Materialkreisläufe, Produktionsprozesse und neue Anwendungen: Die KPA in Ulm brachte Fachleute zusammen, um aktuelle Entwicklungen der Kunststoffbranche zu diskutieren. Die Kuteno und KPA 2025 in Bad Salzuflen setzen diesen Austausch fort.
Die Wanderausstellung "Unter Strom – Kunststoffe und Elektrizität" bot auf fünf Stationen Einblicke in die Geschichte und Gegenwart von Kunststoffen in der Elektrizität.
(Bild: Redaktion)
Ende Februar öffnete die KPA in Ulm erneut ihre Tore und bestätigte ihren Stellenwert als zentrale Plattform für die Kunststoffindustrie in Süddeutschland. 254 Aussteller und 2.216 Fachbesucher nutzten die Messe, um sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und Lösungen für die kunststoffverarbeitende Industrie zu präsentieren. Besonders im Fokus standen ressourcen- schonende Produktionsprozesse und zukunftsorientierte Materiallösungen. Die Nachfrage nach nachhaltigen Kunststoffen und effizienten Verarbeitungstechnologien wächst. Unternehmen präsentierten Materialkombinationen und Recyclingkonzepte, die Ressourcenverbrauch und CO2-Emissionen senken. Im Fokus waren dabei unter anderem Hochleistungskunststoffe mit Recyclinganteil sowie biobasierte Alternativen für industrielle Anwendungen.Ein zentrales Element der KPA waren die Fachvorträge auf zwei Bühnen. Experten gaben Einblicke in die neuesten Entwicklungen und diskutierten die Herausforderungen der Branche. Die Mischung aus theoretischen Impulsen und praxisnahen Lösungsansätzen stieß auf großes Interesse. Besonders die Themen Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Anpassungsstrategien in einem sich wandelnden Markt wurden intensiv diskutiert.
Was von den Ausstellern in Ulm zu sehen war
Barlog Geschäftsführer Peter Barlog am Messestand: Nachhaltige Compounds für unterschiedliche Industriebereiche stand hier im Mittelpunkt.
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Erstmals auf der KPA vertreten war Barlog Plastics. Das Unternehmen begleitet Anwender von der Idee bis zur Serienfertigung. Die präsentierten Kunststoff-Compounds aus der Keballow Eco-Serie bieten nachhaltige Alternativen zu konventionellen Werkstoffen. Ergänzend zeigte das Unternehmen elektrisch leitfähige und thermisch optimierte Kunststoffe, die in der Elektromobilität und im Maschinenbau eingesetzt werden. Neben Materialien standen Dienstleistungen im Mittelpunkt: Das Unternehmen unterstützt mit Eco-Consulting bei der Optimierung von Bauteilen im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. Zudem wurde der Eco-Calculator vorgestellt, ein Online-Tool zur Berechnung des CO2-Fußabdrucks von Kunststoffbauteilen.
Pal Plast präsentierte mit Palran Statec ein elektrisch leitfähiges ABS mit hervorragender Schlagzähigkeit, das sich für Transportbehälter sensibler Bauteile sowie technische Komponenten eignet. Im Messeportfolio standen auch neue PBT-Typen aus der Prime-Recompound-Linie mit variablen Rezyklatanteilen von bis zu 50 %. Diese Materialien bieten Verarbeitern hohe Flexibilität und verbessern die Umweltbilanz durch nachhaltige Materialmischungen. Auch erstmals vorgestellt wurden kohlefaserverstärkte PA 6.6-Recompounds mit Füllgraden von 30 % und 40 %, die eine sehr gute Kombination aus Festigkeit und Leichtbaupotenzial bieten.
Dr. Eva-Maria Langhammer präsentierte Messebesuchern das Unternehmensportfolio, wie hier ein nachhaltiges Reinigungsgranulat.
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Ein Reinigungsgranulat der etwas anderen Sorte stellte Granula Polymer in der Donaustadt vor. Konkret handelte es sich dabei um das Produkt Grana Clean Uni Green. Geschäftsführerin Dr. Eva-Maria Langhammer erklärte: „Unser Grana Clean Uni Green hat mit -0,8 CO2-Äquivalenten pro Kilogramm einen negativen CO2-Fußabdruck. Selbst wenn der Reiniger nicht effektiv wäre, würden wir aufgrund der CO2-Reduktion immer noch eine positive Klimabilanz erzielen.“ Das Unternehmen hat sich unter anderem auf nachhaltige Reinigungsgranulate spezialisiert, die auf biologisch abbaubaren Inhaltsstoffen basieren. Durch den Einsatz von Biobast als Rohstoff bietet man eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Reinigungsgranulaten. „Unser Ziel ist es, nicht nur die Effizienz in der Kunststoffverarbeitung zu steigern, sondern auch aktiv zum Umweltschutz beizutragen“, betonte Langhammer. Das Produkt wurde in Zusammenarbeit mit dem Kunststoff-Institut Lüdenscheid entwickelt, das die CO2-Äquivalente berechnet und bestätigt hat.
Das Gardenaprodukt wurde aus einem PCR hergestellt.
(Bild: Redaktion)
Wis Kunststoffe präsentierte den Messebesuchern eingemeinsames Projekt mit Gardena, das zeigt, wie Kreislaufwirtschaft und Premiumqualität zusammengehen: Das Bauteil wurde aus modifiziertem PCR-Kunststoff produziert. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Rezyklate so angepasst werden können, dass sie den hohen Design-, Verarbeitungs- und Funktionsansprüchen von Gardena gerecht werden. Das Material erfüllt hierbei Farbtreue, Bindenahtfestigkeit, Witterungsbeständigkeit und mechanische Stabilität auch bei Tieftemperaturen.
Neuer Messestandort in Bad Salzuflen
Nach der KPA in Ulm richtet sich der Blick auf die Kuteno und KPA 2025 in Bad Salzuflen. Vom 13. bis 15. Mai 2025 finden beide Messen parallel statt. Durch die Kombination beider Veranstaltungen möchte der Veranstalter Easyfairs eine zentrale Plattform für die Kunststoffindustrie in Norddeutschland etablieren.
Einer der Aussteller wird L&R Kältetechnik sein. Im Messefokus stehen hier energieeffiziente Kälteanlagen und Wärmepumpen, die nicht nur Betriebskosten senken, sondern auch die Produktionsprozesse verbessern. Anwender können Energieeinsparungen von bis zu 80 % realisieren, dank intelligenter Steuerungssysteme und Technologien wie Winterentlastung, freie Kühlung und Wärmerückgewinnung. Ein weiteres Schwerpunktthema ist die Umsetzung der F-Gase-Verordnung. L&R berät Kunststoffverarbeiter zur schrittweisen Umstellung auf natürliche Kältemittel mit niedrigem Treibhauspotenzial. Auch Systeme zur chemiefreien Wasseraufbereitung sowie Dienstleistungen zur Wartung und Instandhaltung von Kälteanlagen sind Thema.
Stand: 16.12.2025
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Messepremiere auf der Kuteno 2025 haben die Hologramm-Effekt-Masterbatches von Lifocolor.
(Bild: Lifocolor)
Neue Entwicklungen hat auch Lifocolor im Bereich Farb- und Additiv-Masterbatches im Gepäck. Gezeigt werden unter anderem Hologramm-Effekt-Masterbatches, die durch speziell beschichtete Pigmente bei Lichteinfall farbig reflektieren und so optische Tiefe erzeugen. Die Materialien sind lebensmitteltauglich und für gängige Verarbeitungsverfahren wie Spritzguss oder Extrusion einsetzbar. Ein weiterer Messefokus liegt auf dekorativen Lasermarkierungen. Hier stellt das Unternehmen neue Additiv-Masterbatches vor, die detailreiche Gravuren ermöglichen – ohne Druckfarben oder Lösemittel, was die Recyclingfähigkeit unterstützt. Zudem wird das Portfolio um neue natürliche Oberflächenanmutungen wie Sandstein oder Kork sowie um die Farbkollektion „Shades of Inspiration 2026“ erweitert. Diese bietet Anregungen für verschiedene Anwendungsbereiche, etwa Haushalt, Spielwaren oder Kosmetik.
Der Flüssig- und Granulatreiniger Easypurge.
(Bild: HSB Normalien)
HSB Normalien zeigt in Bad Salzuflen unter anderem ein neues Reinigungsmittel für Kunststoffverarbeiter. Das „Easypurge“ getaufte Produkt wird gezielt beim Farb- und Materialwechsel im Spritzguss oder in der Extrusion eingesetzt. Es ist in flüssiger Form sowie als Granulat erhältlich. Beide Varianten lassen sich direkt mit dem Folgematerial oder bei Bedarf mit einem Zwischenmaterial verarbeiten. Die Anwendung erfolgt ohne zusätzliche Hilfsmittel direkt über den Materialtrichter. Der Reiniger ist weder abrasiv noch lösemittelhaltig und laut Hersteller für den Einsatz im Lebensmittelkontakt geeignet. Das Reinigungsmittel ist in verschiedenen Gebindegrößen verfügbar – unter anderem als vorkonfektionierte 20 g-Sachets für kleinere Maschinen sowie als Flüssigreiniger in 1.000 ml-Flaschen.
Weiss Kunststoffverarbeitung wird das Portfolio an Spritzgusskomponenten für stromführende Bauteile in der Elektrotechnik und Elektromobilität präsentieren. Im Fokus stehen Ladestecker, Hochvolt-Komponenten für den Antriebsstrang und Funksensorgehäuse mit umspritzten Antennen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Fertigung hochpräziser Hochvolt-Komponenten, bei denen eingelegte Kupferelemente vollständig und luftdicht vom Kunststoff umschlossen werden müssen. Dies erfordert eine exakt abgestimmte Kombination aus Werkzeugtechnik, Temperaturkontrolle und Prozessführung, um elektrische Sicherheit und Langlebigkeit zu gewährleisten. Auch im Bereich der Sensorgehäuse werden Lösungen gezeigt.
Diese Spritzgießtechnologien stehen auf der Kuteno im Fokus
Auf der Maschine wird in Bad Salzuflen ein Oberflächenmuster in Visitenkartengröße produziert.
(Bild: Plastivation)
Eine automatisierte Produktionszelle rund um die vollelektrische Spritzgießmaschine Neo·E120/e220 der neuesten Tederic Neo Series wird es bei Plastivation zu sehen geben. Im Live-Betrieb produziert die Anlage mit einer Schließkraft von 120 t und einem Schneckendurchmesser von 28 mm ein Oberflächenmuster in Visitenkartengröße. Das Schussgewicht beträgt 16 g, die Zykluszeit liegt bei rund 12 s. Die Maschinensteuerung erfolgt über ein Keba-System mit einem 15-Zoll-Bildschirm. Zur Zelle gehören ein Linear-Roboter, Temperierung und Materialzuführung von Shini Germany, eine Werkzeuginnendrucküberwachung von Adroitec sowie ein MES von Prime Solutions. Neben der Maschinenlösung werden vier Servicepakete vorgestellt, darunter „Energy-Care“ zum Senken der Energiekosten. Das digitale Assistenzsystem Service-Net unterstützt Anwender, Einrichter und Instandhalter beim Optimieren der Produktion.
Bei Boy stehen gleich sechs Spritzgießmaschinen im Blickpunkt. Darunter die vollelektrische Boy 35 Electric für schnelle Produktionsabläufe sowie die kompakte Boy XS E. Letztere eignet sich insbesondere für den angusslosen Mikro- und Kleinteilespritzguss. Des Weiteren ist die Boy 25 E am Stand eines Partnerunternehmens live in Aktion zu sehen. Die Maschinen bieten durch energieeffiziente Antriebstechnik und kompakte Bauweise flexible Einsatzmöglichkeiten für unterschiedlichste Anwendungen in der Kunststoffverarbeitung.
Stapelstein aus wildem Plastik werden in Bad Salzuflen gefertigt.
(Bild: Wittm)
Wittmann stellt die neue Flexcell-Automatisierungszelle vor. Sie integriert Schutzeinhausung, Linearroboter und Fördertechnik auf kleinem Raum und ist für Spritzgießmaschinen verschiedener Hersteller einsetzbar. Der modulare Aufbau in den Varianten Basic, Primus und Plus ermöglicht den Einsatz für unterschiedliche Anwendungen, etwa einfache Entnahmeprozesse oder die Einbindung von Downstream-Prozessen wie Recycling oder Verpackung. Die Automatisierung ist direkt an die Maschine ankoppelbar, mit verschiebbaren Einhausungselementen für Wartung und manuelle Eingriffe. Ein zweiter Schwerpunkt ist das Schaumspritzgießen mit Post-Consumer-Rezyklat (PCR) im Cellmould-Verfahren. Der Einsatz des physikalischen Schäumverfahrens senkt Material- und Energiebedarf. Am Messestand werden Stapelsteine aus recyceltem Polypropylen gefertigt. Das aufbereitete Material stammt von Wildplastic und wurde für die Messeanwendung im Senegal gesammelt.