Zahnradpumpe für Hart-PVC Wie Maag bis zu 50 Prozent Energie spart

Von Melanie Ehrhardt 3 min Lesedauer

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Auf der Fakuma 2026 präsentierte Maag die weltweit erste Zahnradpumpe speziell für die Förderung von Hart-PVC und versprach im Vorfeld Energieeinsparungen von bis zu 50 Prozent. Wo entstehen diese und welche Bedeutung hat das für Verarbeiter? PlastXnow hat am Messestand nachgefragt. 

Anlässlich der 30. Fachmesse für Kunststoffverarbeitung wurde erstmals der Fakuma Innovation Award verliehen. Maag belegte in der Kategorie Extrusion mit der neuen PVC-Pumpe extrex⁶ EC den ersten Platz.(Bild:  Maag)
Anlässlich der 30. Fachmesse für Kunststoffverarbeitung wurde erstmals der Fakuma Innovation Award verliehen. Maag belegte in der Kategorie Extrusion mit der neuen PVC-Pumpe extrex⁶ EC den ersten Platz.
(Bild: Maag)

Hart-PVC effizient zu verarbeiten, ist keine Selbstverständlichkeit! Hohe Viskosität, thermische Belastung und die Gefahr von Ablagerungen machen die Förderung des Materials zur prozesstechnischen Herausforderung. Gleichzeitig erwarten Verarbeiter heute mehr: geringeren Energieeinsatz, stabile Qualität – und Anlagen, die sich flexibel auf wechselnde Anforderungen einstellen lassen.

Maag zeigte auf der Fakuma 2026, wie sich diese Ziele zusammenbringen lassen. Im Fokus stand unter anderem die Zahnradpumpe extrex⁶ EC für die kontinuierliche Hart-PVC-Förderung: Ihre spaltfreie Konstruktion soll Ablagerungen und thermische Belastungen reduzieren, den Extruder entlasten und je nach Anwendung Energie einsparen. 

PlastXnow traf Tim Rudersdorf, Sales Director DACH bei Maag, am Stand zum Messe-Speed-Date. Im Interview erklärt er, wie sich anspruchsvolle Materialien prozesssicher verarbeiten lassen – ohne bei Energieeffizienz und Flexibilität Abstriche zu machen?

Info

Das Bild zeigt Tim Rudersdorf während des Interviews auf der Fakuma 2026
(Bild: PXN/me)

Zur Person

Tim Rudersdorf ist seit Anfang 2025 Sales Director DACH bei Maag. Der studierte Diplom-Ingenieur (FH) für Kunststoff- und Elastomertechnik ist seit mehr als 24 Jahren in der Kunststoffindustrie tätig. Seine berufliche Laufbahn führte ihn durch verschiedene Bereiche der Branche – mit einem besonderen Fokus auf Kunststofftechnik, Maschinenbau, Vertrieb und Kundenorientierung. 

Service

Service: Das Video vom Messe-Speed-Date mit Tim Rudersdorf finden Sie auf unserem LinkedIn-Kanal. 

PlastXnow: Maag zeigt mit der neuen extrex⁶ EC eine Zahnradpumpe speziell für die Verarbeitung von Hart-PVC. Was war die besondere Herausforderung bei der Entwicklung – und was kann die neue Pumpe besser als bisherige Lösungen?

Tim Rudersdorf: Unser Ziel war es, möglichst viel „Regrind“ Material bei der Verarbeitung einzusetzen. Dabei entsteht die Problematik, dass der Extruder schnell an seine Grenzen kommt und durch die Scherungen im Material zu hohen Temperaturen führen, dies sorgt im Prozess auch zu Ineffizienz. 

Da der Temperaturbereich für die Verarbeitung von Hart-PVC sehr klein ist, haben wir die EC-Baureihe entwickelt und den Fokus auf die folgende Punkt gelegt: Flussoptimierer Kanäle, welche sich für das Produkt eignen, keine Stagnationszonen damit das Material nicht haften bleibt und den Prozess negativ beeinflussen, Kontrolle der Prozesstemperatur ist bei der EC-Baureihe durch die Kühlsystem der Pumpe sehr genau.

Sie versprechen je nach Anwendung eine Energieeinsparung von bis zu 50 Prozent im Extruder. Wo entsteht dieser Effizienzgewinn konkret?

Die Pumpe übernimmt den kompletten Druckaufbau, welcher in der Vergangenheit durch den Extruder gemacht wurde. Da die Pumpe einen wesentlich höheren Wirkungsgrad als dieser hat und der Gegendruck und Rückströmungen im Extruder sinkt, können bis zu 50 Prozent der Energiekosten eingespart werden. Ebenso entstehen durch die hohe Scherung ohne Einsatz einer Zahnradpumpe extreme Temperaturen, was zu einem Effizienzverlust und Verschleiß im Extruder führt und Energiekosten verursacht.  

Welche Bedeutung hat das für Verarbeiter angesichts der aktuellen Energiekosten?

Für die Kunden hat das einen großen Einfluss in Bezug auf die Herstellkosten, durch dies können sie ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern und auch ihre Marge verbessern. Angesichts hoher Energie- und Rohstoffpreise weichen viele Verarbeiter auf günstigeres Recyclingmaterial aus. Rezyklate schwanken stark in ihrer Viskosität, was den Energiebedarf im Extruder instabil macht. Die Zahnradpumpe fängt diese Schwankungen mechanisch ab, stabilisiert den Prozess energetisch und verhindert kostspieligen Ausschuss, dessen Entsorgung und Neuaufbereitung wiederum viel Energie kosten würde.

Neben Effizienz steht bei Maag auch Flexibilität im Fokus. Wie wichtig werden schnelle Produktwechsel, kurze Reinigungs- und Rüstzeiten für die Kunststoffverarbeitung der Zukunft – und wie unterstützen Ihre Lösungen die Verarbeiter dabei?

Die EC-Baureihe wurde mit totraumoptimierten Fließkanälen designt. Das bedeutet: Es gibt keine Ecken, in denen altes Material oder Farbe hängen bleibt. Das neue Material spült die Pumpe im laufenden Betrieb extrem schnell sauber. Das minimiert Materialverlust und Stillstandzeiten.

Vielen Dank für das Gespräch!

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