umweltgerecht entsorgt

Im Jahr 2023 wurden weltweit 414 Millionen Tonnen Kunststoffe produziert, während rund 300 Millionen Tonnen als Abfall entstanden. Treiber dieser Entwicklung sind das dynamische Wirtschaftswachstum in Asien, steigende Einkommen, Bevölkerungszuwachs und eine beschleunigte Industrialisierung – insbesondere in Teilen Chinas.

Erfreulich sei, dass 71 % des Plastikabfalls mittlerweile weltweit umweltgerecht behandelt werden (2018: 68 %). Der Anteil von „mismanaged plastic waste“ sei mit 29 % jedoch weiterhin besorgniserregend hoch, die Menge an unsachgemäß entsorgten Kunststoffabfällen wächst mit 1,9 % gleichwohl langsamer als die Gesamtabfallmenge, was auf eine allmähliche Verbesserung hindeutet. Problematisch bleibe die Situation in Ländern mit schwacher Infrastruktur für Abfallmanagement, darunter zahlreiche Regionen in Afrika und Asien. 

Umweltgerecht entsorgter Abfall verzeichnete mit 4,6 % das dynamischste Wachstum, was zeigt, dass die Abfallbehandlung aufholt und sich verbessert. Haupttreiber für diese Entwicklung sind die steigenden Kapazitäten für die energetische Verwertung in Asien. 

Der für das Recycling gesammelte Kunststoffabfall stieg um 3,0 % und signalisiert damit stetige Fortschritte, wenn auch langsamer als das Wachstum der gesamten Abfallmengen. „Trotz der ernüchternden globalen Zahlen zeigt die Studie vor allem auch ermutigende wirksame Hebel für ein verbessertes Abfallmanagement auf. Durch das Zusammenspiel verschiedener Instrumente kann eine nachhaltige Transformation erreicht werden“, so die Studien-Initiatoren. 

Dabei komme vor allem der erweiterten Herstellerverantwortung eine besonders effektive Rolle zu. „Übernehmen Hersteller finanziell und organisatorisch die Verantwortung für die Nach-Nutzen-Phase bewirkt dies langfristig einen Umschwung zu einem geschlossenen und nachhaltigen Kunststoff-Stoffstrom mit mehr Recycling und weniger Einträgen in die Umwelt.“

Anstrengungen lohnen sich

Am Beispiel der folgenden drei Länder/Regionen können die positiven Veränderungen anhand konkreter Zahlen nachvollzogen werden:

  • EU 27+3 : Der Kunststoffabfall ist von 2018 bis 2023 jährlich um durchschnittlich 2,1 % gewachsen. Der Abfall, der ordnungsgemäß entsorgt wurde, stieg im gleichen Verhältnis (2,2 %). Allerdings ist der Abfall, der für das Recycling gesammelt wurde, sogar um durchschnittlich 5,9 % pro Jahr gestiegen, die Abfalleinträge in die Umwelt sind um 0,6 % zurückgegangen.
  • Kolumbien: In Kolumbien ist der Kunststoffabfall um 1,7 % gewachsen. Der ordnungsgemäß entsorgte Abfall stieg um durchschnittlich 5,0 % pro Jahr und die Menge für das Recycling sogar um 24,6 %. Abfalleinträge in die Umwelt gingen um 6,5 % zurück. 
  • China: Jährlich stieg die Menge des Kunststoffabfalls um durchschnittlich 3,5 %. Die Abfallmenge, die ordnungsgemäß entsorgt wurde, wuchs um 8,3 % und die für das Recycling vorgesehene um5,9 %. Die Abfalleinträge in die Umwelt sanken in China sogar um 9,7 %.

„Diese Erfolge dienen als Beispiel und Ansporn, umweltgerechte Kunststoff-Kreisläufe mit Nachdruck voranzutreiben“, so die Studieninitiatoren. „Ein klares Bekenntnis zur Kreislaufwirtschaft zeigt Wirkung und muss auch auf globaler Ebene geschehen. Darum ist ein weltweites Kunststoffabkommen auch so wichtig.“ 

Stoffströme im Jahr 2018 und 2023

Die Studie „Global Plastics Flow 2023“ liefert wichtige Zahlen zur weltweiten Produktion von Kunststoffen, zu deren Kreislaufführung sowie auch zum Grad der geordneten Entsorgung und Behandlung. Auf globaler Ebene ergeben sich die folgenden Kernergebnisse im Vergleich zur Studie 2018:  

Produktion & Verarbeitung
Weltweit werden 414 Millionen Tonnen Kunststoff hergestellt (2018: 370 Millionen Tonnen). Zu den 377 Millionen Tonnen (überwiegend fossil-basiert) Neuware kommen weitere 37 Millionen Tonnen Rezyklat, mithin werden insgesamt 414 Millionen Tonnen Kunststoffe jährlich verarbeitet (2018: 370 Millionen Tonnen).

Abfälle & Abfallmanagement
Aus der Summe der gebrauchten Kunststoffgüter entstehen rund 300 Millionen Tonnen verbrauchernahe Kunststoffabfälle pro Jahr. (2018: 250 Millionen Tonnen). Davon werden 213 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle einem Abfallmanagement zugeführt. (2018: 171 Millionen Tonnen)  

Abfalleinträge in die Umwelt
87 Millionen Tonnen (= 29 %) Kunststoffabfälle werden unsachgemäß entsorgt, beispielsweise auf wilden Deponien oder achtlos weggeworfen (2018: 79 Millionen Tonnen, = 32 %)

Die Studie kann über die Homepage der BKV GmbH bezogen werden. 

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