Kunststoffrecycling
Kreislauffähig durch Sollbruchstellen

Dr. Timo Witt, Chief Technology Officer (CTO), Aevoloop 5 min Lesedauer

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Recyclingquoten zieren heute fast jede Nachhaltigkeitsbroschüre – doch am Ende landen Verpackungen, Folien oder Spritzgussteile noch allzu oft im Downcycling. Ein neuer Ansatz ermöglicht, Kunststoffe wieder in ihre Bausteine zu zerlegen ganz ohne die Energielast klassischer chemischer Recyclingverfahren.

Als Feedstock dienen Kunststoffabfälle, die in einem energiearmen Prozess in hochwertige Plattformchemikalien umgewandelt werden.(Bild:  Aevoloop)
Als Feedstock dienen Kunststoffabfälle, die in einem energiearmen Prozess in hochwertige Plattformchemikalien umgewandelt werden.
(Bild: Aevoloop)

Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) sind die Arbeitstiere der Branche – robust, preiswert, überall einsetzbar. Doch ihre langen, reaktionsträgen Kohlenstoffketten lassen sich kaum zurückbauen. Beim mechanischen Shreddern und Umschmelzen werden die Polymerketten quasi unverändert wiederverwertet und in der Formulierung vorhandene Farb- und Additivreste mischen sich unkontrolliert ein. Effektiv lässt sich ein Polyolefinartikel nach dem mechanischen Recycling damit häufig nicht wieder in der gleichen Anwendung einsetzen. Das Ergebnis ist Downcycling – wertvolle Moleküle gehen verloren, und die CO2-Bilanz verbessert sich nur marginal.