Hochvolumenproduktion neu gedacht Wintec e-win: Großserie trifft auf maximale Verfügbarkeit

Von Melanie Ehrhardt (verantwortlich) 3 min Lesedauer

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Auf der Fakuma 2026 zeigt Engel, wie sich Standardbauteile wie Automotive-Stecker wirtschaftlich und stabil in Serie fertigen lassen. Im Zentrum steht eine komplette, aufeinander abgestimmte Fertigungszelle – vom Spritzgießen bis zur Automation. 

Die Komplettlösung aus Wintec e-win 1800 und neuem Viper 6 vereint Spritzgießmaschine und Automation in einer aufeinander abgestimmten Fertigungszelle.(Bild:  Engel)
Die Komplettlösung aus Wintec e-win 1800 und neuem Viper 6 vereint Spritzgießmaschine und Automation in einer aufeinander abgestimmten Fertigungszelle.
(Bild: Engel)

Hersteller, die technisch einfache Standardbauteile in hohen Stückzahlen fertigen – etwa Stecker, Kabelbinder oder Dübel – stehen unter enormem Kostendruck: Die Margen sind gering, Preiserhöhungen kaum durchsetzbar, und der Wettbewerb mit Anbietern an kostengünstigeren Fertigungsstandorten ist hart. 

Wer hier bestehen will, braucht eine Fertigungslösung, die genau auf diese Anforderungen zugeschnitten ist. Auf der Fakuma 2026 zeigt Engel mit einer Wintec e-win 1800, wie sich das in der Praxis umsetzen lässt.

128 Kavitäten, 8 Sekunden Zykluszeit: 57.600 Bauteile pro Stunde

Für die Anwendung setzt der Spritzgießmaschinenhersteller auf eine vollelektrische Wintec e-win 1800 mit 1.800 kN Schließkraft und Spritzeinheit 640.  Wie leistungsfähig die Zelle in der Praxis ist, zeigt ein Blick auf die Produktionszahlen des Exponats: Das eingesetzte Werkzeug verfügt über 128 Kavitäten bei einer Zykluszeit von 8 Sekunden. Daraus ergibt sich eine Ausbringung von 57.600 Bauteilen pro Stunde – ein konkreter Wert für die Hochvolumenproduktion, die im Zentrum der Anwendung steht.

Fakuma 2026: Messe-Speed-Date

Christoph Schützeneder, Head of Product Management All-electric Machines bei Engel (links) im Gespräch mit PlastXnow-Redakteurin Melanie Ehrhardt.
Christoph Schützeneder, Head of Product Management All-electric Machines bei Engel (links) im Gespräch mit PlastXnow-Redakteurin Melanie Ehrhardt.
(Bild: PXN)

Automotive-Stecker sind typische Hochvolumenbauteile mit enormem Kostendruck. Wie kann eine Fertigungszelle wie die hier gezeigte dabei helfen, solche Standardprodukte auch an kostenintensiveren Standorten wettbewerbsfähig zu produzieren?

Christoph Schützeneder: Es gibt unterschiedliche Aspekte. Ich möchte gleich mal starten mit den Investitionskosten. Die Wintec-Baureihe ist, was die Investitionskosten betrifft, sehr attraktiv für die Kunden. Die Investitionskosten sind aber hier wirklich nur ein Punkt. Viel wichtiger aus meiner Sicht ist hier die Produktivität. Mit dieser vollelektrischen Maschine und mithilfe unserer Assistenzsysteme können wir die Produktivität maximieren. 

128 Kavitäten, acht Sekunden Zykluszeit und 57.600 Bauteile pro Stunde – bei solchen Stückzahlen wird jede Prozessabweichung teuer. Welche Rolle spielen dabei digitale Assistenzsysteme wie iQ weight control plus?

iQ weight control plus kann aktiv in den Prozess eingreifen, sobald es zu Prozessschwankungen beziehungsweise zu Prozessveränderungen kommt. Das geht sogar so weit, dass wir einen Kavitätenausfall kompensieren können. 

Mit dem neuen Viper 6 steht hier auch die Automation im Mittelpunkt. Was muss ein Roboter heute leisten, damit er bei einer solchen Hochgeschwindigkeitsproduktion nicht zum limitierenden Faktor wird?

Der Roboter ist vollständig in die Maschinensteuerung integriert. Das hilft vor allem, im Prozess-Setup Zeit zu sparen. Hinzu kommt, die Kommunikation zwischen Maschine und Roboter erfolgt hier zu jedem Zeitpunkt. Der Roboter weiß zu jedem Zeitpunkt, was die Maschine gerade macht. Somit kann ich die Einfahr- und Ausfahrbewegungen des Werkzeugs möglichst optimieren.

Das vollständige Videointerview finden Sie auf unserem LinkedIn-Kanal.

Stabiler Prozess dank digitaler Assistenzsysteme

Gerade bei margenschwachen Standardbauteilen zählt jede Minute Stillstand. Die Fertigungszelle ist auf hohe Anlagenverfügbarkeit ausgelegt. iQ weight control plus kompensiert Prozessschwankungen automatisch und reagiert auch auf den Ausfall einzelner Kavitäten. So unterstützt das Assistenzsystem eine gleichbleibende Bauteilqualität, auch wenn sich die Produktionsbedingungen verändern. Kommt es dennoch zu einer Störung, profitieren Kunden vom globalen Servicenetzwerk und von schneller Unterstützung vor Ort. Das reduziert Stillstandszeiten und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber kostengünstigeren Fertigungsstandorten.

Premiere: Neue Viper Generation im Praxiseinsatz

Erstmals auf der Fakuma zu sehen ist der neue Viper 6, der in der Anwendung den Anguss entnimmt. Die neue Generation des kleinsten Roboters der Viper-Reihe bietet überarbeitete Achsprofile sowie flexibel wählbare Hübe und lässt sich damit in unterschiedlich dimensionierte Zellen integrieren. Die fertigen Bauteile selbst fallen frei auf ein Förderband und werden seitlich in einen Sammelbehälter abtransportiert.

Die etwa 10 × 6 mm große Steckerkomponente wird auf der Wintec e-win 1800 gefertigt.(Bild:  PXN/me)
Die etwa 10 × 6 mm große Steckerkomponente wird auf der Wintec e-win 1800 gefertigt.
(Bild: PXN/me)

Gut vernetzt: starke Partner für den Steckverbinder

Gefertigt wird ein reales, in der Praxis produziertes Serienbauteil aus der Automobilindustrie – eine etwa 10 × 6 mm große Steckerkomponente. Für das passende Werkzeug sorgt die CWB Technology Germany GmbH. Bei Materialförderung und -trocknung setzt die Zelle auf Komponenten der italienischen Piovan Group. Die Temperiergeräte der Lösung stammen von Engelselbst.

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