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Kommentar – Deshalb würden Ingenieure nochmal Kunststofftechnik studieren "Wer selbst etwas verändern möchte, sollte unbedingt Kunststofftechnik studieren"

Ein Gastkommentar von Inna Klumpp, arbeitet in der anwendungstechnischen Beratung bei Arburg 2 min Lesedauer

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Das Ingenieurstudium, auch das der Kunststofftechnik, hat an Attraktivität verloren. Das können die Ingenieure der Kunststoffbranche nicht nachvollziehen. Erfahren Sie heute, weshalb Inna Klumpp für die Kunststofftechnik brennt.

Neben der energetischen Optimierung von Maschinen begeistert sich Inna Klumpp auch für den Mikrospritzguss.(Bild:  Redaktion)
Neben der energetischen Optimierung von Maschinen begeistert sich Inna Klumpp auch für den Mikrospritzguss.
(Bild: Redaktion)

Nach dem Abitur habe ich intensiv nach einem Beruf oder besser gesagt einer Berufung gesucht, die zu mir passt. So bin ich zur Kunststofftechnik gekommen und habe diesen Studiengang an der Hochschule Aalen studiert. Im Rahmen eines Praxissemesters und des Schreibens meiner Bachelor-Arbeit bei Arburg war schnell klar: In diesem Familienunternehmen mit seinen großartigen Maschinen zur Kunststoffverarbeitung will ich bleiben. Und seit Herbst 2018 bin ich Mitarbeiterin bei Arburg. 

Für mich ist Kunststoff auch eine Art Lebensretter. Man stelle sich mal einen OP-Saal oder einen Arztbesuch vor ganz ohne Produkte aus Kunststoff: keine sterilen Verpackungen, keine Spritzen, Werkzeuge, Implantate... Kunststoff ist flexibel, widerstandfähig, sterilisierbar. Er lässt sich an verschiedenste Anforderungen anpassen und sorgt für Hygiene und Sicherheit. Das ideale Material also für anspruchsvolle Anwendungen – nicht nur in der Medizinbranche. Auch im Alltag gäbe es ohne Kunststoff keine Autos, keine Handys, kein Laptop, keine Kleidung. Deshalb sehe ich Kunststoff als einen enorm wichtigen Bestandteil unseres täglichen und modernen Lebens und vor allem auch ein Wertstoff.

Wiederverwendbarer Deckel für To-go-Becher aus Rezyklat.(Bild:  Redakti)
Wiederverwendbarer Deckel für To-go-Becher aus Rezyklat.
(Bild: Redakti)

Kommentar – Deshalb würden Ingenieure nochmal Kunststofftechnik studieren„Kunststoff – Werkstoff der Zukunft“Jeder Einzelne in unserer Gesellschaft sollte versuchen, Kunststoff als wertvoll zu betrachten und dabei auch an die Nachhaltigkeit denken. Nur wenn Kunststoffprodukte nach Gebrauch möglichst sortenrein getrennt und gesammelt werden, kann das Material sinnvoll zurück in den Kreislauf gebracht und in Form von Rezyklat wiederverwendet werden. Wie das super gelingen kann, haben wir beispielsweise auf den Technologie-Tagen 2025 gezeigt. Hier hat eine Allrounder-Spritzgießmaschine ein PCR auf Basis von Meeresplastik verarbeitet, das in Küstengebieten mit Hilfe der lokalen Bevölkerung direkt aus dem Meer „gefischt“ wird. Daraus haben wir Mehrweg-Deckel für recyclingfähige Kaffeebecher produziert – ein perfektes Beispiel für „Upcycling“! 

Der Fokus der Industrie liegt zunehmend auf der Entwicklung von umweltfreundlichen, recyclefähigen und biologisch abbaubaren Kunststoffen. Ich bin fest davon überzeugt: Mit einem Kunststoffstudium kann man hier viel bewirken. Ist es nicht toll, aktiv am Umdenken teilzuhaben und die Nachhaltigkeit im Bereich der Kunststoffe voranzutreiben? Wer selbst etwas verändern möchte, sollte deshalb unbedingt Kunststofftechnik studieren. Auch, weil sich nach dem Studium eine große Bandbreite an Berufen auftut: Materialentwicklung, Maschinenbau, Recycling von Kunststoffen und vieles mehr. 

Ich selbst habe mich für die anwendungstechnische Beratung entschieden und das erfüllt mich. Ich liebe es, mit Kunden ins Gespräch zu kommen und Ihnen effiziente Lösungen zu bieten. Jeder Tag ist besonders, denn jedes Kunststoffteil ist individuell und man lernt jeden Tag dazu. Gerade beschäftige ich mich vor allem mit dem Thema Energie. Ich berate die Kunden bei der Auswahl der energieeffizienztesten Maschine und energetischen Optimierung ihrer Produktion und Prozesse. Das ist sinnstiftend und macht zudem noch enorm Spaß!

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