Dieses Mal: Plastics Europe wendet sich mit offenem Brief an Staats- und Regierungschefs, Frankreich erkennt Pyrolyseöl aus Altreifen als Rohstoff an, Boy Schweiz zieht positives Fazit zur Swiss Plastics Expo 2026 und Evonik erweitert globale HTPB -Produktion.
PlastXnow kompakt: Die französischen Behörden haben beschlossen, dass Pyrolyseöl aus Altreifen offiziell als Rohstoff für die chemische Industrie anerkannt wird.
(Bild: Canva)
BMW und die Lidl-Schwester PreZero wollen gemeinsam Autos recyceln. Die Unternehmen haben einen entsprechenden Kooperationsvertrag unterschrieben, wie sie mitteilen. Dessen Ziel ist es, ein Geschäftsmodell zur Verwertung von Altfahrzeugen zu entwickeln und damit einen geschlossenen Materialkreislauf zu erzeugen.
Welche Themen diese Woche darüber hinaus wichtig waren, erfahren Sie in unseren Kurzmeldungen der Woche.
Plastics Europe: Offener Brief an Staats- und Regierungschefs
Beim European Industry Summit in Antwerpen haben Vertreter aus Politik und Industrie am 11. Februar 2026 über die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft beraten. Im Anschluss wandte sich der Verband der Kunststofferzeuger, Plastics Europe, mit einem offenen Brief an die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten.
„Entweder wir schützen unsere industrielle Basis. Oder wir überlassen sie globalen Wettbewerbern“, heißt es im Brief. Nach Angaben des Verbands ist der Anteil Europas an der weltweiten Kunststoffproduktion von 22 Prozent im Jahr 2006 auf 12 Prozent im Jahr 2024 gesunken. Ursache sei nicht eine sinkende Nachfrage, sondern die Verlagerung von Investitionen in Regionen, in denen die Wettbewerbsbedingungen besser seien.
Plastics Europe sieht nun die EU-Mitgliedstaaten in der Verantwortung. Es brauche mehr Planungssicherheit für Investitionen, bezahlbare Energie und eine gezielte Nutzung der Einnahmen aus dem Emissionshandel, um Investitionen in Kreislaufwirtschaftstechnologien zu fördern, die zur Reduzierung von CO2-Emissionen beitragen.
Frankreich erkennt Pyrolyseöl aus Altreifen als Rohstoff an
Die französischen Behörden haben am 17. Januar 2026 beschlossen, dass Pyrolyseöl aus Altreifen, sogenanntes Tire Pyrolysis Oil (TPO), offiziell als Rohstoff für die chemische Industrie anerkannt wird. Für die Entwicklung industrieller Stoffkreisläufe auf Basis von Altreifen ist dies ein relevantes Signal.
Die regulatorische Einordnung stärkt die Anschlussfähigkeit des Produkts an chemische Wertschöpfungsketten. Gleichzeitig verbessert sie die Planbarkeit für potenzielle Abnahme- und Partnerschaftsmodelle.
„Die Entscheidung in Frankreich ist ein wichtiger Schritt für die industrielle Nutzung von Pyrolyseöl aus Altreifen. Sie unterstützt eine Entwicklung, die wir in vielen Märkten beobachten. Die chemische Industrie sucht verlässliche Rohstoffalternativen, die sowohl technologisch belastbar als auch regulatorisch klar eingeordnet sind“, kommentiert Pascal Klein, CEO der Pyrum Innovations AG.
Boy Schweiz zieht positives Fazit zur Swiss Plastics Expo 2026
Die Boy Schweiz GmbH blickt auf eine erfolgreiche Teilnahme an der Swiss Plastics Expo 2026 zurück. Mit zwei Exponaten, der neuen Boy 35 Electric sowie der Boy XS E für den Mikrospritzguss, präsentierte sich das Unternehmen als Anbieter kompakter, präziser und energieeffizienter Spritzgießlösungen. Zahlreiche Fachbesucherinnen und Fachbesucher nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort über moderne Automatisierungs- und Anwendungskonzepte zu informieren.
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Die Resonanz auf den Messestand bestätigte deutlich: Effizienz, Zuverlässigkeit und platzsparende Maschinenkonzepte sind in der Kunststoffverarbeitung gefragter denn je. Besonders die Boy 35 Electric stand im Fokus vieler Gespräche und überzeugte laut Hersteller durch ihre Leistungsfähigkeit und Vielseitigkeit.
„Die Swiss Plastics 2026 war für uns ein gelungener Auftakt. Das große Interesse und das positive Feedback bestätigen: Boy Maschinen sind auch in der Schweiz eine starke Lösung für die moderne Kunststoffverarbeitung.“ Roman Gnos, Geschäftsführer Boy Schweiz GmbH.
Evonik erweitert globale HTPB -Produktion
Evonik treibt den Ausbau seiner weltweiten Produktionskapazitäten für hydroxylterminierte Polybutadiene (HTPB) weiter voran. Nach Investitionen in den vergangenen zwei Jahren – darunter die Erweiterung der HTPB-Produktion am Standort Marl 2024 sowie die Errichtung einer Anlage für Polyvest ST-E 60 Polybutadiene in Shanghai im Jahr 2025 – macht das Unternehmen nun den nächsten Schritt.
Am deutschen Standort wird aktuell eine deutliche Kapazitätserweiterung umgesetzt, die voraussichtlich im zweiten Quartal 2027 in Betrieb geht. Gleichzeitig hat Evonik in Deutschland das konzeptionelle Engineering für eine neue Produktionsanlage in Asien gestartet, um die wachsende Nachfrage in diesem Markt zu bedienen.
„Die Wahl des Standorts für die neue Anlage basiert auf strategischen Überlegungen, Synergien mit bestehenden Evonik-Anlagen optimal zu nutzen“, erklärt Dr. Jürgen Herwig, Leiter des Polybutadiene-Geschäfts bei Evonik.
Stand: 16.12.2025
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