PET to PET Recycling hat im Geschäftsjahr 2025 mit über 33.600 Tonnen recyceltem PET-Material einen neuen Höchstwert erreicht. Damit übertrifft das Unternehmen auch das bisherige Rekordniveau aus dem Jahr 2022.
(Bild: Andi Bruckner)
Nach einem leicht rückläufigen Produktionsvolumen 2024 zieht die PET to PET Recycling Österreich GmbH eine erfolgreiche Bilanz für das Geschäftsjahr 2025: 33.675 t PET-Material – das entspricht 1,34 Mrd. PET-Getränkeflaschen – wurden in Österreich erfolgreich im Bottle-to-Bottle-Kreislauf gehalten. Das bedeutet eine Steigerung von rund 7 % im Vergleich zum Vorjahr (2024: 31.354 t) und einen neuen Rekordwert gegenüber der Recyclingmenge 2022 (32.900 t).
Ausschlaggebend dafür ist laut Christian Strasser, Geschäftsführer von PET to PET, die Einführung von Einwegpfandsystemen in europäischen Nachbarländern wie Ungarn und Slowakei sowie Anfang des vergangenen Jahres in Österreich: „Die Umstellung führte zu einer kräftigen Steigerung der Verarbeitungsmenge, die jedoch im Laufe des zweiten Halbjahres merkbar zurückgegangen ist.“
Mitverantwortlich dafür seien die Kaufzurückhaltung der heimischen Konsumenten gewesen – diese Beobachtung konnte bereits in anderen EU-Ländern im Zuge der Einführung von Pfandsystemen gemacht werden. „Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit erwarten wir die Rückkehr zur Ausgangslage, wie das auch in anderen Märkten bereits der Fall war“, so Strasser weiter.
Erschwerte Rahmenbedingungen für Recycling-PET
Trotz des neuen Höchstwerts sieht sich die Recyclingbranche in Österreich mit zunehmend erschwerten Bedingungen konfrontiert, die einer gut funktionierenden Kreislaufwirtschaft im Land entgegenwirken: „Es besteht derzeit wieder ein sehr großer Abstand zwischen Primär- und Sekundärrohstoffen. Die kostengünstigere Neuware wird in Europa wieder vermehrt eingesetzt. Entgegen diesem Trend wurden die Einsatzquoten von Sekundärware in Österreich auf hohem Niveau gehalten“, erklärt Strasser.
Thomas Billes, Geschäftsführer von PET to PET, ergänzt: „Ein zusätzliches Problemfeld stellen zunehmende Billigimporte von Sekundärrohstoffen aus Nicht-EU-Ländern dar. Auch wenn uns im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Steigerung der Verarbeitungsmenge gelungen ist, hat sich der Absatzmarkt nicht im gleichen Ausmaß entwickelt.“ Hier lag das Unternehmen um drei Prozent hinter dem Ergebnis von 2025, was zu einem kurzfristigen Lageraufbau führte.
Neben der Stabilisierung nach der Umstellungsphase auf das Einwegpfandsystem erwartet die Geschäftsführung für das Jahr 2026 wieder eine steigende Nachfrage nach PET-Rezyklaten sowie einen substanziellen Aufwärtstrend in Österreich und Europa.
Investitionsmaßnahmen am Unternehmensstandort
Im zweiten Halbjahr 2025 erfolgten mit den Veränderungen vom Gelben Sack und der Gelben Tonne auf das Pfandsystem auch Umstellungen am Produktionsstandort in Müllendorf. Durch die Sammlung einer reinen Getränkeverpackungsfraktion von PET-Flaschen und Dosen musste im Bereich der Erkennung und Entfernung von metallischen Verunreinigungen durch Getränkedosen nachgerüstet werden. So wurde eine hochwertige Metallabscheidung sowohl im Bereich der Flaschensortierung als auch am Ende des Waschvorganges, bei dem die bereits zerkleinerten Flaschenteilchen (Flakes) nachsortiert werden, erfolgreich in Betrieb genommen.
(Bild: Andi Bruckner)
PET to PET Geschäftsführer Christian Strasser (l) und Thomas Billes: „Preisunterschiede zwischen Primär- und Sekundärware sowie zunehmende Billigimporte von Sekundärrohstoffen aus Nicht-EU-Ländern sind ein wachsendes Problem.“
Hinzu kam ein weiterer Silo mit einem Volumen von 140 Kubikmeter. Dieser schuf zusätzlichen Platz für die Zwischenlagerung des PET-Rezyklats in Granulatform. Darüber hinaus wurde eine bestehende Lagerfläche von ca. 2.500 qm mit einer Überdachung ausgestattet, die eine zukünftige Erweiterung der bereits installierten PV-Anlage von aktuell 1,2 MWp um weitere 250 kWp ermöglicht.
PET to PET: Ausblick 2026
Für das neue Geschäftsjahr sind bei PET to PET weitere Schritte vorgesehen, um die Automatisierung in der Waschanlage zu erhöhen. Das heißt, dass zukünftig die Öffnung der mit Stahldraht gebundenen Flaschenballen automatisch erfolgen soll. Damit wird einer der anstrengendsten und risikoreicheren Arbeitsbereiche verbessert.
In den kommenden Jahren ist auch eine höhere Automatisierung bei der Anlagenbeschickung geplant. Dadurch sollen künftig Effizienz sowie Wettbewerbsfähigkeit gesteigert und das künftige Geschäft nachhaltig abgesichert werden.
Stand: 16.12.2025
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INFO
PET-Flaschen in Deutschland: Eine Erfolgsstory in Zahlen
Rund 17 Milliarden Stück wurden 2023 allein in Deutschland verkauft.
96,1 Prozent aller PET-Getränkeflaschen (Ein- und Mehrweg) wurden 2023 in Deutschland dem Pfandsystem zugeführt.
Der Großteil des recycelten Materials wird direkt wieder in den Produktionsprozess eingespeist: 194,8 Kilotonnen r-PET stammten 2023 aus dem geschlossenen Bottle-to-Bottle-Kreislauf.
Positiver Trend: Mit 51,2 Prozent lag der Anteil von r-PET 2023 in der deutschen Produktion von Preforms erstmals über dem von Neumaterial.