Fortschritt in der flexiblen Sensorik Bringt Wacker den Durchbruch für dehnbare Sensorelektronik?

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Lenz 2 min Lesedauer

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Mit dem Serienstart von Nexipal Sense bringt Wacker erstmals vorkonfektionierte, dehnbare Sensorlaminate auf den Markt – gefertigt in einem automatisierten Rolle-zu-Rolle-Prozess. Die flexiblen Bauteile eröffnen neue Anwendungen in der Medizintechnik, Robotik und Wearable-Industrie.

Wacker zeigt auf der Kunststoffmesse K 2025 elektroaktive Silikonlaminate der Marke Nexipal Sense. Druck- oder Dehnbewegungen erzeugt unterschiedliche Spannungszustände, die präzise Sensorsignale für Anwendungen in der Medizintechnik, Robotik oder im Sportbereich liefern. (Bild:  Wacker)
Wacker zeigt auf der Kunststoffmesse K 2025 elektroaktive Silikonlaminate der Marke Nexipal Sense. Druck- oder Dehnbewegungen erzeugt unterschiedliche Spannungszustände, die präzise Sensorsignale für Anwendungen in der Medizintechnik, Robotik oder im Sportbereich liefern.
(Bild: Wacker)

Der Chemiekonzern Wacker startet mit der Serienproduktion von Nexipal Sense am Standort Lindach bei Burghausen eine neue Phase der dehnbaren Elektronik. Die Sensorlaminate, gefertigt in einem eigens entwickelten, vollautomatisierten Rolle-zu-Rolle-Verfahren, bestehen aus hochflexiblen Silikonelastomeren und elektrisch leitfähigen Silikonschichten. Als weltweit erster Anbieter bringt das Unternehmen damit vorkonfektionierte, maßgeschneiderte Sensorbauteile in industriellem Maßstab auf den Markt.

Funktion durch Flexibilität: So arbeitet Nexipal Sense

Das Funktionsprinzip der Sensorlaminate basiert auf dem Aufbau eines flexiblen Kondensators: Bei Druck- oder Dehnbewegungen verändert sich die elektrische Kapazität des Bauteils – ein Effekt, der sich für präzise Sensorsignale nutzen lässt. Eingesetzt werden können die Bauteile unter anderem in der Medizintechnik, der Robotik sowie im Sportbereich.

Herzstück der Laminate sind hochdehnbare additionsvernetzende Silikonkautschuke, die eine extrem hohe Elastizität und Rückstellkraft bieten – auch nach mehreren Millionen Belastungszyklen mit Dehnungen von bis zu 200 %. Die Materialien sind zudem biokompatibel, UV-beständig und halten Temperaturen von -40 °C bis +180 °C stand.

Hochpräzise Fertigung mit Digitaldruck und KI

Die leitfähigen Schichten innerhalb der Laminate werden mittels Digitaldruck strukturiert. Möglich sind Elektrodengeometrien mit einer Pixelauflösung von nur 100 µm, was besonders filigrane Designs erlaubt. Durch die Prozessgestaltung lassen sich Größe, Form und Schichtanzahl in Sekundenschnelle anpassen – ideal für kundenspezifische Entwicklungen vom Prototypen bis zur Serienlösung.

Eine KI-gestützte Inline-Bildverarbeitung stellt sicher, dass jede Schicht exakt aufgetragen wird – mit einer Toleranz von nur ±5 µm.

Nachhaltige Produktion mit klarer Ausrichtung

Wacker hebt hervor, dass Nexipal Sense nicht nur technologisch, sondern auch ökologisch neue Maßstäbe setzt. Die Fertigung erfolgt im Niedrigenergieverfahren, frei von Lösungsmitteln, seltenen Erden und Schwermetallen. Der Produktionsstrom stammt aus einer firmeneigenen Photovoltaikanlage, die Abwärme der Anlage wird zum Heizen der Büroflächen genutzt.

Ausblick: Aktive Laminate in Planung

Bereits ab 2026 soll die nächste Entwicklungsstufe folgen: Nexipal Act – eine Aktuatorversion des Laminats. Diese Silikonlaminate verformen sich bei elektrischer Spannung präzise und lautlos. Damit erschließen sich neue Anwendungen in der Mensch-Maschine-Interaktion, insbesondere in der Automobiltechnik, der medizinischen Diagnostik und der weichen Robotik.

Messeauftritt auf der K 2025

Wacker wird Nexipal Sense vom 8. bis 15. Oktober 2025 auf der internationalen Kunststoffmesse K 2025 in Düsseldorf vorstellen. Besucher können die Technologie dort an einem interaktiven Exponat live testen.

Quelle: Wacker

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