Kunststoffproduktion in Europa Covestro streicht PC-Produktion zusammen

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Covestro will die Produktion eines seiner wichtigsten Kunststoffe in Europa weitgehend zurückfahren. Die Fertigung von Standard-Polycarbonat am belgischen Standort Antwerpen soll von vier auf eine Linie gesenkt werden.

Polycarbonat-Granulat der Marke Makrolon (Symbolbild)(Bild:  Covestro)
Polycarbonat-Granulat der Marke Makrolon (Symbolbild)
(Bild: Covestro)

Covestro will seine Produktion von Standard-Polycarbonat am Standort Antwerpen neu aufstellen. Die Fertigung soll von bislang vier auf eine Produktionslinie gesenkt werden. Zudem soll die Produktion des Polycarbonat-Vorprodukts Bisphenol A (BPA) eingestellt werden. Von dem Schritt sind 260 Stellen betroffen.

Polycarbonat (PC) wird etwa für großvolumige Flaschen, für Autoscheinwerfer, Laptopgehäuse und im Bau verwendet. Covestro ist der führende PC-Hersteller weltweit. Allerdings steht der Konzern unter zunehmendem Wettbewerbs- und Preisdruck.

„Die europäische Chemieindustrie steht an einem Scheideweg. Die strukturellen Herausforderungen sind erheblich, und die Marktbedingungen haben sich grundlegend verändert. Um die Zukunft unserer Produktion in Europa zu sichern, müssen wir unser Portfolio gezielt dort anpassen, wo wir langfristig wettbewerbsfähig sein können“, sagt Markus Steilemann, Vorstandsvorsitzender von Covestro.

Struktureller Marktdruck auf europäische Polycarbonate 

Die Ankündigung verdeutliche die strukturellen Herausforderungen, vor denen die europäische Chemieindustrie derzeit steht. Hohe Produktions- und Energiekosten, eine schwache Nachfrage und der zunehmende internationale Wettbewerb setzen die Wettbewerbsfähigkeit Europas weiter unter Druck. Bislang sei es der europäischen Industriepolitik nicht gelungen, diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen und die bestehenden Wettbewerbsnachteile abzubauen. 

Gleichzeitig haben erhebliche Kapazitätserweiterungen, insbesondere in Asien, zu anhaltenden weltweiten Überkapazitäten bei Standard-Polycarbonaten geführt. Infolgedessen ist die Anlagenauslastung deutlich zurückgegangen und wird voraussichtlich auch auf absehbare Zeit auf niedrigem Niveau bleiben. 

Vor diesem Hintergrund verzeichnet Covestro am Standort Antwerpen seit 2022 zunehmende Verluste. Die derzeitige Aufstellung ist damit aus der Sicht des Unternehmens wirtschaftlich nicht länger tragfähig. 

Stärkerer Fokus auf Hochleistungsmaterialien 

Der Standort in Antwerpen soll laut Medienmitteilung dennoch ein wichtiger Bestandteil des europäischen Produktions- und Innovationsnetzwerks sein. Der Großteil der Aktivitäten soll unverändert fortgeführt werden und ist von den beabsichtigten Maßnahmen nicht betroffen. 

Die verbleibende Polycarbonat-Produktionslinie soll sich künftig auf höherwertige Spezialprodukte wie das hitzebeständige Hochleistungs-Polycarbonat (APEC) konzentrieren. Auch die bereits angekündigte Investition in eine neue Anilin-Produktionsanlage würde wie geplant fortgesetzt und die Rolle Antwerpens als zentralen Anilin-Produktionsstandort in Europa stärken. Die Polyether-Produktion bleibt von den beabsichtigten Maßnahmen ebenso unberührt wie das Technologiezentrum in Antwerpen. 

„Die wettbewerbsfähige Produktion von Standardprodukten in Europa wird zunehmend schwieriger. Gleichzeitig sehen wir weiterhin attraktive Perspektiven im Bereich hochwertiger Spezialmaterialien“, sagt Thorsten Dreier, Technologievorstand von Covestro. Um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, brauche es eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur.  (me)

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