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Case-Study MES bei Moeschter  Smarte Prozesse für Hochleistungsprodukte

Quelle: Pressemitteilung 5 min Lesedauer

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Die Moeschter Group setzt auf ein Manufacturing Execution System (MES), um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Mit dem Transformationsprogramm „Fit4Growth“ gelang dem Spezialisten für technische Kunststoffe und Keramik der Sprung in eine digital gesteuerte, hochgradig effiziente Fertigung – ein strategischer Umbau, der weit über die reine Technik hinausgeht.

Customer Experience Point bei der Moeschter Group. Nathalie Kletti, Geschäftsführerin von MPDV, und Georgios Kabitoglou, Geschäftsführer der Moeschter Group (v.l.). Gemeinsam implementierten sie ein Manufacturing Execution System bei Moeschter.(Bild:  Moeschter Group)
Customer Experience Point bei der Moeschter Group. Nathalie Kletti, Geschäftsführerin von MPDV, und Georgios Kabitoglou, Geschäftsführer der Moeschter Group (v.l.). Gemeinsam implementierten sie ein Manufacturing Execution System bei Moeschter.
(Bild: Moeschter Group)

Prozesse rund um die Produktion zu transformieren, ist weit mehr als eine isolierte Einzelmaßnahme. Es handelt sich um ein strategisches Vorhaben, bei dem digitale Lösungen das Fundament bilden. Bei der Moeschter Group hat die Einführung eines Manufacturing Execution System (MES) die Fertigung grundlegend verändert und das Unternehmen für den Wettbewerb neu aufgestellt.

Solides Fundament für profitables Wachstum

Der Hersteller elektrischer und thermischer Isolierungen aus technischen Kunststoffen sowie Produkten aus Keramik bedient seit 33 Jahren Kunden mit anspruchsvollen Anforderungen aus nahezu allen Branchen. Als Portfolio-Unternehmen der Hannover Finanz verfolgt die Moeschter Group das Ziel, weltweit zu wachsen und an die Erfolge der vergangenen Jahrzehnte anzuknüpfen. Dafür war ein tiefgreifender Wandel notwendig. Das übergeordnete Ziel der Digitalisierung bestand darin, ein solides Fundament zu schaffen, um profitabel zu skalieren und die Zukunft als wettbewerbsfähiger Mittelständler zu sichern. Dieser Prozess betraf nahezu alle Unternehmensbereiche – von der Maschinenauslastung und Produktivität bis hin zur Transparenz und der internen Unternehmenskultur.

Die Moeschter Group stellt ab Stückzahl Eins unter anderem elektrische und thermische Isolationsbauteile aus Hochleistungskunststoffen her.(Bild:  Moeschter Group)
Die Moeschter Group stellt ab Stückzahl Eins unter anderem elektrische und thermische Isolationsbauteile aus Hochleistungskunststoffen her.
(Bild: Moeschter Group)

Geschäftsführer Georgios Kabitoglou betont die strategische Relevanz: „In den vergangenen fünf Jahren haben wir die Transformation massiv vorangetrieben. Dafür initiierte ich das Transformationsprogramm Fit4Growth, mit dem wir alle Bereiche im Unternehmen beleuchtet und signifikante Digitalisierungs- und Optimierungsansätze identifiziert und umgesetzt haben.“

Die Wahl des richtigen Partners

Die Entscheidung für die Implementierung eines MES traf Kabitoglou im Rahmen von „Fit4Growth“ gemeinsam mit den Bereichs- und Abteilungsleitern. Das System sollte als logische funktionelle Basis für die Produktion dienen und alle relevanten Kennzahlen (KPIs) sowie Optimierungen abbilden.

Nach einer intensiven Prüfung verschiedener MES-Anbieter fiel die Wahl auf MPDV Mikrolab in Mosbach. Ausschlaggebend waren neben der umfassenden Erfahrung dieses Lösungsanbieters auch zwischenmenschliche Faktoren. Kabitoglou erklärt hierzu: „Die Erwartungshaltung war, dass wir eine nie dagewesene Transparenz in den Kennzahlen bekommen, unser Versprechen an die Kunden nachhaltig steigern und unsere Produktivität deutlich erhöhen können.“ Im Klartext: die operationelle Exzellenz und Liefertreue steigern, Maschinenauslastung und Personaleinsatz optimieren.

Technologische Umsetzung und Modulvielfalt

Um diese Anforderungen zu erfüllen, setzt die Moeschter Group auf eine Kombination leistungsstarker Tools seitens MPDV Mikrolab: das MES Hydra X, das Advanced Planning and Scheduling System Fedra sowie ein Modul zur KI-Fertigungssteuerung. Hydra X deckt dabei das Ressourcen-, Auftrags- und Informationsmanagement ab. Fedra ergänzt dies durch Anwendungen in den Bereichen Detailed Scheduling, Advanced Resource Planning sowie KI-gestützte Planung und Optimierung.

Projektdaten für das Manufacturing Execution System bei Moeschter 

Die Moeschter Group bewältigt jährlich mehr als 70.000 Fertigungsaufträge mit einer durchschnittlichen Losgröße von 3 bis 5 Stück, was einem täglichen Fertigungsvolumen von über 1.000 Stück entspricht. Das System bedient rund 15 Anwender in der Fertigungssteuerung und auf Führungsebene sowie 60 Shopfloor-Devices.
Insgesamt sind circa 45 Maschinen, darunter CNC-Dreh- und Fräsmaschinen, angebunden. Die IT-Infrastruktur basiert auf Windows Server 2019 und MS SQL 2019, mit Schnittstellen zum ERP-System (Aufträge, Materialbestände) und zum HR-System (Personalstamm, Anwesenheiten).

Die Implementierung erfolgte schrittweise. Die Maschinendatenerfassung startete im zweiten Halbjahr 2021, gefolgt von der Aufnahme der Betriebsdaten ab Oktober 2023. Trotz der Komplexität setzte das Unternehmen bewusst auf Standardlösungen von MPDV Mikrolab, um die Wartbarkeit zu erhöhen. „Da ich ein großer Freund von Standardlösungen bin, hatten wir nur ein paar kundenindividuelle Anpassungen, die unser Geschäftsmodell gebraucht hat“, erinnert sich Kabitoglou. Nach einer intensiven Phase aus Schulungen, Workshops und Konfigurationen gingen die Systeme im Januar 2024 live. Die anschließende Hyper-Care-Phase wurde im April 2024 erfolgreich abgeschlossen.

Der Mensch im Mittelpunkt des Wandels

Eine der größten Herausforderungen bei einem Projekt dieser Tragweite ist der Faktor Mensch. Daher wurde das Change-Management von Beginn an als fester Bestandteil von „Fit4Growth“ definiert. „Wenn in einem Unternehmen so viel verändert wird, sind die Menschen und die Koordination des Projektes die größten Herausforderungen“, resümiert Kabitoglou. Der Schlüssel zum Erfolg lag in einer transparenten Kommunikation und intensiven Schulungen auf allen Ebenen, vom Human Resource Management bis zum Shopfloor. „Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation – viel Transparenz und natürlich Kontrolle“, so der Geschäftsführer. Kabitoglou selbst übernahm dabei die Rolle des Chief Transformation Officers (CTO) und Projektleiters, um seine volle Unterstützung für das Vorhaben zu signalisieren.

Messbare Erfolge und gesteigerte Effizienz

Kennzahlen und Transparenz beherrschen die Produktion. v.l.: Nathalie Kletti, Geschäftsführerin MPDV, Vanessa Förster, Leitung Operations der Moeschter Group
(Bild: Moeschter Group)

Die Ergebnisse der Transformation sind bereits deutlich spürbar. Die Belegschaft arbeitet in einem modernen Umfeld motivierter und agiert strategischer, während die Kunden die Veränderungen durch die Platzierung von Folgeaufträgen honorieren. Vanessa Förster, Bereichsleitung Operations, ergänzt: „Mit Hydra und Fedra haben wir Werkzeuge, die uns nicht nur bei der Ressourcennutzung unterstützen, sondern auch unsere Terminplanung auf ein neues Niveau heben. Die Kombination aus guter Datenqualität und intelligenter Planung hat unsere Liefertermintreue nachhaltig verbessert.“

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Die nackten Zahlen bestätigen diesen Eindruck: Der Ressourcenaufwand für die Fertigungssteuerung sank um 30 %, während die Produktions- und Durchlaufzeiten um beachtliche 49 % reduziert werden konnten. Gleichzeitig stieg die Liefertreue um 11 % und die Zusatzfähigkeiten im Shopfloor-Team nahmen um 30 % zu. Zudem sorgt der Einsatz von KI für eine deutlich höhere Transparenz bei der Ressourcenverfügbarkeit.

Vorbereitet auf den Turnaround

Trotz globaler Krisen wie Pandemie, Inflation und Lieferkettenproblemen hat die Moeschter Group ihr bisher größtes Investitionsprogramm durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen. Georgios Kabitoglou ist überzeugt, dass gerade schwierige Zeiten genutzt werden müssen, um ein Unternehmen durch vorausschauende Strategien zu stärken und auf den kommenden wirtschaftlichen Turnaround vorzubereiten.

Fragen an Georgios Kabitoglou, 
CEO der Moeschter Group

Wie haben Sie die Einführung des MES persönlich empfunden?
Georgios Kabitoglou: Ich habe in meiner Karriere immer wieder digitalisieren wollen, müssen und können. Die Einführung der MPDV-Softwarelösungen hat mich deswegen nicht besonders überrascht. Energie hat es trotzdem gekostet, weil der Umfang des Projektes sehr breit gefasst war. Wir mussten auch einiges aufholen. Ich war zufrieden mit dem Austausch auf Management-Ebene mit MPDV. Wir konnten alle Themen lösen. Am Ende ist daraus eine sehr enge Beziehung entstanden und ich kann mich mittlerweile als größten MPDV-Fan bezeichnen.

Georgios Kabitoglou, Geschäftsführer der Moeschter Group.
(Bild: Moeschter Group)

Gab es Phasen, in denen die MES-Einführung stockte?
Georgios Kabitoglou: Natürlich, alles andere wäre gelogen. Jedes Projekt hat seine schwierigen Phasen. Wo Menschen mit komplexen Zusammenhängen agieren, da passieren Missverständnisse, Verschiebungen, Fehler usw. – auf beiden Seiten. Das ist gesetzt. Wie man damit umgeht, macht den Unterschied aus. Und da denke ich, haben wir mit MPDV einen hervorragenden Partner gefunden.

Hatten Sie während der Implementierungsphase schlaflose Nächte?
Georgios Kabitoglou: Einige, in der Tat. Wenn man am ganzen Körper des Unternehmens gleichzeitig operiert, viele Mitarbeiter und deren Familien auf eine Abenteuerreise mitnimmt und wichtige Entscheidungen für die Zukunft der Firma als alleiniger Kapitän trifft, dann lastet eine besondere Verantwortung auf den Schultern. Vor allem, wenn man den Gesamtkontext der Wirtschaft und Politik im Paralleluniversum betrachtet. Die Phase, bevor sich eine Entscheidung als richtig herausstellt, ist maximal spannend. Das kann die eine oder andere Nacht in einen unruhigen Schlaf verwandeln. Heute schlafe ich dafür sehr ruhig.