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Attraktive Sollbruchstelle Aevoloop sichert sich Millionenförderung 

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Aevoloop hat im Rahmen einer Seed-Investmentrunde rund 3,25 Millionen Euro eingeworben. Zusammen mit knapp fünf Millionen an Fördermitteln der EU und des Freistaats Sachsen kann das Start-up aus Leipzig nun die nächsten großen Schritte in Richtung Großproduktion gehen. 

v.l.n.r.: Timo Witt (CTO), Philipp Kessler (CEO & Mitgründer) und Manuel Häußler (Mitgründer)(Bild:  Sprind GmbH)
v.l.n.r.: Timo Witt (CTO), Philipp Kessler (CEO & Mitgründer) und Manuel Häußler (Mitgründer)
(Bild: Sprind GmbH)

„Verpackungen, Textilien und Spritzgussteile sind Einbahnstraßenprodukte – konventionelle Kunststoffe wurden nie für das Recycling designed“, sagen die Gründer von Aevoloop. Dabei habe sich das mechanische Recycling zwar etabliert, bringe jedoch inhärente Einschränkungen mit sich. Um einen entscheidenden Sprung in der Zirkularität zu machen, braucht es nach Ansicht des Start-ups aus Leipzig nicht nur neue Recyclingprozesse, sondern auch grundlegend neue Materialien.

Aevoloop ermögliche dies: Das junge Unternehmen ersetzt bei klassischen Polyethylen- oder Polypropylen-Ketten einzelne Glieder durch Verbindungen, die sich gezielt öffnen lassen – durch eine Art „Sollbruchstelle“. Sie behalten alle Eigenschaften im Gebrauch, lassen sich am Ende des Lebenszyklus chemisch aber wieder in ihre Grundbausteine zerlegen und zu neuem Kunststoff verarbeiten. 

Dieser lässt sich wie herkömmliche Polyolefine verwenden und ist im Gegensatz zu anderen nachhaltigen Kunststoffen nicht auf Nischenanwendungen beschränkt. Die biologische Abbaubarkeit der neuartigen Kunststoffe schaffe zudem perspektivisch eine Lösung für das Mikroplastikproblem.

Finanzierungsrunde beschleunigt Markteintritt

Um den Markteintritt dahinter zu beschleunigen, beteiligten sich verschiedene Impact- und Technologiefonds an der Seed-Finanzierungsrunde: Neben Leadinvestor Circulate Capital investieren auch Positron Ventures sowie bmp Ventures mit dem IBG Innovationsfonds.

Die staatliche Förderung wird wiederum durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie den Freistaat Sachsen im Rahmen einer F&E-Verbundprojektförderung der Sächsischen Aufbaubank (SAB) kofinanziert. Sie erfolgt im Zuge des Projekts „Saxy Plastics”, bei dem Aevoloop mit dem Leibniz-Institut für Polymerforschung, der Universität Leipzig und dem Center for the Transformation of Chemistry (CTC) kooperiert.

INFO

Das EFRE/JTF-geförderte Projekt Saxy Plastics verfolgt das Ziel, neuartige Kunststoffe zu entwickeln, die vollständig recycelbar, bio-basiert und biologisch abbaubar sind. Von Juli 2025 bis Dezember 2027 will das Konsortium neue Standards in der Kreislaufwirtschaft setzen. Ausgangspunkt ist laut eigener Aussage die Tatsache, dass herkömmliches Recycling zu einem Qualitätsverlust führt und eine echte Kreislaufwirtschaft bislang verhindert. Die Lösung: innovative Materialien aus regionalem Abfall, die robust, vielseitig und enzymatisch abbaubar sind – und damit Umwelt und Gesellschaft gleichermaßen nützen.

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Kapital für Weiterentwicklung, Team und Pilotprojekte

Mit dem eingeworbenen Kapital von 3,25 Millionen Euro Seed-Investment und knapp fünf Millionen Euro an staatlicher Förderung verfolgt das Start-up einen klaren Fahrplan: Die Weiterentwicklung seiner Lösung, den Ausbau seines Teams und die Umsetzung weiterer Pilotprojekte mit Industriepartnern, beispielsweise um neue Produkte – wie Folien, Spritzgussteile und Fasern – zu entwickeln.

„Plastik ist nicht grundsätzlich schlecht, nur unser Umgang damit“, sagt Dr. Manuel Häußler, Mitgründer und wissenschaftlicher Kopf von Aevoloop. Mit seiner Technologie mache das Unternehmen Kunststoffe vollständig wiederverwertbar. So kombinieren wir die Leistungsfähigkeit konventioneller Kunststoffe mit echter Kreislauffähigkeit. Unser Ziel ist eine Welt, in der nachhaltiges Plastik endlos oft eingesetzt werden kann – ohne Abfall und ohne Verschwendung“, erklärt Häußler weiter.

Wolfgang Hafenmayer, Gründungspartner vom Leadinvestor Circulate Capital, sagt dazu: „Die Technologie von Aevoloop ist ein bedeutender Fortschritt für die Kreislaufwirtschaft bei Polyolefinen. Erstmals habe man eine echte Material-Alternative – ohne die Kompromisse, die andere Lösungen aufweisen. „Genau diese Art von skalierbarer Innovation kann einen systemischen Wandel in der gesamten Kunststoff-Wertschöpfungskette vorantreiben“, so Hafenmayer.

Aevoloop-Material: Das Start-up aus Leipzig entwickelt Kunststoffe, die das Recycling und den natürlichen Abbau schon mitdenken.(Bild:  Sprind GmbH)
Aevoloop-Material: Das Start-up aus Leipzig entwickelt Kunststoffe, die das Recycling und den natürlichen Abbau schon mitdenken.
(Bild: Sprind GmbH)

Erste Pilotprojekte sind gestartet

Die zugrundeliegende Technologie ist auf bestehenden Extrudern und Spritzgussmaschinen sofort einsetzbar: Die Produktion ist zudem vergleichsweise günstig – rein biobasierte Alternativen sind oft deutlich teurer.

Erste Pilotlinien und -projekte sind gestartet, getragen von Partnern, wie der Bundesagentur für Sprunginnovationen (Sprind), die eine Anschubfinanzierung von knapp einer Million Euro eingebracht hat oder dem Center for the Transformation of Chemistry (CTC), mit welchem Aevoloop in der Forschung eng zusammenarbeitet.

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