Wenn sich die Türen der PRSE 2026 öffnen, wird Amsterdam erneut zum Hotspot der Kreislaufwirtschaft. Branchenführer, Start-ups und Technologieanbieter zeigen, wie sie das Recycling effizienter, hochwertiger und wirtschaftlicher machen wollen.
RAI Amsterdam: Hier findet am 5. und 6. Mai die PRSE 2026 statt.
(Bild: Jannes Linders Rotterdam NL)
Die Plastics Recycling Show Europe 2026 (PRSE 2026) in Amsterdam wirft ihre Schatten voraus: Am 5. und 6. Mai 2026 trifft sich die europäische Recyclingbranche, um neueste Technologien, Materialien und Strategien für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft zu präsentieren. Zahlreiche Unternehmen nutzen die Bühne, um Innovationen vorzustellen und Antworten auf die drängendsten Herausforderungen der Kunststoffverwertung zu geben.
PRSE 2026 als Plattform für zukunftsfähige Lösungen
Als etablierte europäische Fachmesse für Kunststoffrecycling bündelt die PRSE 2026 erneut Innovation, Dialog und Vernetzung an einem Ort. Damit schafft sie den idealen Rahmen, um Antworten auf die aktuellen Herausforderungen der Branche zu diskutieren und sichtbar zu machen.
INFO
Im Profil
Die PRSE ist eine der führenden Fachmessen und Konferenzen für Kunststoffrecycling in Europa. Sie bringt Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammen – von Recyclingtechnologien über Maschinenbau bis hin zu Rezyklat-Anbietern und Marken.
Veranstaltungsort und -zeitraum
Die PRSE 2026 findet am 5. und 6. Mai im Messe- und Kongresszentrum (RAI) in Amsterdam statt.
Aussteller & Besucher
Aussteller sind unter anderem Maschinen- und Anlagenbauer, Recyclingunternehmen, Materialhersteller sowie Anbieter von Sortier-, Wasch- und Aufbereitungstechnologien.
Die PRSE richtet sich an Fachbesucher aus Industrie, Handel, Politik und Forschung – insbesondere aus den Bereichen Kunststoffverarbeitung, Verpackung, Recycling und Nachhaltigkeit.
Hier setzt auch Lindner an: „Die volatilen Rohstoffmärkte und die steigenden Rohölpreise setzen die Kunststoff- und Recyclingbranche ebenso wie die hohen Energiekosten stark unter Druck,“ erklärt Geschäftsführer Matthias Egarter. Umso wichtiger seien effiziente und stabile Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette. „Sie ermöglichen nicht nur niedrigere OPOEX, sondern auch eine höhere Rezyklatqualität, wodurch Recyclern neue Geschäftsfelder, etwa in regulierten Bereichen wie Lebensmittel-, Kosmetik- oder Hygieneverpackungen, eröffnet werden“, so Egarter weiter.
Lindner: Neue Recycling-Maßstäbe bei Lebensmittelverpackungen
Daher legt das Unternehmen einen Schwerpunkt auf das Recycling von Post-Consumer-Kunststoffen. Gerade die Herstellung von Rezyklaten in Food-Grade-Qualität gilt als eine der anspruchsvollsten Aufgaben im Kunststoffrecycling.
Am Beispiel des nordirischen Recyclingbetriebs Polymer Matters zeigt Lindner, wie die industrielle Herstellung von lebensmitteltauglichem rHDPE-Granulat aus gebrauchten Milchflaschen mithilfe modernster Wasch- und Extrusionstechnologie erfolgreich umgesetzt werden kann. Grundlage ist ein präzise abgestimmter Gesamtprozess vom Sortieren über die Kalt- und Heißwäsche bis hin zur nachgeschalteten Extrusion und thermischen Dekontamination.
Im europäischen Zulassungsverfahren wurde die erste EFSA-Stufe erreicht, sodass das Rezyklat für die Herstellung von Milchflaschen bereits eingesetzt werden darf. Das Vorzeigeprojekt zeigt, dass ein ganzheitlich abgestimmter mechanischer Recyclingprozess sowohl hohe Rezyklatqualität, als auch Energieeffizienz für anspruchsvolle Anwendungen wie Food-Grade-Recycling ermöglicht.
Flexloop expandiert im Bereich der Hochreinheitsanwendungen
Darüber hinaus präsentiert Lindner mit Flexloop eine weitere laut eigener Aussage revolutionäre mechanische Recyclingtechnologie. Flexloop wurde von P&G entwickelt, Lindner hält dafür jedoch die weltweite Exklusivlizenz und hat sie für den industriellen Einsatz skaliert.
Die Technologie nutzt einen lösungsmittelbasierten Extraktionsprozess und entfernt gezielt Verunreinigungen wie NIAS, Gerüche, Klebstoffe oder Druckfarben aus den Polymerketten, ohne diese zu beschädigen. Die erreichte Reinheit eröffnet neue Einsatzmöglichkeiten und Recyclern neue Geschäftsmöglichkeiten – etwa im Kosmetik- oder Hygienebereich.
Die Vorteile von Flexloop auf einen Blick.
(Bild: Lindner)
Lindner auf der PRSE 2026: Stand D16
Vecoplan: Sauber zum Ziel
Die effiziente und hochwertige Reinigung von Altkunststoffen gewinnt rasant an Bedeutung. Insbesondere die Trockenreinigung wird immer mehr zu einem wichtigen Bestandteil moderner und nachhaltiger Reinigungsprozesse. Das umweltschonende Verfahren liefert extrudierfähige Flakes, die je nach Anwendungsfall direkt weiterverarbeitet werden können.
Damit schafft die Trockenreinigung wichtige Voraussetzungen für stabile nachgelagerte Prozessschritte und eine gleichbleibende Materialqualität. Gemeinsam mit seinem Tochterunternehmen Pla.to – einem Spezialisten für Trockenreinigung und Waschtechnik – präsentiert Vecoplan auf der PRSE 2026 effiziente Integrationsmöglichkeiten dieses Prozessschritts in übergreifende Anlagenkonzepte für das Kunststoffrecycling.
Reinigungstechnologie ganzheitlich gedacht
Mit der Integration von Pla.to hat Vecoplan sein Leistungsangebot im Bereich des Kunststoffrecyclings gezielt erweitert. Das Unternehmen kann Reinigungstechnologien nun noch umfassender in seine Aufbereitungslösungen integrieren und Kunden von der Zerkleinerung bis zum Reinigungsprozess begleiten.
Neben der Trockenreinigung umfasst das Portfolio auch verschiedene Nassreinigungsverfahren, wie etwa Friktionswäscher und mechanische Trockner. So kann das Unternehmen unterschiedliche Anforderungen an die Aufbereitung von Kunststoffströmen abdecken und passgenaue Reinigungslösungen in übergeordnete Prozesskonzepte integrieren.
„Für uns steht im Mittelpunkt, für jeden Materialstrom die passende Reinigungslösung zu finden“, sagt Daniel Wienand, Head of Sales Europe bei Vecoplan. Im hauseigenen ‚Cleanikum‘ teste man daher unterschiedliche Materialien unter realen Bedingungen und ermitteln, welches Verfahren und welche Konfiguration für die jeweilige Anwendung am besten geeignet sind. „So können wir unsere Kunden gezielt dabei unterstützen, Reinigungstechnologie sinnvoll in ihren Gesamtprozess zu integrieren“, erklärt Wienand weiter.
Stand: 16.12.2025
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Neben der Trockenreinigung umfasst das Portfolio auch verschiedene Nassreinigungsverfahren, wie etwa Friktionswäscher und mechanische Trockner. So kann das Unternehmen unterschiedliche Anforderungen an die Aufbereitung von Kunststoffströmen abdecken und passgenaue Reinigungslösungen in übergeordnete Prozesskonzepte integrieren.
Der Trockenreiniger
(Bild: Vecoplan)
Vecoplan auf der PRSE 2026: Stand B98
Feddersen Group: Gebündelte Recyclingkompetenz
Die Transformation hin zu einer Kreislaufwirtschaft erfordert eine enge Zusammenarbeit und innovative Lösungen. Auf der PRSE 2026 zeigen die Unternehmen der Feddersen Group und ihr Partner, wie sie gemeinsam die Herausforderungen der Kunststoffrecyclingindustrie meistern und nachhaltige Fortschritte erzielen.
Dabei werden die einzelnen Schwerpunkte der vier Aussteller hervorgehoben, die perfekt ineinandergreifen:
Als Konzernmutter treibt die Feddersen Group die Implementierung von Kreislaufwirtschaftsprozessen aktiv voran. Sie etabliert strategische Partnerschaften entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette und identifiziert geeignete PCR- und PIR-basierte Rohstoffquellen, um den Übergang zu einer nachhaltigen Kunststoffwirtschaft zu gestalten.
Bio-Fed präsentiert maßgeschneiderte Rezyklate und Compounds, gewonnen aus PCR- und PIR-Strömen. Das Portfolio umfasst bereits farblich angepasste und modifizierte Rezyklate wie zum Beispiel rABS, rPP, rPE, rPMMA, rPBT, und rPET sowie auf Kundenwunsch entwickelte individuelle Rezyklatlösungen.
Feddem stellt seine fortschrittlichen Doppelschnecken-Compoundieranlagen für Recyclinganwendungen vor. Die flexiblen Anlagenkonzepte sind exakt auf die individuellen Materialanforderungen und Kundenwünsche zugeschnitten. Ergänzende Peripheriegeräte sollen den Compoundierprozess optimieren und die Effizienz beim Recycling steigern.
Trebo als externer Partner, nutzt seine patentierte fluiddynamische Technologie (Trebo FMT), um komplexe Materialgemische mit unübertroffener Reinheit (+99,95 %) ohne Materialdegradation zu sortieren. Trebo liefert durchgängige Closed- und Open-Loop-Recyclinglösungen, die Abfall in sekundäre Rohstoffe in Neuwarenqualität umwandeln.
„Die Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe ist eine Aufgabe, die wir nur gemeinsam erfolgreich gestalten können. Auf der PRSE 2026 zeigen wir, wie durch die Bündelung unserer Kernkompetenzen, von der Rohstoffidentifikation über die Aufbereitung und mechanische Wiederverwertung bis hin zur hochreinen Sortierung, eine ganzheitliche und praktikable Lösung für den Markt entsteht“, sagt Dirk Schöning, Development Manager Circular Business Models bei der Feddersen Group.