Mocom auf der Fakuma 2026 Performance trifft Nachhaltigkeit 

Von Melanie Ehrhardt (verantwortlich) 3 min Lesedauer

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Wie lassen sich hohe technische Anforderungen mit einem geringeren Material-Fußabdruck verbinden? Auf der Fakuma 2026 zeigte Mocom neue Compounds, die genau an dieser Schnittstelle ansetzen.  

Mocom präsentierte auf der Fakuma 2026 eine Reihe neuer Materiallösungen sehen – unter anderem für robuste Leichtbauanwendungen über den Einsatz bei tiefen Temperaturen bis hin zu Strukturbauteilen.(Bild:  Mocom)
Mocom präsentierte auf der Fakuma 2026 eine Reihe neuer Materiallösungen sehen – unter anderem für robuste Leichtbauanwendungen über den Einsatz bei tiefen Temperaturen bis hin zu Strukturbauteilen.
(Bild: Mocom)

Mocom präsentierte auf der Fakuma 2026 neue Materiallösungen für anspruchsvolle Anwendungen. Die neuen Entwicklungen adressieren unterschiedliche technische Anforderungen – von robusten Leichtbauanwendungen über den Einsatz bei tiefen Temperaturen bis hin zu Strukturbauteilen. 

Dazu gehörten unter anderem die neuen Wic-Compounds auf Basis recycelter Carbonfasern. Sie zeichnen sich laut Hersteller durch exzellente mechanische Eigenschaften bei gleichzeitig niedriger Dichte und damit geringem Gewicht aus. Im Messe-Speed-Date mit Dirk Raudies (Kasten) ging es auch um die Frage: Was muss ein Compound heute leisten, damit er nicht nur technisch überzeugt, sondern auch zukunftsfähig ist?

FAKUMA 2026: MESSE-SPEED-DATE

Dirk Raudies, Director Key Account Management bei Mocom (links) im Gespräch mit PlastXnow-Redakteurin Melanie Ehrhardt.
Dirk Raudies, Director Key Account Management bei Mocom (links) im Gespräch mit PlastXnow-Redakteurin Melanie Ehrhardt.
(Bild: PXN)

Welche Entwicklung oder Neuheit sollten Besucher an Ihrem Stand auf keinen Fall verpassen, und welches konkrete Problem löst sie?

In diesem Jahr legen wir einen Schwerpunkt auf den Leichtbau. Da haben wir unser Produktportfolio mit neuen Entwicklungen erweitert. Es gibt leider noch keine Anwendungen dafür, aber die Produkte haben wir schon da. Zudem haben wir das Wic-Portfolio erweitert mit neuen Entwicklungen – einmal auf Basis Polyamid 12 und einmal auf Basis Para. Hier geht es hauptsächlich mechanische Anforderungen, die dann vom Kunden an uns herangetragen werden.

Bei Ihren neuen Materialien spielen sowohl hohe technische Anforderungen als auch Nachhaltigkeit eine Rolle. Wie gelingt es Ihnen, diese beiden Anforderungen in einem Compound zusammenzubringen – ohne bei der Performance Kompromisse einzugehen? 

Ganz wichtig ist, dass wir ein großes Augenmerk auf das Anforderungsprofil haben, welches wir von den Kunden bekommen. Was müssen wir wirklich erreichen, um den Anforderungen gerecht zu werden, die auch in den Industrien stattfinden? Da ist es wichtig, zu selektieren: Welche Rohstoffe wir einsetzen? Wie agieren die Rohstoffe miteinander? Und mit welcher Qualität können wir sie in die Anwendung einsetzen? Diese Kombination macht es dann möglich, auch kundenspezifische oder sogar anwendungsspezifische Lösungen anzubieten.

Wenn Sie einen Blick auf die nächsten Jahre werfen: Welche Anforderungen aus Bereichen wie Elektromobilität, Elektronik oder Regulierung werden die Entwicklung von Compounds besonders stark verändern – und wie stellt sich Mocom darauf ein?

Wir sehen, dass sich die Anforderungen ständig wandeln. Es gibt neue Regularien und Gesetzmäßigkeiten, die wir erfüllen müssen. Wir erweitern unser Portfolio daher stetig im Hinblick darauf, was unsere Produkte auch zukünftig leisten müssen. Ein Beispiel dafür sind unserer flammgeschützten Typen, wo wir mittlerweile auch Polypropylen mit Flammschutz im Einsatz haben. 

Das vollständige Videointerview finden Sie auf unserem LinkedIn-Kanal.

Verstärkt mit rezyklierten Carbonfasern

Wic PA 12 30 wurde speziell für robuste Leichtbauanwendungen entwickelt. Das Produkt bietet neben einem geringen Gewicht auch eine hohe Schlagzähigkeit selbst bei tiefen Temperaturen. Zudem zeichnet sich das Compound, das auf Polyamid 12 (PA12) basiert, durch eine sehr geringe Feuchtigkeitsaufnahme aus. Dadurch bleiben mechanische Kennwerte und Dimension auch unter wechselnden klimatischen Bedingungen stabil. 

Durch den Einsatz von rezyklierter Carbonfaser lässt sich zudem ein bis zu 65 % niedrigeres GWP im Vergleich zu einer Prime-Carbonfaser realisieren. Typische Einsatzbereiche sind Anwendungen im Sport- und Freizeitbereich, darunter Skibindungen, Batteriegehäuse für E-Bikes, Sattelschalen und Klickpedale.

Mechanik trifft Design

Wic Para 30 basiert auf einem teilaromatischen Polyamid, das auf hohe Steifigkeit und Festigkeit sowie eine sehr gute Oberflächenqualität ausgelegt ist. Die reduzierte Wasseraufnahme des Compounds sorgt dafür, dass die mechanischen Eigenschaften auch im konditionierten Zustand nahezu vollständig erhalten bleiben. Damit eignet sich Wic PARA 30 insbesondere für strukturtragende und gleichzeitig sichtbare Bauteile, bei denen hohe mechanische Anforderungen mit einer ansprechenden Oberflächenqualität kombiniert werden müssen, zum Beispiel für Display-Träger.

Mit Wic Para erweitert Mocom das bisherige Angebot um elektrisch leitfähige Typen. Ergänzend stehen mit Altech Para GF weiterhin glasfaserverstärkte Para-Compounds für Anwendungen zur Verfügung, bei denen höchste mechanische Performance ohne elektrische Leitfähigkeit sowie eine kundenspezifische Einfärbung gefordert sind.

2K-Verarbeitung ohne zusätzliche Haftvermittler

Unter der Marke Alfater XL präsentierte Mocom zudem eine Neuentwicklung im Bereich PA-haftender Lösungen für technische Zwei-Komponenten-Anwendungen. Das neue thermoplastische Vulkanisat (TPV) wurde speziell für die Kombination mit Polyamid 12 entwickelt, kann direkt auf dem Thermoplast verarbeitet werden und ermöglicht die direkte 2K-Verarbeitung ohne zusätzliche Haftvermittler. Damit eröffnet es zusätzliche Möglichkeiten für Hart-Weich-Verbindungen und eignet sich unter anderem für anspruchsvolle Anwendungen in den Bereichen Automotive, Elektro und Elektronik sowie Sport und Freizeit.

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