Zwei Welten. Ein Ziel.

Alle Inhalte von plastverarbeiter.de jetzt auf plastxnow.de.

Finanzielle Herausforderungen der Verarbeiter Liquiditätsengpässe belasten drei von vier Betrieben

Verantwortliche:r Redakteur:in: Matthias Gutbrod 2 min Lesedauer

Die wirtschaftliche Lage der deutschen Kunststoffverarbeiter spitzt sich zu: Drei von vier Betrieben kämpften zuletzt mit Liquiditätsengpässen, während für das kommende Jahr kaum Besserung in Sicht ist. Eine aktuelle Branchenumfrage beleuchtet die Ursachen der Krise und zeigt, wie Unternehmen mit Factoring und Verkäufen gegensteuern.

Rund 81,5 Prozent der befragten Kunststoffverarbeiter rechnen in 2026 mit einem anhaltend hohen Liquiditätsdruck.(Bild:  Close Brothers Factoring GmbH)
Rund 81,5 Prozent der befragten Kunststoffverarbeiter rechnen in 2026 mit einem anhaltend hohen Liquiditätsdruck.
(Bild: Close Brothers Factoring GmbH)

In den vergangenen zwölf Monaten sahen sich 75 % der Unternehmen in der kunststoffverarbeitenden Industrie mit kritischen Liquiditätsengpässen konfrontiert. Laut einer Umfrage der Close Brothers Factoring GmbH unter 200 Betrieben stuften dabei 17,5 %  ihre Lage als sehr kritisch ein.

Als primäre Ursachen für diese Entwicklung nennen 25 % der betroffenen Firmen Umsatzrückgänge aufgrund sinkender Nachfrage. Weitere Belastungsfaktoren stellen Zahlungsverzögerungen (22,5 %) sowie hohe Energiekosten dar, die oft nur zeitverzögert an Kunden weitergegeben werden können.

Forderungsausfälle als systemisches Risiko

Besonders die Zahlungsmoral innerhalb der Lieferketten bereitet der Branche Sorgen. Nahezu alle befragten Unternehmen – 199 von 200 – gaben an, mit Problemen beim Einzug offener Forderungen konfrontiert zu sein. Während 41 % der Betriebe unter verspäteten Zahlungen litten, mussten 69 % sogar vollständige Forderungsausfälle verbuchen. Diese Instabilität gefährdet die kurzfristige Zahlungsfähigkeit massiv und zwingt Unternehmen dazu, ihre Finanzierungsmodelle anzupassen.

Um die Liquidität zu sichern, nutzten im vergangenen Jahr 82 % der Betriebe zusätzliche Finanzierungsmaßnahmen.
(Bild: Close Brothers Factoring GmbH)

Um die Liquidität zu sichern, nutzten im vergangenen Jahr 82 % der Betriebe zusätzliche Finanzierungsmaßnahmen. Während klassische Bankdarlehen mit 42 % noch am häufigsten in Anspruch genommen wurden, gewannen alternative Instrumente wie Factoring (30,5 %) und der Verkauf von Anlagegütern (30,5 %) deutlich an Boden. Angesichts der Prognosen für das kommende Jahr planen bereits 81,5 % der Verarbeiter konkrete Maßnahmen zur Stabilisierung ihrer Finanzen

Strategiewechsel in der Unternehmensfinanzierung

Detlef Küßner, Geschäftsführer der Close Brothers Factoring GmbH(Bild:  Close Brothers Factoring GmbH)
Detlef Küßner, Geschäftsführer der Close Brothers Factoring GmbH
(Bild: Close Brothers Factoring GmbH)

„Wie sich zeigt, gewinnen Zahlungsausfälle und vor allem Zahlungsverzögerungen für immer mehr kunststoffverarbeitende Unternehmen nochmal an Bedeutung mit Blick auf ihre Liquidität“, erklärt Detlef Küßner, Geschäftsführer der Close Brothers Factoring GmbH. Der Forderungsverkauf soll dabei helfen, die Abhängigkeit von Banken zu reduzieren und die Eigenkapitalquote zu stärken. „Seit etwa Oktober letzten Jahres ist die Nachfrage nach unserem Factoring-Angebot stark gestiegen“, so Küßner weiter.

Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate bleiben pessimistisch. Rund 81,5 % der Befragten rechnen mit einem anhaltend hohen Liquiditätsdruck, wobei jeder fünfte Betrieb eine sehr kritische Situation voraussieht. Neben ausbleibenden Zahlungen werden zunehmend hohe Transportkosten als Gefahr für die finanzielle Stabilität eingestuft. Lediglich 0,5 % der Unternehmen – ein einziger Betrieb der Stichprobe – erwartet keinerlei Probleme hinsichtlich der eigenen Zahlungsfähigkeit.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung