Patrick Henzler, Sales Director bei WEIMA Maschinenbau, spricht im heutigen Interview über das PIR-Recycling und die Herausforderungen für die Recycler.
Der VDMA spricht in der Interviewreihe "Way2K" wieder bekannte Persönlichkeiten aus der Branche an.
(Bild: Dalle3/OpenAI)
Herr Henzler, wie entwickelt sich das Post-Consumer-Recycling am Markt?
Patrick Henzler, Sales Director bei Weima Maschinenbau
(Bild: Weima)
Patrick Henzler: Das Post-Consumer Recycling steht in Europa seit etwa zwei Jahren stark unter Druck. Viele unserer Kunden in diesem Bereich verlagern die Produktion ins kostengünstigere Ausland oder sie schließen ihren Betrieb nach 20 oder gar 30 Jahren ganz. Recycler, die im Post-Consumer-Bereich arbeiten, haben hohe Anforderungen an die Behandlung des Materials. Die Materialien sind verschmutzt, sie müssen gewaschen werden, teils noch sortiert werden – selbst wenn sie von einer Sortieranlage gekauft werden. Dadurch entsteht ein hoher Energieaufwand und damit in Deutschland hohe Kosten. Hinzu kommt der Mangel an gut ausgebildetem Personal. Schließlich setzen den Recyclern hierzulande die Ströme preisgünstigen Recyclingmaterials aus Asien zu, vor allem aus China. Dieses Material wird unter anderen Marktvoraussetzungen produziert: Die Personalanforderungen sind geringer, ebenso die Lohnkosten und die Energiekosten.
Henzler: Ja, hier sieht es grundsätzlich anders aus. Wenn jemand zum Beispiel Rohre herstellt, hat er seinen eigenen Produktionsabfall. Dieser Abfall ist sauber. Es entstehen dort nicht die hohen Kosten wie beim Post-Consumer-Abfall. Positiv ist auch, dass man die Kontrolle über den eigenen Abfallstrom hat. Zwar entwickelt sich dieser Bereich im Augenblick langsamer als früher. Aber nicht aus strukturellen Gründen, sondern wegen der weltweit schleppend laufenden Konjunktur. Projekte werden momentan häufig aufgeschoben, aber nicht abgesagt. Bei den Post-Production-Abfällen gibt es einen Druck zum Recycling. Es geht zum Beispiel darum, Entsorgungskosten zu vermeiden. Die Firmen investieren lieber in eine Recycling-Lösung, als dass sie jeden Monat hohe Logistikkosten stemmen müssen. Für uns als Maschinenbauer sind beide Bereiche sehr wichtig.
Was halten Sie bei Weima von dem Trend der Systemintegration?
Henzler: Diesen Trend gibt es. Viele Kunden wollen bei einer neuen Anlage alles aus einer Hand kaufen. Sie wollen die Verantwortung für die reibungslose Produktion an einen Systemanbieter abgeben. Das kann aber zur Folge haben, dass sie Kompromisse eingehen müssen, weil nicht jede Maschine in einer Anlage unbedingt die Beste ihrer Art sein muss. Wir gehen diesen Trend nicht mit und folgen stattdessen dem Motto “Schuster bleib bei deinem Leisten”. Wir sind der Überzeugung, wenn man alles macht, macht man es nicht so gut. Wir kennen unsere Produkte, aber wir nehmen auch neue Produkte hinzu und entwickeln sie weiter. Wir haben zum Beispiel eine Firma übernommen, die Entwässerungspressen herstellt. Früher wurden die hauptsächlich im Lebensmittelbereich eingesetzt. Wir haben diese Entwässerungspresse jetzt so weiterentwickelt, dass sie auch in Waschanlagen eingesetzt werden kann. Am Ende der Anlage steht dann eine unserer klassischen Zerkleinerungsmaschinen. Das ist für uns eine Effizienzsteigerung.
Was trägt Weima zur Lösung des Fachkräftemangels bei?
Henzler: Wir ermöglichen dem Kunden einen effizienten Einsatz seines Personals an unseren Maschinen. Stichwort Wartungsfreundlichkeit. Die Kunden möchten die notwendige Wartung der Maschinen so schnell wie möglich durchführen und sie möchten immer häufiger auch zur Maschinenüberwachung übergehen. Denn der Mangel an Wartungspersonal ist in ganz Europa heute schon gravierend und wird sich weiter vergrößern. Da haben wir ein spezielles Tool, WE.monitor, entwickelt, das Störungen erkennt und auch ein automatisches Gegensteuern ermöglicht. Wir vereinfachen und optimieren also die Wartung. Die Kunden geben sehr viel Geld für eine Maschine aus, deshalb bitten sie uns, die Maschinen so zu entwickeln, dass sie so wenig wie möglich von Personal abhängig sind.
Welchen Beitrag leistet Weima zur Nachhaltigkeit?
Henzler: Weima legt als Firma sehr großen Wert darauf. Wir haben zum Beispiel alle Hallendächer in unserer Produktion mit Solaranlagen ausgestattet und versorgen uns selbst mit Strom. Bezogen auf unsere Produkte tragen wir durch eine hohe Energieeffizienz zur Nachhaltigkeit bei. Unsere Maschinen verbrauchen wenig Strom, sie können Material sehr resourcenschonend verarbeiten. Allerdings sind die Auflagen für das Recycling in Europa sehr hoch und führen zu hohen Kosten. Diese Kosten haben Wettbewerber anderswo nicht. In vielen Ländern wird das Brauchwasser einer Waschanlage einfach in den nächsten Fluss geleitet. Je mehr aber in diesen Ländern das Bewusstsein für nachhaltiges Wirtschaften steigt, desto größer ist die Chance für europäische Maschinenbauer, dort eine Vorreiterrolle einzunehmen.
Stand: 16.12.2025
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Henzler: Wir sind recht optimistisch und erwarten daher eine Reihe von Anfragen. Trotz der genannten Probleme im Post-Consumer-Bereich. Die betreffen Europa und die USA, aber man darf nicht vergessen, dass die Märkte in Asien Wachstumsmärkte sind. Die Welt ist nicht homogen und ein international aufgestelltes Unternehmen wie wir hat immer den Vorteil, Geschäft über die verschiedenen Regionen der Welt auszugleichen. Wir erwarten auf der K auch neue Anfragen im Bereich des Post-Industrial Recycling. Grundsätzlich erwarten wir weniger Geschäftsabschlüsse als bei den vorherigen Messen. Viele Unternehmen warten erst einmal ab und realisieren ein geplantes Projekt ein oder zwei Jahre später. Quelle: VDMA