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Marktanalyse für die europäische Recyclingwirtschaft rLDPE-Preise: Stabilität trotz volatiler Spotmärkte

Verantwortliche:r Redakteur:in: Matthias Gutbrod 2 min Lesedauer

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Während deutsche Spotmärkte für rLDPE-Regranulate Preisschwankungen zeigen, erweist sich der europäische Gesamtmarkt als robust. Mit Blick auf die kommende EU-Verpackungsverordnung (PPWR) prognostizieren Experten bis Mai 2026 einen weiteren Preisanstieg von rund 5 %. Verarbeiter müssen sich auf eine anhaltend angespannte Rohstofflage einstellen.

Der europäische Markt für rLDPE präsentiert sich berechenbarer als das kleinteilige Spotgeschäft für Einzelabnahmen in Deutschland.(Bild:  ipopba - stock.adobe.com)
Der europäische Markt für rLDPE präsentiert sich berechenbarer als das kleinteilige Spotgeschäft für Einzelabnahmen in Deutschland.
(Bild: ipopba - stock.adobe.com)

Im November 2025 notierte der Durchschnittspreis für transparentes rLDPE-Regranulat bei 1.355 Euro/t. Dies entspricht einem geringfügigen Rückgang von 5 Euro/t gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Jahresbeginn, als das Preisniveau bei 1.290 Euro/t lag, zeigt der Markt eine nachhaltige Festigung.

Regranulate zeigen höhere Preisstabilität als Neuware

Auffällig ist die überlegene Stabilität gegenüber Primärmaterial: Während Neuware (LDPE) nach einem Peak von fast 2.000 Euro/t im Frühjahr um etwa 10 % nachgab, blieb das Preisgefüge bei Rezyklaten weitgehend unbeeindruckt von saisonalen Nachfrageschwankungen.

„Die im Monatsverlauf beobachteten Nachlässe traten ausschließlich am unteren Preisband auf, während das Qualitätssegment am oberen Band seit August unverändert stabil blieb“, erklärt Peter Jetzer, Institutsleiter beim Recycario Data Science Institut.

Regionale Divergenz auf den europäischen Märkten

Die Analysen des Recycario Data Science Instituts verdeutlichen, dass Preisrückgänge im Herbst 2025 primär auf das deutsche Spotgeschäft begrenzt waren. In anderen analysierten Regionen, den sogenannten „Selected EU Countries“ wie Polen oder Italien, blieben die Notierungen stabil oder zeigten zuletzt sogar leichte Aufwärtstendenzen. Der europäische Gesamtmarkt präsentiert sich somit deutlich berechenbarer als das kleinteilige Spotgeschäft für Einzelabnahmen ohne vertragliche Bindung.

„Der europäische Gesamtmarkt präsentierte sich damit deutlich stabiler, als es einzelne Spotpreisbewegungen vermuten lassen“, so Peter Jetzer.

Anhaltender Kostendruck durch Inputmaterialien

Ein wesentlicher Faktor für das stabile Preisniveau der Regranulate sind die hohen Kosten für Ballenware, also zu Ballen gepresste Kunststofffolienabfälle. In Großbritannien stiegen die Notierungen von einem Tiefstand um 300 Euro/t im Januar auf nahezu 450 Euro/t im November. Auch im deutschen Stammkundengeschäft hielt sich das Niveau stabil über 350 Euro/t, während am Spotmarkt Spitzenpreise von bis zu 450 Euro/t erzielt wurden. Lediglich in Polen kam es bei geringen Handelsvolumina zu Notierungen unter 250 Euro/t.

„Der Ballenwarenmarkt war im Jahresverlauf zwar punktuell etwas günstiger, bot jedoch zu keinem Zeitpunkt ausreichend Spielraum, um nachhaltige Preissenkungen bei Regranulaten zu kompensieren“, konstatiert Peter Jetzer.

Prognose: PPWR treibt Nachfrage und Preise

Preisentwicklung rLDPE und Prognose bis Mai 2026. Datenbasis: Regranulatpreise, Stand November 2025. Business Confidence Indexwerte aus der Berichtsperiode der OECD; 100 entspricht Langzeit-Durchschnittswert(Bild:  prognostica.de)
Preisentwicklung rLDPE und Prognose bis Mai 2026. Datenbasis: Regranulatpreise, Stand November 2025. Business Confidence Indexwerte aus der Berichtsperiode der OECD; 100 entspricht Langzeit-Durchschnittswert
(Bild: prognostica.de)

Für den Zeitraum von Januar bis Mai 2026 rechnen die Analysten in ihrem Best-Case-Szenario mit einem kumulierten Preisanstieg von etwa 5 % für rLDPE. Wesentlicher Treiber ist neben saisonalen Effekten die näher rückende Verbindlichkeit der EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Verarbeiter verstärken bereits jetzt ihre Bemühungen um nachhaltige Verpackungslösungen, was die Nachfrage nach hochwertigen Rezyklaten strukturell stützt. Die Prognose basiert auf einer gemeinsamen Methodik von Recycario und Prognostica, die unter anderem den Business Confidence Index der OECD einbezieht.

Verarbeiter müssen sich daher auf ein Preisniveau einstellen, das für Recyclingbetriebe ein profitables Geschäftsmodell sichert, um die geforderten Kreislaufkapazitäten langfristig bereitzustellen. Die Versorgungssicherheit bei gleichzeitigem Kostendruck bleibt das zentrale Thema entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

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