Zwei Welten. Ein Ziel.

Alle Inhalte von plastverarbeiter.de jetzt auf plastxnow.de.

GKV-Umfrage zur aktuellen Versorgungslage Preisexplosion: Kunststoffverarbeiter unter massivem Druck

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Eine Blitzumfrage des GKV belegt drastische Preissteigerungen von bis zu 60 % für PE und PP. Während sich Rohstofferzeuger auf Force Majeure berufen, warnt der Verband vor einer Insolvenzwelle und rät zur rechtlichen Prüfung der Lieferstopps.

Kunststoffverarbeiter haben derzeit mit einer Preisexplosion vor allem bei PP und PE zu kämpfen.(Bild:  stock.adobe.com - Mediaparts)
Kunststoffverarbeiter haben derzeit mit einer Preisexplosion vor allem bei PP und PE zu kämpfen.
(Bild: stock.adobe.com - Mediaparts)

Die kunststoffverarbeitenden Unternehmen in Deutschland sind unmittelbar nach der militärischen Eskalation im Nahen Osten mit einer massiven Welle von Preiserhöhungen konfrontiert. Laut einer aktuellen Umfrage des Gesamtverbandes Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) melden zwei Drittel der Betriebe bereits Preisaufschläge, während fast alle übrigen entsprechende Ankündigungen erhalten haben.

Besonders betroffen sind die Standardkunststoffe Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP), deren Preise innerhalb kürzester Zeit um 40 bis 60 % gestiegen sind. Die Erzeuger begründen dies mit „höherer Gewalt“ (Force Majeure) infolge der Blockade der Straße von Hormus und gestiegenen Frachtkosten.

Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Force Majeure

Der GKV kritisiert die pauschalen Force-Majeure-Erklärungen der Rohstofflieferanten als rechtlich unzureichend. Der Verband weist darauf hin, dass die betroffenen Ausgangsmaterialien oft schon Wochen vor der Blockade in Europa angekommen waren.

Bereits am 12. März hatte der GKV betont, dass die Anforderungen an höhere Gewalt rechtlich eng gefasst sind und bestehende Verträge einzuhalten seien. „Kunststoffverarbeiter sollten dieses Verhalten nicht akzeptieren, sondern den jeweiligen Rohstofflieferanten auffordern, die Voraussetzungen des Force Majeure-Ereignisses detailliert darzulegen“, erklärt Dr. Oliver Möllenstädt, Hauptgeschäftsführer des GKV.

Existenzbedrohung für den Mittelstand

Die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die vorwiegend mittelständische Branche sind gravierend. Nur etwa 10 % der Unternehmen können die Mehrkosten vollständig an ihre Kunden weitergeben, während 30 % die Kosten kaum oder gar nicht durchreichen können. Für 58 % der Betriebe hat die Entwicklung sehr starke Auswirkungen auf das Ergebnis, bei 3 % der Unternehmen nimmt die Belastung bereits existenzbedrohende Ausmaße an. Diese Krise trifft die Industrie nach drei Jahren schwacher Nachfrage zur Unzeit und führt bei vielen Betrieben zu akuten Liquiditätsproblemen.

Strategien und kartellrechtliche Konsequenzen

Als Reaktion auf die Preistreiberei prüfen bereits 37 % der Unternehmen eine Substitution durch alternative Lieferanten oder Materialien. Der GKV verweist hierbei explizit auf Kunststoffrezyklate, deren Versorgungslage laut Recyclern stabil bleibt. Gleichzeitig bekräftigt der Verband seine Warnung vor einem abgestimmten Verhalten der Erzeuger. „Einer solchen künstlichen Verknappung und Preistreiberei treten wir entschieden entgegen“, so Dr. Oliver Möllenstädt weiter. Sollte sich der Verdacht auf illegale Preisabsprachen erhärten, behält sich der Verband weiterhin die Einschaltung der Kartellbehörden vor.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung