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Geopolitische Spannungen gefährden Wachstum Deutsche Wirtschaft stagniert: Reformen notwendig

Verantwortliche:r Redakteur:in: Simone Fischer 3 min Lesedauer

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Im Frühjahrsgutachten prognostizieren Wirtschaftsforschungsinstitute für 2025 ein schwaches Wachstum von 0,1 % in Deutschland. Als Ursachen werden geopolitische Spannungen, protektionistische US-Handelspolitik und strukturelle Probleme angeführt. Es seinen Reformen nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Der geopolitische Umbruch verschärft  die Krise in Deutschland wodurch Strukturreformen, laut dem Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute, noch dringlicher werden.(Bild:  Dalle3/OpenAI)
Der geopolitische Umbruch verschärft die Krise in Deutschland wodurch Strukturreformen, laut dem Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute, noch dringlicher werden.
(Bild: Dalle3/OpenAI)

Die deutsche Wirtschaft steht weiterhin unter enormem Druck. Das aktuelle Frühjahrsgutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute zeigt, dass für 2025 nur ein marginales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,1 % erwartet wird. Der Ausblick für 2026 ist zwar mit einem erwarteten Anstieg von 1,3 % etwas optimistischer, dennoch bleibt die Lage angespannt.Kurzfristige Belastungen resultieren aus der neuen US-Zollpolitik und einer wachsenden wirtschaftspolitischen Unsicherheit. Diese Faktoren drohen, den privaten Konsum und Investitionen zu verdrängen. Zudem stehen deutsche Unternehmen unter steigendem Druck durch internationalen Wettbewerb, insbesondere aus China. Verschärfend kommen strukturelle Schwächen wie der Fachkräftemangel und hohe bürokratische Hürden hinzu.

Um die wirtschaftliche Stabilität zu sichern, haben Bundestag und Bundesrat die Finanzverfassung geändert. Diese Anpassung öffnet neue öffentliche Verschuldungsspielräume für Verteidigung, Klimaschutz und Infrastruktur. Unklar ist jedoch, wie diese Mittel effektiv genutzt werden. Die Institute prognostizieren, dass in 2025 kaum zusätzliche Mittel für Verteidigung und Investitionen abgerufen werden, obwohl Mehrausgaben von rund 24 Mrd. Euro und ein Expansionsimpuls von etwa 0,5 Prozentpunkten für das BIP in 2026 erwartet werden.Die Auswirkungen der US-Zölle auf Aluminium, Stahl und Kfz-Importe drücken zudem das Wirtschaftswachstum. Weitere Zollanhebungen könnten diesen negativen Effekt noch verstärken.

Diese Lage wird für den Arbeitsmarkt prognostiziert

(Bild:  GD Frühjahr 2025)
(Bild: GD Frühjahr 2025)

Außerdem hat sich laut Gutachten die Lage am Arbeitsmarkt spürbar verschlechtert. Seit 2022 hat sich die Zahl der Arbeitslosen um über 400.000 erhöht, was die Arbeitslosenquote auf 6,3 % hebt. Verluste in der Beschäftigung betreffen vor allem das verarbeitende und das Baugewerbe sowie Unternehmensdienstleister. Hingegen wächst die Beschäftigung im öffentlichen Dienst, der Erziehung und im Gesundheitsbereich. 
Für die kommenden Monate gehen die Institute davon aus, dass die Arbeitslosigkeit zunehmen wird. Erst wenn sich die wirtschaftliche Situation im Verlauf des Jahres 2026 verbessert, ist wieder von einer sinkenden Arbeitslosigkeit auszugehen.

So könnte die Finanzpolitik beeinflusst werden

In der Geldpolitik zeichnen sich ebenfalls Änderungen ab. Die Phase der Leitzinssenkungen könnte enden, da in den USA die Zölle die Preisstabilität gefährden und im Euroraum eine expansivere Finanzpolitik lässt die Kapitalmarktzinsen steigen, weshalb der Leitzins mit 2,5 % nicht mehr weit von seinem neutralen Niveau entfernt ist.. Wird das fiskalische Regelwerk im Euroraum gelockert, werden die Kapitalmärkte als Kontrollinstanz für nachhaltige Staatsfinanzen wichtiger. 

Zu diesem Fazit kommt das Gutachten

Deutschland leidet nicht nur unter einer Konjunkturschwäche, sondern hat vor allem Strukturprobleme. Sie lassen sich nicht durch eine bloße Erhöhung der Staatsausgaben lösen und machen potenzialstärkende Reformen umso dringlicher. So braucht etwa das Sozialsystem Anpassungen an den demografischen Wandel, damit die Lohnnebenkosten nicht weiter stark steigen.

Hier gelangen Sie zur Langfassung des Gutachtens.

Quelle: Ifo Institut, Ifw-Kiel

Über die Gemeinschaftsdiagnose

Die Gemeinschaftsdiagnose wird zweimal im Jahr im Auftrag des Bundesminis­teriums für Wirtschaft und Klimaschutz erstellt. Am Frühjahrsgutachten 2025 haben mitgewirkt:

- Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)
- Ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. in Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO)
- Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel)
- Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)
- RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Kooperation mit dem Institut für Höhere Studien (IHS) Wien

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