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Covestro Sparmaßnahmen zeigen Wirkung

Verantwortliche:r Redakteur:in: Melanie Ehrhardt 3 min Lesedauer

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Covestro hat Probleme mit dem harten Wettbewerb und dem daraus entstehenden Preisdruck. Hinzu kommen Sonderfaktoren wie ein Brand. Der Umsatz sinkt um zwölf Prozent.

Covestro-Zentrale in Leverkusen: Marktumfeld bleibt auch im dritten Quartal 2025 anspruchsvoll.(Bild:  Covestro)
Covestro-Zentrale in Leverkusen: Marktumfeld bleibt auch im dritten Quartal 2025 anspruchsvoll.
(Bild: Covestro)

Nachdem gestern bereits BASF seine Ergebnisse für das dritte Quartal 2025 präsentiert hat, legt heute Covestro nach. Die Leverkusener kämpfen ebenfalls mit dem starken Wettbewerbs- und Preisdruck. Belastend wirkten sich insbesondere eine anhaltend schwache Nachfrage und ein daraus resultierendes Überangebot in wichtigen Absatzmärkten sowie die Folgen des Brands in einer externen Umspannstation im Chempark Dormagen aus, der zu einem Produktionsstillstand in mehreren Betrieben geführt hat. 

Umsatz und Ergebnis lagen unter den Vorjahreswerten, was vor allem auf ein geringeres Verkaufspreisniveau, Wechselkursveränderungen und niedrigere Absatzmengen zurückzuführen ist. Der Konzernumsatz verringerte sich um zwölf Prozent auf 3,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,6 Mrd. Euro). Das operative Ergebnis (Ebitda) lag bei 242 Mio. Euro (Vorjahr: 287 Mio. Euro), wobei sich der Brand in Dormagen in einem mittleren zweistelligen Mio.-Euro-Bereich negativ ausgewirkt hat.

Umfeld bleibt anspruchsvoll

„Das dritte Quartal hat einmal mehr gezeigt, wie anspruchsvoll das Umfeld für unsere Industrie bleibt“, sagt Dr. Markus Steilemann, Vorstandsvorsitzender von Covestro. „Wir spüren weiter hohen Preisdruck und eine weltweit verhaltene Nachfrage – und genau deshalb ist es entscheidend, weiter entschlossen zu handeln.“

So zeige das im Jahr 2024 gestartete Transformationsprogramm bereits deutliche Fortschritte: Covestro liegt laut eigener Aussage mit insgesamt rund 320 Millionen Euro realisierter Einsparungen bis Ende 2025 klar auf Kurs, das Ziel von 400 Mio. Euro jährlich bis 2028 zu erreichen. Davon entfallen rund 250 Millionen Euro auf das Jahr 2025. 

Covestro grenzt Jahresziele ein

Für das Gesamtjahr grenzte der Vorstand seine Jahresziele ein und peilt nun ein Ebitda von 700 bis 800 Millionen Euro anstatt 700 Millionen bis 1,1 Milliarden Euro. Dabei wirke sich der Brand im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich negativ auf das Gesamtjahr aus, hieß es.

„Im aktuellen Marktumfeld steuern wir Covestro mit einem klaren Fokus auf Kosten, Liquidität und Effizienz. Wir handeln entschlossen, um unsere finanzielle Stabilität zu sichern und gleichzeitig weiter dort zu investieren, wo wir unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig stärken“, sagt Finanzvorstand Christian Baier. Als positive Beispiele nennt er die Übernahmen Pontacol und die Vereinbarung mit Vencorex.

INFO

Mit der zum 28. August 2025 abgeschlossenen Übernahme der Pontacol AG hat Covestro sein Foliengeschäft um hochspezialisierte Flach- und Blasfolien erweitert. Die beiden übernommenen Produktionsstandorte in der Schweiz und in Deutschland mit ihrer großen Expertise eröffnen zusätzliche Innovations- und Wachstumsmöglichkeiten, insbesondere in den Bereichen Medizintechnik, Mobilität und Textilindustrie.  
 
Darüber hinaus hat Covestro im August 2025 eine Vereinbarung mit Vencorex Holding SAS unterzeichnet, um zwei Produktionsgesellschaften für HDI-Derivate in Rayong (Thailand) und Freeport, Texas (USA) zu übernehmen. Damit stärkt das Unternehmen sein Produktionsnetzwerk für aliphatische Isocyanate und verfolgt seine langfristige Wachstumsstrategie in der Geschäftseinheit Coatings & Adhesives konsequent weiter. Darüber hinaus festigt Covestro seine Marktposition in den Regionen Asien-Pazifik und Nordamerika. 

Übersicht Ergebnisse der beiden Segmente für das dritte Quartal 20205.(Bild:  Covestro)
Übersicht Ergebnisse der beiden Segmente für das dritte Quartal 20205.
(Bild: Covestro)

Überblick über die Segmente

Beide Segmente verzeichneten im dritten ⁠Quartal⁠ ⁠2025 einen Umsatzrückgang. So verringerte sich der Umsatz im Segment Performance Materials um 16,2 ⁠% auf 1,5 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,8 Mrd. Euro) und im Segment Solutions & Specialties um 7,7 % auf 1,6 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,8 Mrd. Euro). 

Der Konzern blickt aber auch auf zwei positive Ereignisse zurück. So feierte Covestro im dritten Quartal sein zehnjähriges Bestehen. Hinzu kam ein laut eigener Aussage erfolgreicher Auftritt auf der K 2025. Unter dem Leitmotiv „The Material Effect“ präsentierte das Unternehmen mehr als 25 Neuheiten, die konkrete Lösungen für zentrale Zukunftsthemen wie Kreislaufwirtschaft, Klimaneutralität, Digitalisierung und Mobilität bieten. 

Grünes Licht für Übernahme?

Neue Informationen bezüglich der geplanten Übernahmen durch Adnoc veröffentlichte der Kunststoffhersteller für den Moment nicht. Laut Handelsblatt steht der Deal jedoch kurz vor der Genehmigung durch die EU. Die Europäische Kommission werde voraussichtlich noch kleinere Anpassungen an den von Adnoc angebotenen Zugeständnissen fordern, bevor sie grünes Licht gebe.

Die EU-Wettbewerbshüter hatten Ende Juli eine eingehende Untersuchung des 14,7 Milliarden Euro schweren Übernahmeangebots für Covestro eingeleitet. Grund ist die Sorge, dass von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) gewährte staatliche Hilfen den Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt verzerren könnten. Der Staatskonzern aus Abu Dhabi hatte angeboten, seine Satzung zu ändern, und zugesichert, das geistige Eigentum von Covestro in Europa zu belassen.

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