Von gepressten Big-Bags bis zum Styropor – KVZ Hintermayr recycelt das, was andere oft nicht können. Mit der Installation des Schredders VIZ 1700 von Vecoplan optimierte der bayerische Recycler seine Prozessflexibilität und Energieeffizienz. Der Schredder lässt sich an die unterschiedlichsten Materialien anpassen, reagiert zuverlässig auf Störstoffe und arbeitet dank seines Antriebskonzepts energieeffizient.
v. l.: Gründer Karl Hintermayr, der das Unternehmen an seine Söhne Franz-Xaver und Veit-Killian übergeben hat, und Bastian Wienen von Vecoplan.
(Bild: Vecoplan)
„Wir recyceln das, woran viele andere scheitern“, sagt Franz-Xaver Hintermayr, Geschäftsführer von KVZ Hintermayr. Formteile, Angüsse, Schäume, Folien, Vliese, Anfahrklumpen – die Liste ist lang. „Unser Spektrum reicht von sehr kompakten, steinharten Kunststoffen bis hin zu leichten, großvolumigen Bauteilen.“ Häufig sind die thermoplastischen Materialien zusätzlich mit Füllstoffen versehen oder fest mit Metall oder Papier verbunden. „Zu unseren Kunden gehören zum Beispiel Folienhersteller und Spritzgießer. Sie schicken uns ihr Abfallmaterial, wir bereiten es auf, damit sie es in ihre Produktion zurückführen können – Stichwort Close-the-Loop. Dazu kommen Compoundierer, die das Material mit Zusatzstoffen versehen und veredeln.“
Die zu verarbeitenden Abfälle sind ganz unterschiedlich. Gepresste Styroporballen zählen genauso dazu wie Halbzeuge aus der Kunststoffproduktion oder Ballen- und Rollenformen.
(Bild: Vecoplan)
Franz-Xaver Hintermayr ist Ingenieur, und er führt gemeinsam mit seinen Brüdern Karl-Friedrich und Veit-Kilian das Recycling-Unternehmen in zweiter Generation. Der Familienbetrieb versorgt den Sekundärrohstoffmarkt mit jährlich knapp 6.000 t. hochwertigen Mahlgütern und Regranulaten, die vorwiegend nach Deutschland und in die Nachbarländer wie Italien, Österreich, die Niederlande und Spanien geliefert werden.
Eine frühe Form des Recyclings
Alles begann Mitte der 1980er-Jahre, als ihr Vater Karl Hintermayr in Gersthofen bei Augsburg einen Stall für fast 800 Rinder baute. „Wir wollten hochwertiges Rindfleisch verkaufen“, erinnert er sich. Um die Tiere zu füttern, nutzte er Nebenprodukte von benachbarten Betrieben – Kartoffelschalen oder auch Rübenschnitzel. „Wir haben sehr viele Reste wiederverwertet – quasi eine frühe Form des Recyclings“, resümiert er.
Vom Rinderstall zum Recycler
Der umgebaute Rinderhof von KVZ Hintermayr in Gersthofen
(Bild: Vecoplan)
Die Erfolgsgeschichte der KVZ Hintermayr GmbH begann unkonventionell: Unternehmensgründer Karl Hintermayr startete den Betrieb in einem umgebauten Rinderstall. Was als landwirtschaftlicher Betrieb begann, entwickelte sich unter seiner Führung zu einem spezialisierten Recyclingunternehmen. Heute wird der Betrieb in der zweiten Generation von den Söhnen Franz-Xaver und Veit-Killian Hintermayr geleitet.
Doch mit der Öffnung des Ostblocks brachen die Preise ein. Als dann auch noch die Tierseuche BSE nach Deutschland schwappte und zahlreiche Rinder verendeten, rechnete sich der Betrieb bald nicht mehr. Karl Hintermayr musste umdenken. „Der Recycling-Gedanke gefiel mir“, sagt der Firmengründer. „Also räumten wir im Jahr 2000 den Stall leer und bauten ihn zu einer Halle mit zwei Etagen um. Wir stellten einen Zerkleinerer und eine Schneidmühle hinein und legten damit den Grundstein für das neue Unternehmen.“
Spezialist für herausfordernde Materialströme
„Wir haben im Lauf der Jahre schnell gemerkt: Wenn wir bestimmte Kunststoffe nicht bearbeiten können, sind wir rasch draußen“, erläutert Franz-Xaver Hintermayr. Er entschied sich deshalb, Kunststoff- und Kautschuktechnik zu studieren, um Fachwissen in den Betrieb zu holen. Damit konnte er das Unternehmen voranbringen.
Seit 2008 befindet sich neben dem umgebauten Rinderhof im knapp 20 Kilometer entfernten Wertingen ein zweiter Standort. Dort hat KVZ Hintermayr seine beiden Extruderlinien installiert. Bevor das Material auf die Extruder aufgegeben werden kann, muss es zerkleinert werden. „Für Folien und das leichte expandierte Polypropylen (EPP) hatten wir einen Einwellenzerkleinerer kombiniert mit einer Schneidmühle im Einsatz“, beschreibt Franz-Xaver Hintermayr. „Für Hartkunststoffe und Styropor einen weiteren Zerkleinerer.“
Der Zerkleinerer VIZ 1700 von Vecoplan: flexibel, wartungsarm und energieeffizient.
(Bild: Vecoplan)
Um den Durchsatz zu erhöhen, benötigte das Unternehmen einen neuen Extruder. Dazu setzt der Recycler seit Jahren auf einen etablierten Hersteller von Extrudertechnik aus Österreich. Auf der IFAT 2024 in München wurden die Hintermayr-Brüder fündig. Dazu brauchten sie allerdings auch einen passenden Zerkleinerer, der mit dem neuen Extruder Schritt halten konnte und sich reibungslos anbinden lässt. Auf der Messe wurden sie auf den VIZ 1700 von Vecoplan aufmerksam. Das neue Design machte sie neugierig.
Umfassender Service
Vecoplan mit Hauptsitz in Bad Marienberg im Westerwald entwickelt Anlagensysteme, die Holz, Biomasse, Kunststoffe, Papier oder Haus- und Gewerbeabfall zerkleinern, fördern, separieren und lagern. „Wir stellen unseren Kunden nicht einfach nur eine Maschine vor die Tür. Zu unseren Aufgaben gehören auch ein ganzheitliches Projektmanagement sowie Montage, Inbetriebnahme und ein umfassender Service“, erklärt Bastian Wienen, Gebietsvertriebsleiter bei Vecoplan.
Er lud die Verantwortlichen von KVZ Hintermayr ins Technikum nach Bad Marienberg ein. „Unser neuer Zerkleinerer sollte die unterschiedlichen Materialien schreddern und auch verarbeiten können“, erläutert Veit-Kilian Hintermayr. „Der neue VIZ reagiert auf diesen enormen Materialmix sehr flexibel.“ Wichtig ist zudem: Die Maschine muss zuverlässig funktionieren, sonst steht die komplette Produktionslinie still. Vecoplan lieferte die Anlage im Dezember 2024. Seit der Inbetriebnahme der neuen Extrusionslinie läuft der Zerkleinerer im Drei-Schichtbetrieb.
Stand: 16.12.2025
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Maximaler Durchsatz unterschiedlicher Kunststoffe
In der Halle in Wertingen kippt ein Mitarbeiter das zu schreddernde Material mithilfe eines Teleskopladers in den Zerkleinerer. Durch den großen Schneidraum und die innovative Rotorgeometrie entsteht ein homogenes Gemisch, das über eine Schnecke zu einem Sauggebläse, dann ins Vorhaltesilo und schließlich zum Extruder gelangt.
Das homogenisierte Output-Material nach der Zerkleinerung.
(Bild: Vecoplan)
„Mit seinen Eigenschaften und der daraus resultierenden flexiblen Einsatzbreite verbindet der VIZ die Eigenschaften eines klassischen Einwellenzerkleinerers und einer Mühle“, erklärt Franz-Xaver Hintermayr. „In Abhängigkeit von den vorherrschenden Einsatzbedingungen liegt die maximale Durchsatzleistung des VIZ in diesem Anwendungsbereich bei 2.000 Kilogramm“, sagt Wienen. „Er ist hoch verfügbar, überzeugt durch niedrige Betriebskosten und einen maximalen Durchsatz, und er bearbeitet eine große Bandbreite unterschiedlicher Kunststoffe.“
Bei der Entwicklung lag der Fokus auf der flexiblen Schneidgeometrie. Über die Rotor- und Messerbestückung sowie die entsprechende Siebwahl kann Vecoplan die Maschine detailliert an die Input- und Output-Anforderungen anpassen. Die Leistungsfähigkeit lässt sich schnittstellengenau abstimmen.
Ein beeindruckender Antrieb
Überzeugt war KVZ Hintermayr vor allem auch vom anlauf- und drehmomentstarken HiTorc-Antrieb: Durch den Wegfall mechanischer Antriebselemente, wie Riemen- oder Zahnradantrieben, Schwungrädern und Kupplungen, kann die Effizienz um bis zu 25 % gesteigert werden. Im Vergleich zu anderen elektromechanischen Antrieben sparen so ausgerüstete Zerkleinerer bis zu 40 % Energie ein – im Vergleich mit hydraulischen Antrieben sogar bis zu 60 %. Das reduziert nicht nur die Stromkosten, sondern auch den CO2-Ausstoß deutlich.
Der HiTorc: Im Vergleich zu anderen elektromechanischen Antrieben spart er deutlich Energie.
(Bild: Vecoplan)
„Durch die hohe Drehzahlvarianz lässt sich der Antrieb stufenlos auf die optimale Betriebsdrehzahl der verschiedensten Inputmaterialien anpassen – zum Beispiel Styroporballen langsam und Filamente schnell“, beschreibt Franz-Xaver Hintermayr. Dazu kommt: Selbst, wenn sich nur wenige Störstoffe im Material befinden, erkennt eine Schocksensorik diese sofort. Der Antrieb reagiert unmittelbar. Damit sind Folgeschäden nahezu ausgeschlossen. Dank der hydraulisch aufschwenkbaren Bodenklappe können alle Arbeiten ergonomisch durchgeführt werden. Der Schnittspalt lässt sich von außen präzise und sicher an der Maschine einstellen.
Durch den starken Motor und die V-Rotor-Anordnung läuft die Maschine immer an. Das reduziert Stillstände und unnötiges Leerräumen.
(Bild: Vecoplan)
„Dank des starken Motors und der V-Rotor-Anordnung läuft die Maschine immer an. Das reduziert Stillstände und unnötiges Leerräumen. Wir können zudem viele Parameter selbst ändern und als Rezept hinterlegen“, ergänzt Veit-Kilian Hintermayr. Ausgerüstet ist der Zerkleinerer im Standard mit dem Vecoplan Smart Center (VSC). In dieses Digitalisierungskonzept ist das intuitive Bedienpanel VSC.control integriert, das als Kommunikationsmedium für die moderne Steuerung und die direkte Verbindung mit Vecoplan dient.
Remote Service und Kontrolle
Ausgerüstet ist der Zerkleinerer im Standard mit dem Digitalisierungskonzept Vecoplan Smart Center (VSC).
(Bild: Vecoplan)
Mithilfe des VSC.connect werden die Maschinen vernetzt. Damit bietet es die Möglichkeit, online auf zusätzliche Serviceleistungen zuzugreifen, darunter Remote Service, Schlüsselkennzahlen und eine Media-Datenbank, etwa mit Self-Service-Tutorials. Über eine im Schredder installierte Kamera lassen sich die sensiblen Bereiche jederzeit kontrollieren – das ist bequem vom Sofa zuhause oder über Tablets am Teleskoplader. „Bei Bedarf können wir sofort eingreifen“, erklärt Franz-Xaver Hintermayr zufrieden.
Ein hydraulischer Linearschieber drückt das Material vollautomatisch und lastabhängig in den Arbeitsbereich des Rotors. Dieser lässt sich auf Wunsch oder Anforderung zudem individuell programmieren. Durch den schräg gelagerten Schieber und den sehr langsam drehenden Rotor kann die Maschine effizient leerlaufen. Das spart Zeit beim Materialwechsel.
Franz-Xaver Hintermayr betont: „Mit Vecoplan haben wir einen Partner, der auch dann zuverlässig ist, wenn es kompliziert wird – und genau das schätzen unsere Kunden auch an uns.“