Nachhaltigkeit in Schutzschaltern
Ist Rezyklat für sicherheitsrelevante Bauteile einsetzbar?

Von Philipp Lubus, Lukom Lubos Kommunikation 5 min Lesedauer

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Gehäuse von FI-Schutzschaltern sind sicherheitsrelevant. Siemens setzt hierfür erstmals ein Compound aus chemisch recyceltes Polyamid 6 ein. Der folgende Beitrag beschreibt die werkstofflichen Besonderheiten, die Recyclingtechnologie und die industrielle Validierung.

Für das Gehäuse des FI-Schalters Sentron 5SV3 setzt Siemens erstmals ein UL-zertifiziertes PA6-Compound aus chemisch recycelten Industrieabfällen ein.(Bild:  Domo)
Für das Gehäuse des FI-Schalters Sentron 5SV3 setzt Siemens erstmals ein UL-zertifiziertes PA6-Compound aus chemisch recycelten Industrieabfällen ein.
(Bild: Domo)

Die Anforderungen an Gehäusematerialien für Fehlerstrom-Schutzschalter sind klar definiert – sie umfassen thermische und mechanische Belastbarkeit, Flammschutz ohne halogenhaltige Zusätze, zuverlässige elektrische Isolation sowie Maßhaltigkeit unter Temperatureinfluss. Im Fall des Sentron 5SV3, einem FI-Schalter vom Typ A beziehungsweise AC, kommen zusätzliche Anforderungen wie eine hohe Schaltzyklenfestigkeit (über 10.000 Zyklen gemäß IEC 61008-1) und dauerhafte Kennzeichnungsfähigkeit hinzu. Siemens hat sich mit dem Einsatz von Technyl-4-Earth von Domo in genau dieser Anwendung auf Neuland begeben – denn erstmals wird ein Compound mit 50 % Recyclinganteil in einem UL-zertifizierten sicherheitskritischen Kunststoffgehäuse verwendet, und das im Serienmaßstab.