Der Herausforderung gewachsen 
Wie Pilzwerkstoffe im Interieur eingesetzt werden können

Von Simone Fischer 7 min Lesedauer

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Nachhaltigkeit ist ein zentraler Treiber für Innovationen in der Automobilbranche. Die Edag Group hat für eine Fahrzeuginnenraum-Komponente Myzel eingesetzt. Die Motivation bestand in der Reduktion des CO2-Rucksacks, der von jedem Bauteil im Fahrzeug getragen wird, sowie das Einsparen von Ressourcen. Dadurch rücken biologische Werkstoffe in den Fokus. Eine Lösung stellen myzelbasierte Werkstoffe dar, die sogar als CO2-Speicher dienen und vollständig kompostierbar sind.

In die Halbschalen der Sonnenblenden können Einlegeteile integriert werden. Diese werden vom Myzel umwachsen.(Bild:  Edag Group)
In die Halbschalen der Sonnenblenden können Einlegeteile integriert werden. Diese werden vom Myzel umwachsen.
(Bild: Edag Group)

Die Automobilindustrie steht vor der Herausforderung, innovative und umweltfreundliche Materialien zu etablieren, ohne dabei Kompromisse bei Qualität und Sicherheit einzugehen. Kunststoffbasierte Innenraumkomponenten verursachen CO₂-Emissionen und sind häufig schwer zu recyceln. Beim Recycling werden die Materialien durch erneuten Energieaufwand und damit neuen CO2-Ausstoß umgewandelt in ein Rezyklat, das in neuer Form ein zweites und irgendwann vielleicht noch ein drittes Produktleben erhält. Trotzdem fällt irgendwann die Entsorgung an, die erneuten Ausstoß erzeugt. Dieses Prinzip verschiebt die Entsorgung nur auf unbestimmte Zeit in die Zukunft. Aktuell wird dieses Vorgehen noch als nachhaltig angesehen.