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VCI-Bilanz für das Gesamtjahr 2025 Massiver Produktionsrückgang bei Polymeren

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie schließt das Jahr 2025 mit einem deutlichen Minus ab. Besonders der Bereich der Polymere verzeichnete einen überdurchschnittlichen Produktionsrückgang. Niedrige Kapazitätsauslastungen und hoher Importdruck belasteten die Kunststofferzeuger.

Dr. Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (VCI): „Die Jahresbilanz 2025 der deutschen Chemie ist unterirdisch."(Bild:  VCI / Thomas Lohnes)
Dr. Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (VCI): „Die Jahresbilanz 2025 der deutschen Chemie ist unterirdisch."
(Bild: VCI / Thomas Lohnes)

Die wirtschaftliche Lage der deutschen Kunststofferzeuger verschlechterte sich 2025 zusehends. Während die Gesamtproduktion der chemisch-pharmazeutischen Industrie im Jahr 2025 um moderate 0,5 % sank, traf es die Sparte der Polymere mit einem Rückgang von 5,3 % besonders hart. Damit schnitt dieser Sektor deutlich schlechter ab als die klassische Chemie (-3,3 %). Lediglich die Pharmasparte stützte mit einem Zuwachs von 4,5 % das Gesamtergebnis der Branche.

Der Gesamtumsatz der Branche belief sich im Jahr 2025 auf 219,6 Mrd. Euro, was einem Rückgang von 1,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. „Die Jahresbilanz der Chemie ist unterirdisch – Produktion, Umsatz und Preise sind im roten Bereich“, konstatiert Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI). Der Frust in den Unternehmen über die schleppende Wirkung politischer Entlastungsmaßnahmen wächst. „Pharma ist mit einem soliden Plus ein Lichtblick. Doch nach dem Regierungswechsel hatten wir uns deutlich mehr erhofft“, ergänzt Wolfgang Große Entrup.

Importdruck drückte Erzeugerpreise

Für Erzeuger blieb die Preissituation im Jahr 2025 angespannt. Die Erzeugerpreise der Branche sanken im Gesamtjahr um 0,1 %, im vierten Quartal 2025 lagen sie sogar um 0,6 % unter dem Vorjahresniveau. Dieser Preisverfall resultierte primär aus einem steigenden Importdruck.

Gleichzeitig verharrten die Produktionskosten am Standort Deutschland im internationalen Vergleich auf einem hohen Niveau. Dies führte dazu, dass die Kapazitätsauslastung der Anlagen im Jahresschnitt lediglich 72,5 % erreichte und damit weiterhin unter der wirtschaftlichen Rentabilitätsschwelle blieb.

Düsterer Ausblick durch globale Krisen

Zusätzliche Unsicherheit resultiert aktuell aus der Eskalation des Nahost-Konflikts. Die Blockade der Straße von Hormus führte bereits zu massiven Preissteigerungen bei Rohstoffen und Energie. Sie stellt zudem ein erhebliches Risiko für die Lieferfähigkeit der Kunststoffindustrie dar. Es drohen Versorgungsengpässe bei kritischen Rohstoffen wie Ammoniak, Phosphat, Helium und Schwefel. Erste Störungen in den internationalen Lieferketten sind bereits erkennbar.

Eine kurzfristige Trendwende ist nicht in Sicht. Die aktuelle Lage ist von extremer Unsicherheit geprägt, weshalb der VCI keine belastbare Prognose für das laufende Jahr abgeben möchte.

Für die Verarbeiter von Polymeren bedeutete dies eine gefährliche Kombination aus volatiler Rohstoffverfügbarkeit und einem Kostenschub, der die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte weiter schwächt.

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