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Kreislaufwirtschaft Polycarbonate und Polyurethane aus Altreifen

Von Sven Prawitz 1 min Lesedauer

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Covestro produziert Polycarbonate und Polyurethane für Komponenten – etwa Scheinwerfer oder Interieurteile. Künftig sollen Altreifen ein Rohstoff für diese Kunststoffe sein.

Solche transparenten Polycarbonat-Teile sollen künftig mit Chemikalien aus verwerteten Altreifen hergestellt werden. Von links: Jeroen Verhoeven (Neste), Thomas Van De Velde (Borealis) und Guido Naberfeld (Covestro) haben dazu ein Entwicklungsprojekt vereinbart.(Bild:  Covestro)
Solche transparenten Polycarbonat-Teile sollen künftig mit Chemikalien aus verwerteten Altreifen hergestellt werden. Von links: Jeroen Verhoeven (Neste), Thomas Van De Velde (Borealis) und Guido Naberfeld (Covestro) haben dazu ein Entwicklungsprojekt vereinbart.
(Bild: Covestro)

Borealis, Covestro und Neste wollen aus Altreifen hochwertige Kunststoffe für Automobilanwendungen gewinnen. Wie Covestro mitteilt, arbeiten die Unternehmen dafür in einem Projekt zusammen. Zunächst werde Neste verflüssigte Altreifen zu einem Rohstoff für Polymere und Chemikalien verarbeiten. In der folgenden Stufe stellt Borealis aus dem Rohstoff die Chemikalien Phenol und Aceton her. Covestro wiederum verwendet diese Stoffe zur Herstellung von Polycarbonaten. Der Zulieferer möchte diese beispielsweise für Scheinwerferglas oder Kühlergrills verwenden.

Die ersten Produkte aus der Zusammenarbeit seien bereits verfügbar. Jeder Partner habe die erste Charge seines jeweiligen Projektbeitrags hergestellt. Neben Polycarbonaten sehen die Projektpartner auch Polyurethane als mögliche Endprodukte. Diese könnten in Teile des Fahrzeuginnenraums eingesetzt werden. Die Unternehmen halten laut Mitteilung solche Prozesse für notwendig, um künftige EU-Verordnungen einhalten zu können. Genannt ist beispielsweise die Richtlinie 2000/53/EG über Altfahrzeuge (End-of-Life Vehicles).

Der Anteil der recycelten Inhaltsstoffe werde über Massenbilanzierung nach ISCC Plus den Endprodukten zugeordnet. Zwischen den Unternehmen der Wertschöpfungskette werde die Frage diskutiert, wie sich Hochleistungswerkstoffe mit Recyclingmaterial kombinieren lassen, sagt Guido Naberfeld, Senior Vice President, Head of Sales and Market Development Mobility bei Covestro. Das nun verkündete Projekt soll einen Beitrag zur Beantwortung solcher Fragen liefern.

Weitere Initiative zur Reifenverwertung

Innerhalb der Autoindustrie gibt es eine „Allianz Zukunft Reifen“ (AZuR). Die Unternehmen dieses Netzwerks wollen Reifen zu 100 Prozent wiederverwenden oder verwerten. Bislang beteiligen sich an der Allianz laut einer Sprecherin mehr als 60 Partner aus Industrie, Handel und Wissenschaft – Borealis, Covestro und Neste gehören nicht dazu.

Die AZuR-Partner entwickeln neue Konzepte für einen ökologisch und ökonomisch sinnvollen Reifen-Kreislauf. Abgedeckt werden sollen alle Sektoren der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft von Reifen:

  • nachhaltiges Herstellen von Neureifen,

  • zertifiziertes Sammeln gebrauchter Reifen,

  • Reparatur und Runderneuerung von Pkw- und Nfz-Reifen,

  • stoffliche und chemische Verwertung der in Altreifen enthaltenen Rohstoffe.

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