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Übergang zur Circular Economy Recycling als wirtschaftliche Perspektive

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Die Kreislaufwirtschaft verspricht der europäischen Industrie erhebliche wirtschaftliche Chancen. McKinsey beziffert den potenziellen Netto-Nutzen bis 2030 auf 1,8 Bio. Euro bei gleichzeitiger Senkung des Rohstoffbedarfs um 32 %. Dieses Potenzial betrifft Kunststoffverarbeiter und Erzeuger gleichermaßen.

Aus einer Flasche wird eine Flasche: Bleibt der Kunststoff im Kreislauf, werden Verpackungen zu zirkulierenden Rohstoffen mit ökonomischem Mehrwert.(Bild:  Plastic is Fantastic Association)
Aus einer Flasche wird eine Flasche: Bleibt der Kunststoff im Kreislauf, werden Verpackungen zu zirkulierenden Rohstoffen mit ökonomischem Mehrwert.
(Bild: Plastic is Fantastic Association)

Kunststoff gilt in der der Kreislaufwirtschaft als Haupttreiber: Seine nachhaltigen Eigenschaften und hohe Relevanz machen ihn zum Schlüssel der zirkulären Industrie. So betreibt ALPLA weltweit 14 Recyclingwerke und entwickelt vollständig recycelbare Verpackungslösungen. ALPLA ist ein österreichisches Unternehmen, das Kunststoffverpackungen für die Getränke- und Pharmaindustrie entwickelt, produziert und recycelt.

Wirtschaftspotenzial und Rohstoffsicherung

Die Transformation zur Kreislaufwirtschaft eröffnet der Kunststoffbranche neue Geschäftsfelder. Laut der Stockholmer Investmentfirma Summa Equity könnten kreislaufwirtschaftliche Märkte in der EU bis 2040 ein Volumen von rund 1,5 Bio. Euro erreichen. Gleichzeitig prognostiziert die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) bis 2030 weltweit 7 bis 8 Mio. neue Arbeitsplätze durch den Übergang zur Circular Economy.

Alpla setzt schon heute auf systematischen Ausbau der Recyclinginfrastruktur. „Kreislaufwirtschaft und Design for Recycling sind die Zukunft", betont Philipp Lehner, CEO von Alpla. Das Unternehmen entwickelt derzeit neue Verpackungskonzepte für optimale Recyclingfähigkeit.

Die Zahlen verdeutlichen das Potenzial: Deutschland verwertete 2023 bereits 99,5 % der gesammelten Kunststoffabfälle – über 38 % werk- und rohstofflich oder chemisch, mehr als 61 Prozent energetisch. Im EU-Durchschnitt lag die zirkuläre Materialnutzungsrate jedoch nur bei 11,8 %, was erheblichen Entwicklungsspielraum signalisiert.

Technische Anforderungen an Rezyklate steigen

Die Herstellung lebensmittelechter Rezyklate stellt besonders hohe technische Anforderungen, da höchste Hygiene- und Sicherheitsstandards eingehalten werden müssen, ohne die Materialqualität zu beeinträchtigen. Alpla brachte gemeinsam mit PTT Global Chemicals 2023 in Thailand das erste lebensmittelechte Rezyklat-PET (rPET) auf den Markt. Die ersten vollständig aus rPET bestehenden Flaschen wurden für Pepsi und Mineré produziert. In Indien unterstützte das Unternehmen Coca-Cola bei der Einführung der ersten 100-prozentigen rPET-Flasche.

„Wir müssen systemische Verpackungen entwickeln, die sich leicht im Kreislauf verankern, das heißt Stoffe, die leicht recycelbar sind", erklärt Philipp Lehner die strategische Ausrichtung. Zusätzlich seien funktionierende Sammelsysteme erforderlich, bei denen wiederverwertbaren Werkstoffen ein konkreter Wert beigemessen werde.

Bottle-to-Bottle als Erfolgsmodell

Das Bottle-to-Bottle-System zeigt die praktische Umsetzung: Aus gebrauchten PET-Flaschen entstehen neue Flaschen mit nur geringem Anteil an Erstmaterial. "Wir entwickelten derzeit eine vollständig recycelbare PET-Weinflasche, die mit bis zu 100 % Rezyklat produziert werden kann", so Daniel Lehner, Global Sales Director Food & Beverage bei Alpla.

Wir müssen systemische Verpackungen entwickeln, die sich leicht im Kreislauf verankern

Beim Aufbau neuer Recyclingwerke denkt das Unternehmen die lokale Sammelstruktur direkt mit, wie beispielsweise in Mexiko. Diese Integration der gesamten Wertschöpfungskette vom Design über die Sammlung bis zur Wiederverwertung schafft funktionierende Kreisläufe.

Lokale Kreisläufe als Wettbewerbsvorteil

Regionale Materialkreisläufe funktionieren wie „Materialkraftwerke" und reduzieren die Abhängigkeit von Rohstoffimporten. Die Materialien bleiben kontrolliert im System, unabhängig von globalen Beschaffungsmärkten und geopolitischen Risiken. Dies stabilisiert Lieferketten und senkt Kosten für Verarbeiter.

Unternehmen profitieren von längeren Produktlebenszyklen, höherer Materialeffizienz und geringeren Produktionskosten. Der Fokus verschiebt sich von Produktionsmengen zu Kreislaufquoten und Materialeffizienz. Coca-Cola etwa verfolgt bis 2030 das Ziel, 50 % recyceltes Material in Verpackungen einzusetzen.

Neue Geschäftsmodelle entstehen

Die Kreislaufwirtschaft verändert auch Geschäftsmodelle grundlegend. Zirkuläre Systeme entwickeln sich nach und nach zur ökonomischen Wirklichkeit: Der Nutzen eines Materials steigt mit Länge und Anzahl seiner Lebenszyklen. Wertschöpfung entsteht durch Wiederverwertung statt Verbrauch. Unternehmen optimieren Kreislaufquoten und Materialeffizienz statt Produktionsmengen. Diese Entwicklung betrifft zunehmend auch die Kunststoffbranche, wo Rezyklatverfügbarkeit und -qualität zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren werden.

Für Verarbeiter und Erzeuger bedeutet dies: Investitionen in Recyclingtechnologien und Design for Recycling werden zum strategischen Erfolgsfaktor. Die frühzeitige Positionierung in funktionierenden Kreislaufsystemen sichert Rohstoffzugang und erschließt neue Märkte in einer Wirtschaft, die durch Mehrfachnutzung statt linearen Verbrauch wächst.

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