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Update ++ Trendbarometer Nachlese zur GKV-Aschermittwochs-pressekonferenz 2025

Aktualisiert am 25.04.2025 Ein Gastbeitrag von Winfried Pfenning, freier Mitarbeiter des PLASTVERARBEITER 4 min Lesedauer

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„2024 war von einer anhaltenden Rezession (...) geprägt, die auch den Umsatz der Kunststoff verarbeitenden Industrie (...) zurückgehen ließen (...). Insbesondere die Wertschöpfungsketten Bau und Automobil bewegten sich auf einem unbefriedigenden Niveau“, befand der GKV in seinem Bericht. Seine Forderungen: Niedrigere Strompreise, Deckelung der Lohnnebenkosten, Abbau von Bürokratie und Berichtspflichten.

(Bild:  Coloures-Pic – stock.adobe.com)
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Update 25.04.2025 ++ Baugenehmigungen: Wende wieder vertagt?

(Bild:  Destatis)
(Bild: Destatis)

Regelmäßig befassen wir uns mit der Bauindustrie, einer der wichtigsten Nachfrager nach Kunststoffprodukten, und dabei meist mit dem Wohnungsbau. Nicht nur Baubedarfsartikel werden für diesen Sektor produziert, sondern auch Halbzeuge (Platten, Rohre, Folien, Profile), Technische Teile beispielsweise für Haustechnik, Heizungen, Konsumwaren (Einrichtungsgegenstände), ja sogar „Verpackungsmittel“ (Tanks). Noch im letzten Beitrag stellten wir die Frage: „Wende zum Besseren?“ Nun müssen wir die Frage aktualisieren: „Wende zum Besseren wieder vertagt?“ 
Während die Baugenehmigungen im Dezember und Januar deutlich stiegen, sind sie nun im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat wieder etwas zurückgegangen. Es ist derzeit noch nicht klar, wohin die Reise geht. Es kann sich um einen kurzfristigen Ausreißer handeln, es ist aber auch möglich, dass die Branche weiterhin im Tief verharren muss. Im Zweimonatsvergleich Januar-Februar 2025 gegenüber Januar-Februar 2024 liegt man zwar um rund 3 % besser, das ist aber alleine auf den starken Anstieg im Januar zurückzuführen. Die jüngsten Unruhen an der Zinsfront sprechen nicht dafür, dass sich kurzfristig viel ändert, sondern eher für weitere Stagnation.

Update 17.04.2025 ++ Umsatz der Kunststoffverarbeiter

(Bild:  Destatis)
(Bild: Destatis)

In loser Folge wollen wir in der nächsten Zeit die jeweils neuesten Kennzahlen der Kunststoffverarbeitung dokumentieren und kommentieren. Wir beginnen mit einem Ausschnitt aus den gerade verfügbar gewordenen Daten der Betriebsstatistik, und zwar der Verteilung der Umsätze nach Betriebsgrößenklassen. 
Im Jahr 2024 erzielten die deutschen Kunststoffverarbeiter (nur Betriebe ab 20 Beschäftigte) einen Umsatz von 68,7 Mrd. Euro, -4,3 % weniger als im Vorjahr. Sie liegen damit etwa 8,4 Mrd. Euro unter dem bisherigen Rekordwert von 2022. Knapp über die Hälfte des Umsatzes (51 %) wird in Betrieben zwischen 100 und 499 Mitarbeitern erzielt. 27 % der Umsätze fallen in Betrieben unter 100 Mitarbeitern an. Und Betriebe mit 500 Mitarbeitern und mehr erwirtschaften 22 % der Umsätze. Aber davon gibt es lediglich 72, die wiederum nur 2,5 % der knapp 3.000 Betriebe stellen.
70 % der Betriebe haben weniger als 100 Mitarbeiter, zeichnen aber nur für 22 % der Umsätze verantwortlich, während die Betriebe mittlerer Größe mit ihrem Anteil von 27,5 % mehr als die Hälfte des Umsatzes tragen. Fazit: Fast drei Viertel des Umsatzes wird von nur 30 % der Betriebe, also von den mittleren und großen, erzielt.

Update 14.04.2025 ++ Produktion:  Schlechtes Omen im Februar

(Bild:  Destatis)
(Bild: Destatis)

Nachdem wir schon im Januar keine Besserung der Produktionslage erkennen konnten, verfestigt sich das Bild im Februar. Mehr noch: Der beschleunigte Rückgang um fast -4 % ist kein gutes Zeichen und lässt die Hoffnung auf schnelle Besserung erst einmal schwinden. Im Zweimonatsvergleich Januar/Februar 2025 gegen den Vorjahreszeitraum geht die Produktion ebenfalls stark zurück. Man verharrt im Rekordtief, welches sich schon im letzten Quartal 2024 eingestellt hatte. Es ist nicht zu erwarten, dass der März wesentlich bessere Zahlen liefert wird. Zu groß sind die Dämpfer durch die Zinserhöhungen im Gefolge der Ankündigungen der massiven Schuldenausweitungen nach Lockerung der Schuldenbremse und durch die Unsicherheiten im Vorfeld der Zollankündigungen seitens der amerikanischen Administration.

Bilanz für 2024

(Bild:  GKV)
(Bild: GKV)

2024 ging der Branchenumsatz um -4,3 % auf 69,4 Mrd. Euro zurück, vor allem im Inland (-6,1 %), während der Exportwert mit 1,7 % deutlich geringer schrumpfte. Die verarbeitete Menge sank sogar um -5 %. Immer mehr werden dabei Rezyklate eingesetzt (+4 %). Die Zahl der Betriebe (über 20 Beschäftigte) ist nahezu unverändert, aber deren Personalbestand um -2 % gesunken. Die negative Entwicklung, die sich auch in schlechten Betriebsergebnissen niederschlage, so der GKV, sei der  Grund für die Investitionszurückhaltung in der Branche. 2025 dürfen man keine großen Sprünge erwarten, aber der GKV gab sich – angesichts der Ergebnisse seiner Mitgliederbefragung – verhalten optimistisch.   

Umsatzentwicklung der Betriebe

(Bild:  GKV)
(Bild: GKV)

Bei der Befragung des GKV meldeten 29 % gestiegene, 13 % gleichbleibende, und 58 % rückläufige Umsätze. Kaum verändert gegenüber dem Vorjahr mit noch nie dagewesenen Zahlen. 2022 war die Lage nur optisch besser, hauptsächlich aufgrund Erzeugerpreisinflation nach dem Energiekostenschub. 2024 veränderten sich die Preise nur wenig, sodass der Umsatzrückgang die realen Produktionsverluste recht gut widerspiegelt: Fast sechs von zehn Betrieben litten unter Umsatzeinbrüchen und demzufolge meist auch unter realen Produktionsrückgängen. Und da 29 % noch Umsatzsteigerungen auswiesen, müssen die Umsatz-/Produktionsverluste bei den Verlierern im Schnitt 5,5 % und mehr betragen haben.

Wieder einmal enttäuschte Erwartungen

(Bild:  GKV)
(Bild: GKV)

Nach den schlechten Erfahrungen des Jahres 2023, als die Umsatzerwartungen massiv enttäuscht wurden, hatten sich die Betriebe für 2024 deutlich zurückhaltender gezeigt. Nur 28 % erwarteten für 2024 steigende Umsätze, und mit 29 % wurde diese Zahl beinahe auf den Punkt getroffen. Immerhin 27 % glaubten an Umsatzzuwächse, aber nur 13 % konnten solche auch realisieren. Vielleicht hatte man auf weiter steigende Preise gehofft, aber das ist ja nicht eingetreten. Und mit 45 % weniger als die Hälfte befürchtete (weitere) Umsatzrückgänge, aber es waren dann am Ende mit 58 % doch deutlich mehr.

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Wieder mehr Optimismus

(Bild:  GKV)
(Bild: GKV)

Trotz der im Vorjahr gemachten Erfahrungen sind 42 % der Betriebe überraschend optimistisch bezüglich ihrer Umsatzerwartungen. Wir wissen nicht, worauf dieser Optimismus beruht, die Rahmendaten sprechen überwiegend nicht dafür. Wenn wir aber davon ausgehen, dass die Unternehmen näher am Markt sind und die eigene Geschäftslage vielleicht etwas besser einschätzen können als außen stehende Beobachter, wäre das ein erstes positives Zeichen nach drei Jahren Stillstand und Rezession. Allerdings ist die Mehrheit immer noch skeptisch (22 %) oder pessimistisch (36 %).

Reaktionen auf Kostenprobleme

(Bild:  GKV)
(Bild: GKV)

Die Kostensituation ist weiterhin sehr angespannt und die Betriebsergebnisse sind weiter zurückgegangen. Sollte sich die Lage in diesem Jahr nicht bessern, stünde Arbeitsplatzabbau mit 49 % noch immer an erster Stelle. Im Vorjahr hätten noch 58 % diese Maßnahme bevorzugt. Überhaupt fällt auf, dass alle abgefragten Maßnahmen deutlich weniger genannt werden als 2024. So käme nur noch für 26 % eine Verlagerung ins Ausland in Frage (Vorjahr: 35 %). Es stellt sich eine gewisse „Abgebrühtheit“ ein, die Betriebe hatten Zeit, klarere Vorstellungen zu entwickeln, was dann zu tun wäre.