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Kolumne: Geht das auch mit Kunststoff? Mit EPD Nachhaltigkeit fundiert nachweisen

Ein Gastbeitrag von Dr. Jan Werner, Gruppenleiter nachhaltige und zirkuläre Produkte am SKZ 2 min Lesedauer

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Nachhaltiges Bauen mit Kunststoffen – geht das? Pauschale Aussagen zur Nachhaltigkeit sind schwierig. Es kommt wie so oft darauf an. Umweltlabels können eine Orientierung bieten, jedoch lässt deren Vielzahl einen oft ratlos zurück. Welcher Standard ist für mich relevant? Was ist vertrauenswürdig? Lassen sich verschiedene Bewertungen miteinander vergleichen?

Eine Umweltproduktdeklaration (EPD) liefert verlässliche und umfassende Nachhaltigkeitsinformationen.(Bild:  Rarradee – stock.adobe.com/SKZ)
Eine Umweltproduktdeklaration (EPD) liefert verlässliche und umfassende Nachhaltigkeitsinformationen.
(Bild: Rarradee – stock.adobe.com/SKZ)
Dr. Jan Werner, Gruppenleiter Nachhaltige und zirkuläre Produkte am SKZ(Bild:  SKZ)
Dr. Jan Werner, Gruppenleiter Nachhaltige und zirkuläre Produkte am SKZ
(Bild: SKZ)

Wichtig sind klare und einheitliche Regeln, Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Belastbarkeit der Ergebnisse, sowie die Vermeidung von Lastenverschiebungen. Ein Erfolgsbeispiel mit Strahlkraft sind Umweltproduktdeklarationen (Environmental Product Declaration – EPD) für Bauprodukte. Hier hat sich ein funktionierendes und verlässliches System zur Nachhaltigkeitsbewertung von Produkten etabliert – auch für Kunststoffprodukte.

Verlässliche Umweltinformationen

Eine EPD nach ISO 14025 und EN15804 gibt Informationen zu einem Bauprodukt und seinen Auswirkungen auf die Umwelt. Für eine EPD werden zuerst Daten über Rohstoffe, Prozesse und andere gesammelt, aus denen die Ökobilanz des Produkts berechnet wird. Die EPD wird daraus anhand eines vorgegebenen Formats erstellt. 
Nachhaltige Produktgestaltung und Produktion wirken sich positiv auf die Ergebnisse aus. Das beginnt beim Material: So bedingen Rezyklate eine direkte Reduzierung von Umweltauswirkungen. Ebenso verhält es sich, wenn das Produkt zum Beispiel leicht recycelt werden kann, oder wenn effizient und nachhaltig mit Ökostrom oder Abfallvermeidung produziert wird.

Weiterhin können eine einfache Installation, ein geringer Wartungs- und Reparaturaufwand, eine lange Nutzungsdauer und ein Recycling nach Nutzungsende die Umweltbilanz verbessern. Die nachhaltige Gestaltung von Kunststoffprodukten und deren Herstellung kann somit in EPD voll zur Geltung gebracht werden. 
Aber wie wird gewährleistet, dass die EPD hält, was sie verspricht? EPD werden auf einer robusten Basis aus weltweit beachteten Normen und Standards und wissenschaftsbasierten Bewertungen erstellt. Zentral ist zudem die verpflichtende Prüfung der Einhaltung aller Anforderungen durch einen erfahrenen und unabhängigen Dritten. Doch damit nicht genug: Auch der EPD-Programmhalter sowie der Ökobilanzierer stehen für die Qualität der EPD ein.

Gemeinsame Normen, gegenseitige Anerkennung und öffentliche Verfügbarkeit von EPD-Daten ermöglichen den wirkungsvollen Einsatz von EPD. Wenn es um Klarheit, Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Belastbarkeit geht, stellen EPD den „Goldstandard“ dar. 
Dies wissen auch Architekten, Planer, Bauherren zu schätzen. Sie nutzen EPD direkt in Systemen zur Bewertung und Zertifizierung von nachhaltigen Gebäuden.

Auch bei EPD ist nicht alles perfekt: Die Erstellung ist anfänglich sehr aufwendig und langwierig, die Verifizierung ebenso. Glücklicherweise gibt es jedoch immer mehr automatisierte Lösungen, die den Prozess enorm vereinfachen und beschleunigen und sich immer einfacher in Unternehmenssysteme integrieren. 
EPD für Bauprodukte könnten somit eine gute Blaupause sein, um Systeme für Umweltproduktdeklarationen auch in anderen Bereichen der Wirtschaft aufzubauen. 
Der Erfolg spricht für sich: Gab es 2020 circa 7.000 verifizierte EPD nach EN15804, waren es 2024 bereits über 23.000.

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