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Start-up aus Hamburg One.Five will den Verpackungsmarkt verändern

Verantwortliche:r Redakteur:in: Melanie Ehrhardt 2 min Lesedauer

Bislang dominieren herkömmliche Kunststoffe den Verpackungsmarkt. Das Start-up One.Five will das mithilfe von KI ändern und hat für sein Geschäftsmodell prominente Investoren gefunden. 

Claire Hae-Min Gusko und Martin Weber haben One.Five gegründet.(Bild:  One.Five)
Claire Hae-Min Gusko und Martin Weber haben One.Five gegründet.
(Bild: One.Five)

Jährlich werden weltweit rund 350 bis 400 Millionen Tonnen Kunststoff produziert, mehr als 40 Prozent davon für Verpackungen. Kleiner Schönheitsfehler: Noch immer gelangen zu wenige davon wieder im Kreislauf. Deshalb will die EU ab 2030 nicht recyclingfähige Verpackungen verbieten. 

One.Five: Verpackungsinnovationen beschleunigen

Genau hier setzt das Hamburger Start-up One.Five an. Die Vision: Mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) die Tansformation der globalen Verpackungslieferkette beschleunigen. Gegründet wurde das Unternehmen von Martin Weber und Claire Hae-Min Gusko. Beide waren zuvor beim Indoor-Farming-Unicorn Infarm als CFO beziehungsweise Head of Business Strategy tätig. 

Für diesen Ansatz hat das Start-up in der jüngsten Finanzierungsrunde 14 Millionen Euro eingesammelt. Zu den Investoren gehört unter anderem die Dr. Hans Riegel Holding, Mitgesellschafter von Haribo. Auch beteiligt sind 212 Next, Symbia VC, Btomorrow Ventures, KIMPA Impact, Zubi Capital.

„Zu viele Verpackungsprodukte scheitern, bevor sie überhaupt auf den Markt kommen. Die neue Finanzierung ermöglicht es uns, unseren KI-gestützten Co-Pilot weiter auszubauen und unser erstes Plattformprodukt, den Product Market Fit Compass, zu skalieren“, erklärt Weber.

Druck auf Verpackungsindustrie wächst

Mit seiner Plattform will One.Five bei Verpackungen alle erfolgskritischen Faktoren berücksichtigen. Diese reichen von der technischen Leistung und der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften bis hin zu Kostenzielen und der Akzeptanz durch die Verbraucher und Verbraucherinnen am Point of Sale. Die Plattform übersetzt diese Faktoren in präzise, datengestützte Anforderungsprofile. Das soll dabei helfen, Produkte zu entwickeln, die von Anfang an marktreif sind.

„Die Verpackungsindustrie steht unter enormem Druck, schneller innovativ zu sein und gleichzeitig steigende regulatorische und Nachhaltigkeitsanforderungen zu erfüllen“, so Caglar Urcan, General Partner von 212 Next. In diesem Umfeld seien Materialtechnologien nur dann von Bedeutung, wenn sie über das Labor hinausgehen und Auswirkungen auf mehrere Branchen haben. 

Auf die Kundenbedürfnisse abgestimmt

„Unsere Plattform hilft Unternehmen, sich auf Lösungen zu konzentrieren, die einen klaren Weg zum Markt und zum Umsatz bieten“, erklärt Gusko. Erste Kunden sind bereits überzeugt. Aktuell laufen Pilotprojekte mit zwei Papierherstellern.

Herzstück des Angebots ist der Product Market Fit Compass. Dieser ermöglicht es etwa Papierherstellern, Beschichtungsherstellern und Verpackungsherstellern, ihre Produktportfolios anhand realer Markenanforderungen zu bewerten und zu beurteilen, welche Produkte die höchsten Chancen auf Markterfolg haben. Die Plattform definiert auch konkrete Entwicklungsziele, sodass Teams neue Produkte entwickeln können, die genau auf die Kundenbedürfnisse abgestimmt sind.

Treffpunkt für die gesamte Lieferkette

Das Hamburger Start-up nutzt die KI-Plattform auch selbst und baute im vergangenen Jahr die Marktpräsenz seiner drei Verpackungslösungen aus:

  • Bluemorph, eine recycelbare Hochbarriere-Verpackungslösung für hohe Anforderungen an Frische und Schutz
  • Glassleaf, eine transparente, recycelbare Verpackung aus biobasierten Materialien 
  • Hazelsun, ein heißsiegelbares Papier aus landwirtschaftlichen Abfällen

Zu den Kunden zählen Unternehmen wie BioSun, Starkraft, ein Geschäftsbereich der Zellstoff Pöls AG (Österreich), und Grünperga Papier (Deutschland).

In einem nächsten Schritt plant das Start-up, weiter in die Wertschöpfungskette vorzudringen, etwa zu Veredlern und klassischen Verpackungsherstellern, langfristig auch zu Markenunternehmen. „Unser langfristiges Ziel ist es, dass wir schnell wie eine tatsächliche Plattform agieren können, weil wir so verschiedene Hersteller aus der Lieferkette zusammenbringen“, sagt Gusko gegenüber dem Handelsblatt.

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