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Europäische Chemieindustrie  Münchner Investoren kaufen Sabic-Geschäfte

Verantwortliche:r Redakteur:in: Melanie Ehrhardt 2 min Lesedauer

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Sabic zieht sich weitgehend aus Europa zurück. In zwei getrennten Deals verkauft der größte Chemieproduzent vom Golf seine Anlagen für Petrochemie und Kunststoff. Zwei Unternehmen aus Deutschland greifen zu.

Sabic-Werk im niederländischen Geleen: Die Münchner Industrieholding Aequita übernimmt den Standort.(Bild:  Sabic)
Sabic-Werk im niederländischen Geleen: Die Münchner Industrieholding Aequita übernimmt den Standort.
(Bild: Sabic)

Sabic verkauft seine europäischen Anlagen für Petrochemie und Kunststoff im Volumen von 950 Millionen Dollar. Dazu gehört auch ein Werk in Gelsenkirchen, wo das Unternehmen die Massenkunststoffe Polyethylen und Polypropylen herstellt. 

Der Chemiekonzern möchte sich auf den heimischen Markt am Persischen Golf, vor allem aber auf Asien konzentrieren – gegenwärtig die einzige Region, in der die Chemie noch wächst. In Europa hingegen kämpften die Araber mit der anhaltenden Nachfrageschwäche im gesamten Chemiegeschäft und den hohen Energiepreisen.

Finanzinvestor übernimmt Sabic-Geschäft mit Hochleistungskunststoffen

Laut einem Bericht des Handelsblattes war es abzusehen, dass Sabic für seine Anlagen in Europa keinen Käufer aus der Branche finden würde. Stattdessen greift unter anderem der Münchener Finanzinvestor Mutares zu. Er übernimmt den Geschäftsbereich mit Hochleistungskunststoffen in Europa und den USA (ETP).

Für Mutares ist es die bisher größte Transaktion. Die Gesellschaft will in dem Sektor ebenfalls expandieren und schafft ein neues Segment Chemicals & Materials. Die Münchner wollen in dem Sektor ebenfalls expandieren und schaffen ein neues Segment Chemicals & Materials.

Das ETP-Geschäft ist der weltweit zweitgrößte Hersteller von Polycarbonat. Zum Produktportfolio gehören zudem Polybutylenterephthalat, ABS-Harze sowie Compoundierungslinien. Das Geschäft erzielte zuletzt einen Umsatz von ca. 2,5 Mrd. US-Dollar.

Der Abschluss der Transaktion wird vorbehaltlich der üblichen Genehmigungen für das zweite Halbjahr 2026 erwartet.

Petrochemiegeschäft geht an Münchner Industrieholding 

Auch das Petrochemiegeschäft geht nach München. Aequita expandiert mit dem Kauf weiter in der kriselnden Basischemie Europas.  Vergangenes Jahr beispielsweise hat die Gesellschaft das Olefin- und Polyolefingeschäft von LyondellBasell in Europa übernommen.

Nun kommen die Sabic-Anlagen dazu. Neben Gelsenkirchen geht es um den Hauptstandort von Sabic im niederländischen Geleen sowie die Werke in Genk (Belgien) und Teesside (Großbritannien). Das Geschäft erzielte zuletzt einen Umsatz von etwa 3,5 Mrd. US-Dollar. Aequita will diese organisatorisch und operativ mit jenen Anlagen zusammenführen, die es von Lyondell erworben hat. Die Münchener Industrieholding übernimmt auch die Petrochemiewerke von Sabic in den USA.

Der Abschluss der Transaktion wird für Ende 2026 erwartet. Voraussetzung sind die Zustimmung der zuständigen Wettbewerbs- und Aufsichtsbehörden sowie die Erfüllung weiterer üblicher Vollzugsbedingungen. 

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