Flexloop – so heißt die revolutionäre mechanische Recyclingtechnologie, die Lindner gemeinsam mit Procter & Gamble auf der K 2025 erstmals der Öffentlichkeit vorstellt. Die erzielte Reinheitsqualität soll völlig neue Einsatzmöglichkeiten eröffnen: Post-Consumer-Rezyklate können künftig selbst für sensible Verpackungen eingesetzt werden.
Auf der K 2025 präsentierten Lindner und P&G Flexloop erstmals der Öffentlichkeit.
(Bild: Lindner via LinkedIn)
Ready for a revolution in mechanical recycling – mit diesem Slogan präsentiert Lindner zum Auftakt der K 2025 am 8. Oktober seinen neuen Reinigungsprozess Flexloop. Die Wurzeln dieser Entwicklung reichen bis zur letzten K-Messe zurück, auf welcher die ersten Gespräche zwischen Lindner und Procter & Gamble stattfanden.
Aus ersten Ideen wurden konkrete Pläne, gefolgt von intensiven Verhandlungen. Schließlich erwarb Lindner die exklusiven Lizenzrechte an der von Procter & Gamble entwickelten Technologie – mit dem gemeinsamen Ziel, einen industriell skalierbaren Recyclingprozess zu etablieren.
Wertvolles Tool für das mechanische Recycling
„Es war uns immer ein Anliegen, das mechanische Recycling voranzutreiben”, erklärt Michael Lackner, CEO bei der Lindner Group. Für ihn sei Flexloop eine logische wie notwendige Entwicklung im mechanischen Recycling und Ergänzung zur Kalt- und Heißwäsche.
Mit Flexloop folgt auf die mechanische Vorreinigung ein lösemittelbasierter Extraktionsschritt. Dabei werden NIAS (non-intentionally added substances) wie Pestizide, Phthalate, Dioxine oder organische Rückstände ebenso extrahiert und abgeführt wie Gerüche, Klebstoffe und Druckfarben. „Damit legen wir Recyclern ein wertvolles Tool in die Hand und ermöglichen ihnen, mit der ihnen bekannten mechanischen Recyclingtechnologie Rezyklate für hochwertige Anwendungen herzustellen“, so Lackner weiter.
Lee Ellen Drechsler, Senior Vice President of Research & Development bei P&G, ergänzt: „Wir sehen eine wachsende Nachfrage nach hochwertigen Recyclinggranulaten, die für ein breites Spektrum an flexiblen Folienanwendungen geeignet sind. Deshalb freuen wir uns über die Einführung von Flexloop – eine Innovation, die unsere Forscher entwickelt haben, um eine Vielzahl von Kunststoffen mithilfe eines lösungsmittelbasierten mechanischen Extraktionsverfahrens aufzuwerten.“
Post-Consumer-Rezyklate für anspruchsvolle Anwendungen
Die Problematik, hochwertige und saubere Rezyklate zu erhalten, zeigt sich insbesondere bei Post-Consumer-Abfällen sowie bei Mischkunststoffen aus Haushalts- und Gewerbesammlung. Während der Sammlung vermischen sich Kunststoffe unterschiedlicher Herkunft und Verwendung miteinander – und können Substanzen aufnehmen, die dort eigentlich nicht zu erwarten wären – das bezeichnet man im Allgemeinen als Kontamination.
„So kann etwa eine Lebensmittelverpackung während der Sammlung in direkten Kontakt mit Verpackungen gelangen, die ursprünglich nicht für Lebensmittel bestimmt waren – NIAS können dabei in das Polymer diffundieren und sich übertragen“, erklärt Yannick Stanau, Business Development Manager bei Lindner Washtech. Rezyklate aus Post-Consumer-Kunststoffen finden daher derzeit zumeist nur in weniger anspruchsvollen Anwendungen Verwendung - wie Parkbänken oder Müllsäcken.
Verlässliche Qualitäten
Die Flexloop-Technologie: Mithilfe eines lösemittelbasierten Extraktionsprozesses werden Polymerketten zuverlässig von Verunreinigungen, Gerüchen, Klebstoffen und Druckfarben befreit.
(Bild: Lindner)
Das chemische Recycling wird häufig als Lösungsansatz für Post-Consumer-Kunststoffe herangezogen, jedoch machen die hohen Investitions- und Energiekosten diesen Weg wirtschaftlich nur eingeschränkt attraktiv. „Mit Flexloop haben wir eine Lösung für dieses Problem gefunden“, freut sich Stanau.
Die Technologie kann als Erweiterung des mechanischen Recyclingprozesses gesehen werden. Der zusätzliche lösungsmittelgestützte Reinigungsschritt ermöglicht die Extraktion von NIAS, Gerüchen, Klebstoffen und Drucktinte aus Polymeren, ohne deren Struktur anzugreifen. Das Ergebnis seien verlässliche Rezyklatqualitäten, die selbst für sensible Anwendungen im Kosmetik- und Hygienebereich geeignet sind.
Wichtiger Schritt zur vollständigen Zirkularität
Flexloop eignet sich für eine Vielzahl von Inputströmen, insbesondere für Verpackungs- und Agrarfolien. „Die Technologie bringt uns einen Schritt näher, wenn es darum geht, Folienverpackungen vollständig zirkulär zu machen und den Kreislauf vollständig zu schließen, wie zum Beispiel durch die Herstellung von hochwertigem rPE-Folienmaterial, das sicher in einer neuen Verpackungsgeneration für sensible Anwendungen eingesetzt werden kann“, sagt Gian De Belder, Technischer Direktor, R&D Packaging Sustainability P&G.
In Anbetracht seiner Modularität kann die Flexloop-Unit in jede bestehende Lindner Wasch- und Recyclinganlage integriert werden. Die CAPEX- und OPEX-Kosten seien, im Vergleich zum chemischen Recycling, gering. „Das Besondere an der Technologie ist, dass sie sich gezielt an mechanische Recycler richtet, die die Qualität ihrer Rezyklate aufwerten möchten – und das ganz einfach durch das Nachrüsten ihrer bestehenden Waschlinien“, so De Belder abschließend.
Stand: 16.12.2025
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