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Teilehandling neu gedacht Low-Cost-Automation für Spritzgießmaschinen

Von Alexander Mühlens 4 min Lesedauer

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Wie steigert Low-Cost-Automation das Teilehandling beim Spritzgießen? Boy und Igus liefern mit einer Automatisierungslösung den Gamechanger für das Spritzgießen im KMU-Format.

Kai Schmitz, Produktmanager Automatisierungstechnik & Robotik bei Igus (links), und Dr.-Ing. Patrick Messer, Leiter Anwendungstechnik BOY, vor dem Spritzgießautomaten BOY 35 E mit integriertem Low-Cost-Automation-Raumportal von Igus.(Bild:  Igus)
Kai Schmitz, Produktmanager Automatisierungstechnik & Robotik bei Igus (links), und Dr.-Ing. Patrick Messer, Leiter Anwendungstechnik BOY, vor dem Spritzgießautomaten BOY 35 E mit integriertem Low-Cost-Automation-Raumportal von Igus.
(Bild: Igus)

Betritt man das Technikum der Dr. Boy GmbH & Co. KG im rheinland-pfälzischen Neustadt, so fallen direkt die vielen kompakten Spritzgießautomaten der unterschiedlichsten Baureihen ins Auge. Auf nur wenigen Quadratmetern Grundfläche reiht sich eine blau-gelbe Maschine an die nächste. „Genau diese geringen Abmaße bieten den Anwendern viele Vorteile“, erklärt Dr.-Ing. Patrick Messer, Leiter Anwendungstechnik bei Boy. „Mehrere kleinere Spritzgießmaschinen sind häufig nicht nur energieeffizienter und günstiger als eine einzelne große Maschine, sondern bieten Kunden auch eine hohe Flexibilität auf kleinstem Raum.“ Sie ließen sich besser skalieren und auch Stillstände würden minimiert. „Denn wenn man viele kleine Maschinen im Einsatz hat und eine davon gewartet wird, können die anderen problemlos weiterarbeiten.“ Bei allen Spritzgießautomaten setzt Boy auf besonders niedrige Betriebskosten und geringe Verbrauchswerte. Seit der Unternehmensgründung 1968 zeichnen sich alle Maschinen durch ihre Kompaktbauweise und das vollhydraulische Zwei-Platten-Schließsystem aus. Sämtliche Baugruppen – von der Schließ- und Spritzeinheit bis zum Antrieb – sind optimal aufeinander abgestimmt und bieten so eine zuverlässige und effiziente Leistung. Das gilt auch für die Boy 35 E im Technikum, ein vierholmiger, servohydraulischer Schneckenkolben-Spritzgießautomat mit Zwei-Platten-Schließeinheit und ausschwenkbarer Spritzeinheit. Mit dem verwindungssteifen Schließsystem und der hohen Leistungsfähigkeit der Spritzeinheit eignet sich der vielfach bewährte Spritzgießautomat besonders zur Herstellung von Präzisionsteilen in engen Toleranzbereichen. Die Boy 35 E ist mit weniger als zwei Quadratmetern Aufstellfläche nicht nur die kompakteste Spritzgießmaschine ihrer Klasse, sie erzielt auch mit den nachweislich geringsten Maschinenstundensätzen ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Sechs Größen von Spritzeinheiten mit sechs verschiedenen Schneckendurchmessern ermöglichen die individuelle Ausrichtung der Maschinenperformance je nach gestellter Anforderung.

Einfaches Teilehandling dank Low-Cost-Automation

Eine Version der Boy 35 E im Technikum unterscheidet sich allerdings von den anderen. Hier fallen die Spritzgussteile aus dem Werkzeug nicht in einen Behälter, sondern werden gegriffen und abgelegt. Dafür sorgt bei näherem Hinsehen ein Raumportal, das in einem Aufbau in die Maschine integriert ist und so keinen zusätzlichen Platzbedarf benötigt. Das Raumportal ist Teil des breiten Low-Cost-Automation-Angebots des Motion-Plastics-Spezialisten Igus. Das Ziel: Kunden sollen schnell und unkompliziert einen Pick & Place-Linearroboter für Aufgaben rund um Palettierung, Sortierung, Etikettierung oder Qualitätsprüfung in Betrieb nehmen können. Eine Investition, die risikoarm ist und sich in aller Regel schnell amortisiert. Dank dieser Automatisierung können Betriebe ihre Mitarbeiter beispielsweise von zeitaufwändigen und monotonen Palettieraufgaben entlasten und Ressourcen für wichtigere Aufgaben gewinnen.

Kein Wartungsaufwand

Das Low-Cost-Automation-System selbst verursacht dabei keinen Wartungsaufwand. Die Linearachsen bestehen aus korrosionsfreiem Aluminium, die Schlitten bewegen sich über Gleitlager aus Hochleistungskunststoff, die dank integrierter Festschmierstoffe über viele Jahre einen reibungsarmen Trockenlauf ohne externe Schmiermittel ermöglichen – selbst in staubigen und schmutzigen Umgebungen. „Bei Bedarf lassen sich die Portale dank eines Online-Konfigurators in nur fünf Minuten individuell zusammenstellen und programmieren“, macht Kai Schmitz, Produktmanager Automatisierungstechnik & Robotik bei Igus, deutlich. „Interessenten erhalten sofort den Preis und können dank ‚Test before Invest‘ Funktionstests im Online-Konfigurator durchführen sowie CAD-Daten mit technischer Zeichnung herunterladen.“ Der Low-Cost-Automation-Portalkonfigurator ist zudem an den Marktplatz RBTX angebunden, auf dem verschiedenste Anbieter von erschwinglicher Robotik ihre Produkte und Kompetenzen bündeln. Hier finden sich nicht nur Linearroboter, sondern auch Scara-, Gelenkarm- und Deltaroboter. Kombinieren lassen sich diese mit Vision-Systemen, Greifern, GUIs, Motoren, Sensoren und Steuerungen verschiedener Hersteller. Alle Komponenten, die im Konfigurator zur Verfügung stehen, kann man miteinander kombinieren. Zudem wurden Kompatibilitätstests durchgeführt. Dadurch wissen Anwender bei jeder Konfiguration, dass die Komponenten auf der Hardware- und Softwareseite zusammenpassen, und das mit Festpreisgarantie.

Das schmierfreie Raumportal ist in einem Aufbau in den Spritzgießautomaten integriert und benötigt keinen zusätzlichen externen Platz. Es ist Teil des Low-Cost-Automation-Angebots von Igus.(Bild:  Igus)
Das schmierfreie Raumportal ist in einem Aufbau in den Spritzgießautomaten integriert und benötigt keinen zusätzlichen externen Platz. Es ist Teil des Low-Cost-Automation-Angebots von Igus.
(Bild: Igus)

Elektrik ersetzt Pneumatik

Bei Boy schließen die Low-Cost-Automation-Linearportale von Igus die Lücke zwischen dem Boy Handling LR5 und pneumatischen Pickern, wenn es um das Teilehandling geht. Denn die pneumatische Lösung sei häufig zu unflexibel, gerade bei Änderungen, wie Patrick Messer betont. „Immer mehr Kunden wollen weg von Pneumatik und auf elektrisch angetriebene Komponenten umsteigen. Nicht nur, weil Druckluft ein Kostenfaktor ist. Der Vorteil eines elektrisch angetriebenen Drylin-Raumportals ist auch, dass es sich einfach einrichten, anpassen und initiieren lässt. Es macht eine Referenzierfahrt und dann lässt sich der Vorgang starten.“ Dafür nutzen die Neustädter eine eigens entwickelte Software-Lösung für ihre Spritzgießmaschinen. Die Boy 35 E mit integrierter Low-Cost-Automation von Igus wurde erstmals auf der Fakuma 2023 gezeigt – und stieß gleich auf große Aufmerksamkeit. Patrick Messer betont: „Es gibt ein großes Kundenportfolio, das ein hohes Interesse an einem geordneten Teilehandling hat, sodass die Spritzgussteile im anschließenden Handling nicht beschädigt und sortiert abgelegt werden. Daher überzeugt diese platzsparende und einfache Low-Cost-Entnahmelösung, zumal die Maschine dadurch nicht größer geworden ist.“

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