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Chemisches Recycling Wertvolles aus Windelabfällen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Melanie Ehrhardt 1 min Lesedauer

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In einem gemeinsamen Pilotprojekt haben Essity, BASF und die Technische Universität Wien Lösungen für das Recycling von gebrauchten Windeln untersucht. Das Mittel der Wahl: die Gasifizierung. Erste Ergebnisse sind vielversprechend. 

BASF startet Pilotprojekt zur Gasifizierung von Windelabfällen(Bild:  ReadyElements /  Pixabay)
BASF startet Pilotprojekt zur Gasifizierung von Windelabfällen
(Bild: ReadyElements / Pixabay)

Knapp 95 Prozent aller Kinder tragen laut Angaben des Bundesumweltministeriums in den ersten Jahren Einwegwindeln. Ein Neugeborenes braucht 6 bis 8 Windeln am Tag; in der gesamten Wickelphase kommt man auf rund 5.000 Windeln pro Kind. So werden täglich insgesamt 10 Millionen Einwegwindeln verbraucht. Das sind insgesamt 154.680 Tonnen Windeln pro Jahr – allein in Deutschland.

Pilotprojekt zur Gasifizierung von Windelabfällen

Gebrauchte Babywindeln und andere absorbierende Hygieneprodukte wie Slipeinlagen oder Inkontinenzprodukte sind aufgrund ihrer Materialzusammensetzung, wie superabsorbierende Polymere (SAP), Vlies sowie den biogenen und pharmazeutischen Rückständen schwer zu recyceln. In einem gemeinsamen Pilotprojekt haben Essity, BASF und die Technische Universität Wien Lösungen für das Recycling von gebrauchten Windeln untersucht.

Das Mittel der Wahl: die Gasifizierung. Dabei handelt es sich um ein chemisches Recyclingverfahren, bei dem Feststoffe wie Abfälle ohne Verbrennung hohen Temperaturen von über 800°C ausgesetzt werden. Dabei entstehen unterschiedliche Gase, darunter Kohlenmonoxid und Wasserstoff, die als Rohstoff in der chemischen Produktion verwendet werden können.

Gasifizierung von Windelabfällen (schematische Darstellung)
(Bild: BASF)

Das Pilotprojekt zur Gasifizierung zeigt, dass gebrauchte Windeln und andere absorbierende Hygieneprodukte ohne aufwändige Vorbehandlung in wertvolle Rohstoffe für neue chemische Produkte umgewandelt werden können. Das dabei entstehende Gasgemisch enthält Kohlenmonoxid und Wasserstoff, die als Ausgangsmaterial für die chemische Produktion verwendet werden können, wodurch der Kohlenstoff-Kreislauf geschlossen wird.

Verringerung von kommunalen Abfällen

Die Ergebnisse seien vielsprechend und weisen den Weg für eine bessere Kreislaufnutzung von Hygieneprodukten. „Dieser Durchbruch zielt nicht nur auf einen bedeutenden Abfallstrom, sondern eröffnet auch Möglichkeiten für eine Kreislaufwirtschaft in der Chemie- und Hygieneindustrie. Diese skalierbare Lösung hat das Potenzial, die kommunale Abfallwirtschaft zu verändern“, heißt es in einer Pressemitteilung der BASF.

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