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Interview „Kunststoff ist Zukunft – auch auf der Messe“

Von Stefan Lenz 5 min Lesedauer

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Die Kuteno 2025 rückt näher – mit frischem Konzept, neuem Standort und starken Impulsen für die Branche. Dr. Ron Brinitzer, Geschäftsführer von kunststoffland NRW, spricht im Interview über die Bedeutung der Messe für den Standort Nordrhein-Westfalen, über neue Formate wie die Start-up Area, die Future Talents Tour und darüber, warum Messen auch in digitalen Zeiten unverzichtbare Netzwerke für die Kunststoffindustrie sind.

Dr. Ron Brinitzer, Geschäftsführer kunststoffland NRW: "Verbände müssen die Funktion einer Netzwerk-Plattform für ihre Mitglieder bedienen."(Bild:  kunststoffland NRW)
Dr. Ron Brinitzer, Geschäftsführer kunststoffland NRW: "Verbände müssen die Funktion einer Netzwerk-Plattform für ihre Mitglieder bedienen."
(Bild: kunststoffland NRW)

Die Kunststoffbranche steht unter enormem Innovationsdruck – sowohl durch technologische Entwicklungen als auch durch strukturelle Herausforderungen wie Fachkräftemangel und Nachhaltigkeitsanforderungen. Messen gewinnen dabei wieder an Bedeutung als Plattformen des Austauschs und der Inspiration. Für den Verband kunststoffland NRW ist die Kuteno dabei ein zentrales Instrument der Vernetzung, Nachwuchsförderung und Standortstärkung. Im Interview erläutert Dr. Ron Brinitzer, wie sich der Verband für die Messe engagiert, welche inhaltlichen Akzente 2025 gesetzt werden – und warum er die Kuteno für einen entscheidenden Vorteil im Wettbewerb der Kunststoffregionen hält.

PlastXnow: Bald ist es so weit, am 13. Mai startet die Kuteno 2025 im neuen Gewand. Welche Bedeutung haben Messen für Sie als Verband allgemein und welche Bedeutung hat speziell die Kuteno?

Dr. Ron Brinitzer: Verbände müssen die Funktion einer Netzwerk-Plattform für ihre Mitglieder bedienen. Das bedeutet, dass es unsere Aufgabe ist, Unternehmen miteinander ins Gespräch zu bringen, Kontakte zu schaffen und manchmal auf Anfrage ganz konkret für bestimmte Aufträge oder Projekte Partner zu identifizieren und zu vermitteln. Genau das passiert auch auf Messen. Insofern sind Messen die natürlichen Partner oder Verbündeten von uns Verbänden. 

Das trifft für uns als kunststoffland NRW in Bezug auf die Kuteno in besonderem Maße zu. Die zentrale Aufgabe von kunststoffland NRW ist es, die Kunststoffindustrie in Nordrhein-Westfalen zu fördern. Wenn sich mit der Kuteno neben der K eine erfolgreiche Kunststoffmesse in NRW etabliert hat, dann halte ich das für einen wichtigen Standortvorteil. Das kann nur in unserem Interesse sein.

PlastXnow: Das hört sich gut an, aber was macht kunststoffland NRW konkret, um die Messe zu unterstützen?

Dr. Brinitzer: Wir haben uns für die neue Kuteno viel vorgenommen. Bislang waren wir zusammen mit unserem Regionalpartner Kunststoffe in OWL auf einem gemeinsamen Stand. Das bleibt auch so. Aber als erste Neuerung haben wir in diesem Jahr eine Start-Up Area für junge und innovative Unternehmen organisiert. Dahinter steckt der Gedanke, dass wir aus wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht nur durch immer tiefer gehende Kostenschnitte kommen, sondern dass wir uns mit neuen Produkten und Ideen da herausarbeiten müssen. Deshalb wollen wir nicht nur die Start-Ups auf der Kuteno unterstützen, sondern auch einen Beitrag zur Entwicklung einer Startup-Szene im Kunststoffbereich in NRW leisten.

Dass ich die Kuteno für einen wichtigen Standortvorteil für die Branche halte und uns als natürlichen Partner sehe, das habe ich bereits deutlich gemacht. Insofern freut es mich riesig, dass mit dem Umzug nach Bad Salzuflen und der parallel stattfindenden KPA nun der nächste Schritt gegangen wird.

Diesen Gedanken setzen wir mit unserem Pitch-Event auf der Bühne am 14. Mai fort. Die Premiere hatte dieses Format bereits auf der letzten Kuteno. Die Start-Ups erhalten so die Möglichkeit, ihre Innovationen noch einmal einem größeren Publikum bekannt zu machen. Aber so eine Pitch-Veranstaltung soll durch die Kürze der Pitches und den schnellen Wechsel der vorgestellten Unternehmen auch immer einen Unterhaltungswert für das Publikum haben, das dann ruhig schon mal das erste Messebier genießen darf…

Und dann machen wir zusammen mit Kunststoffe in OW, dem Netzwerk der Kunststoffbranche in Ostwestfalen-Lippe, noch etwas ganz Neues, nämlich die Future Talents Tour. Dabei werden wir ausgewählten Schülergruppen Kunststoff „zum Anfassen“ bieten. Nach einer kurzen thematischen Einführung in das Thema können die Schülerinnen und Schüler an unserer Handspritzgießmaschine hautnah erleben, wie Kunststoff verarbeitet wird, um dann verschiedene Firmenstände aus ihrer Region zu besuchen. Die Unternehmen der Kunststoffindustrie suchen händeringend Fachkräfte und Azubis. Neben dem Image von Kunststoff haben die Unternehmen auch damit zu kämpfen, dass die kunststoffspezifischen Ausbildungsberufe in der Breite einfach nicht so bekannt sind. Hier wollen wir ansetzen und vielleicht kommt langfristig dadurch ja sogar der eine oder andere Ausbildungsvertrag zustande. Für Events wie Azubimessen, Tag der offenen Tür etc. verleihen wir unsere Handspritzgießmaschine an Unternehmen

PlastXnow: Sie hatten eben von der neuen Kuteno gesprochen – wie beurteilen Sie die anstehenden Veränderungen?

Dr. Brinitzer: Dass ich die Kuteno für einen wichtigen Standortvorteil für die Branche halte und uns als natürlichen Partner sehe, das habe ich bereits deutlich gemacht. Insofern freut es mich riesig, dass mit dem Umzug nach Bad Salzuflen und der parallel stattfindenden KPA nun der nächste Schritt gegangen wird.

Ich glaube, dass damit in zweifacherweise die Grundlagen für künftiges Wachstum gelegt sind:

Zum einen steht mit dem Messegelände in Bad Salzuflen mehr Raum zur Verfügung als in RhedaWiedenbrück, wo die Hallen aufgrund der wachsenden Nachfrage übergequollen sind. Damit steht einem weiteren Wachstum nichts im Wege.

Zum zweiten wird die Messe mit der parallel stattfindenden KPA auch inhaltlich konsequent weiterentwickelt. Die Verarbeiter und Anwender sind letztendlich zwei Seiten der Medaille, weshalb es Sinn macht, beide zusammenzuführen. Das erschließt nicht nur neue Besuchergruppen für die Messe, sondern verschafft den Verarbeitern auch gegenüber den Anwendern eine Plattform, wo sie ihr ganzes Können zeigen können.

Bei all dem bin ich mir sicher, dass Easyfairs den einzigartigen und persönlichen Charakter der Messe, den Horst Rudolph ja ganz erheblich mitgeprägt hat, erhalten wird. Die schlüsselfertigen Stände, die kurzen Wege, das kostenfreie Catering, das Messebier und der Ausstellerabend – all das wird den Charakter auch weiter prägen.

PlastXnow: Da spüre ich eine richtige Vorfreude auf die Messe?

Dr. Brinitzer: Ja, ich glaube das trifft es ziemlich gut! Für mich ist die Kuteno die Messe der Entscheider aus der Region und zunehmend darüber hinaus aus der nördlichen Hälfte Deutschlands, denn hier trifft man an jedem Stand die Geschäftsführer, technischen Leiter oder Produktionsverantwortlichen. Das macht die Messe aus – schlicht der Place to be für alle die mit Kunststoff zu tun haben!

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