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Neues Verfahren Schwarze Kunststoffe effizient und sortenrein recyceln

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Sortieranlagen im Recycling erkennen schwarzen Kunststoff meist nicht, weshalb dieser aussortiert statt recycelt wird. Ein neues Verfahren vom Fraunhofer IFZP soll das ändern – mithilfe der Thermografie und künstlicher Intelligenz.

Schwarze Kunststoffe effizient sortiert: Fraunhofer IZFP präsentiert KI-gestützten Thermographie-Sortierdemonstrator auf der Solids & Recycling-Technik 2026.(Bild:  Fraunhofer IZFP / Uwe Bellhäuser)
Schwarze Kunststoffe effizient sortiert: Fraunhofer IZFP präsentiert KI-gestützten Thermographie-Sortierdemonstrator auf der Solids & Recycling-Technik 2026.
(Bild: Fraunhofer IZFP / Uwe Bellhäuser)

Während transparente Kunststoffverpackungen und bunte Becher recht einfach erkannt und automatisch aussortiert werden können, bleiben schwarze Kunststoffteile leider oft „unsichtbar“ für die Sortiermaschinen. Sie landen infolgedessen in der thermischen Verwertung. 

Genau diesem Problem widmet sich das Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP: Statt kurz- oder mittelwelliger Hyperspektralkameras nutzt das Forschungsteam ein thermographiebasiertes Verfahren. Die Methode ist kostengünstiger als mittelwellige Hyperspektral-Infrarotsysteme und in der Lage, die thermischen Materialunterschiede verschiedener schwarzer Kunststoffarten zu detektieren – etwas, das handelsübliche Nahinfrarotsysteme aufgrund physikalischer Grenzen nicht leisten können. 

Perspektiven für die industrielle Anwendung

Ein erster großer Fortschritt ist den Forschenden bereits gelungen. Sie konnten Polyamid (PA) und Polypropylen (PP) präzise unterscheiden.

Gelingt der Sprung in die breite Anwendung, könnten viele Branchen davon profitieren. So setzen unter anderem der Automobilbereich, die Elektronikindustrie sowie Sportartikelhersteller große Mengen schwarzer Kunststoffe ein,

Als nächsten Schritt planen die Forschenden, das Verfahren auf andere Kunststoffarten auszuweiten, die Sortiergeschwindigkeit zu erhöhen, alternative Anregungsmethoden zu erforschen und die Gesamtanlage zu optimieren. Ziel des Saarbrücker Forschungsteams ist es, die Forschungsergebnisse für die industrielle Anwendung nutzbar zu machen.

Live auf der Solids & Recycling-Technik 2026

Einen Einblick in die Funktionsweise der Verfahren bekommen im März die Besucher und Besucherinnen des Messeduos Solids & Recycling-Technik (18. & 19. März 2026, Dortmund). Der ausgestellte Demonstrator (Halle 4/ Stand D47) veranschaulicht ein komplettes, praxistaugliches Sortierszenario. 

Auf einem Förderband bewegen sich schwarze Kunststoffproben unter einem Infrarotheizstrahler, werden dabei leicht erwärmt und anschließend mit einer Wärmebildkamera erfasst. Die erzeugten thermischen „Signaturen“ werden in Echtzeit von einem KI-Modell analysiert, das unmittelbar eine entsprechende Sortierentscheidung trifft. Ein Sortierarm am Ende des Bandes führt die Materialien je nach erkannter Sorte dann nach links oder rechts aus.

„Unser Demonstrator zeigt anschaulich, wie wir mit aktiver Thermographie und künstlicher Intelligenz eine kostengünstige Sortierung schwarzer Kunststoffe ermöglichen können. Wir schaffen damit eine wichtige Grundlage, den Kreislauf auch für diese anspruchsvollen Materialien zu schließen. Dabei können wir wertvolle Ressourcen einsparen und gleichzeitig CO2-Emissionen reduzieren“, erläutern Andreas Keller und Kevin Schmitz, projektverantwortliche Wissenschaftler am Fraunhofer IZFP.

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