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Horst Brandstätter  Playmobil schließt Werk in Dietenhofen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Melanie Ehrhardt 2 min Lesedauer

Seit Anfang der 1970er-Jahre produziert die Firma Horst Brandstätter in Dietenhofen Playmobil-Figuren. Damit soll nun Schluss sein. Ein Schock für die rund 350 Beschäftigten, die Gewerkschaft IGBC spricht von einer „Riesensauerei“.

Playmobilfigur: Grund für die Produktionsverlagerung sollen stark gestiegene Kosten sein.(Bild:  jackmac34 /  Pixabay)
Playmobilfigur: Grund für die Produktionsverlagerung sollen stark gestiegene Kosten sein.
(Bild: jackmac34 / Pixabay)

Die Probleme beim Playmobil-Hersteller Horst-Brandstätter-Group schwelen schon lange. Jetzt hat das Unternehmen einen drastischen Entschluss gefasst. 

Nach 57 Jahren soll Ende Juni mit der Produktion am Playmobil-Standort in Dietenhofen Schluss sein. Die Produktion soll in andere Werke verlegt werden: wegen der gestiegenen Produktionskosten in Deutschland, so hatte es die Horst-Brandstätter-Group, zu der Playmobil gehört, am Dienstag bekannt gegeben. 

Verhandlungen mit dem Betriebsrat geplant

Betroffen sind rund 350 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Sie wurden laut Pressemitteilung in einer außerordentlichen Versammlung über die Veränderungen und ihre damit anstehenden Kündigungen informiert. Die Unternehmensleitung wollen gemeinsam mit dem Betriebsrat über eine sozialverträgliche Umsetzung verhandeln. 

Der Standort bleibt mit der Fertigung der Marke Lechuza weiterhin als Teil der Produktionsstruktur der Horst Brandstätter Group erhalten. Unverändert bleiben laut Medienmitteilung zudem die Standorte der Logistik in Herrieden und der Verwaltung in Zirndorf einschließlich Marketing und Produktorganisation der Marke Playmobil.

Scharfe Kritik von Gewerkschaft 

Die Gewerkschaft IGBCE kritisiert die angekündigte „strategische Neuausrichtung“ des Playmobil-Herstellers auf das Schärfste. Diese bedeute nichts anderes als das Ende der Spielwarenproduktion am Standort Dietenhofen und damit das Ende der Playmobil-Produktion in Deutschland. Ein solcher Schritt sei gegenüber der Belegschaft und dem Betriebsrat im Umstrukturierungsprozess eigentlich ausgeschlossen worden. 

Auf konkrete Nachfragen durch Belegschaftsvertreter zur Standortperspektive habe die Geschäftsleitung seit einem dreiviertel Jahr gemauert. Nun erfuhren sie von den Plänen 20 Minuten vor einer Mitarbeiterversammlung. Für die IGBCE eine Riesensauerei!

„Sehr knappe Darstellung“

Kritik kommt auch von Dietenhofens Bürgermeister Rainer Erdel. „Ja, zunächst ist das schockierend. Weil da 350 Mitarbeiter betroffen sind. Dahinter stehen Familien, Pläne“, so Erdel gegenüber dem BR.

Er selbst hatte am Montagabend von den Neuigkeiten erfahren. In einer ersten kleinen Besprechung habe er die Hintergründe von der Firmenleitung gehört. „Das war eine sehr knappe Darstellung“, kommentiert Erdel.

IGBCE fordert ergebnisoffene Verhandlungen

„Die Verantwortung für jahrelanges Missmanagement soll nun erneut auf die Beschäftigten abgewälzt werden. Das werden wir gemeinsam mit dem Betriebsrat und unserem gewerkschaftlichen Netzwerk nicht ohne Widerstand zulassen", so Maximilian Krippner, Gewerkschaftssekretär der IGBCE in Nürnberg. 

Bezugnehmend auf die äußerst kurzfristige Information an den Betriebsrat bemängelte er darüber hinaus: „In der Zusammenarbeit mit der betrieblichen Mitbestimmung wurde erneut ein Tiefpunkt gesetzt und damit das letzte Vertrauen verspielt.“

Die Gewerkschaft erwartet nun, dass der Arbeitgeber seiner gesetzlich vorgeschriebenen Verpflichtung nachkommt und mit Betriebsrat und IGBCE auf Augenhöhe ergebnisoffene Verhandlungen zum Fortbestand der Produktion von Playmobil in Deutschland führt.

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