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Unternehmen im Fokus Covestro: Aktuelle Entwicklungen, Übernahme & Kunststoffe

Von Melanie Ehrhardt (verantwortlich) 4 min Lesedauer

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Covestro verändert sich unter neuer Eigentümerschaft grundlegend. Was die Übernahme durch Adnoc bedeutet, welche Rolle Kreislaufwirtschaft und Recycling spielen und wohin sich das Unternehmen entwickelt – ein Überblick. 

Konzernzentrale von Covestro in Leverkusen(Bild:  Covestro)
Konzernzentrale von Covestro in Leverkusen
(Bild: Covestro)

Covestro ist eine Wortschöpfung der Begriffe collaboration, invest und strong. Das Unternehmen aus Leverkusen ging 2015 aus der ehemaligen Bayer-Kunststoffsparte und produziert vor allem Hochleistungs- und Spezialkunststoffe, etwa Polycarbonate, Polyurethane und Beschichtungs-/Klebstoff-Vorprodukte. 

Neben neuen Produkten stand Covestro in den vergangenen Monaten vor allem wegen seiner Konzernstruktur im Fokus der Öffentlichkeit. Denn das Unternehmen ist inzwischen mehrheitlich in arabischer Hand. Der staatliche Öl- und Energiekonzern aus Abu Dhabi, Adnoc, hat die Übernahme über seine Investmentgesellschaft XRG Ende 2025 abgeschlossen. 

Daten & Fakten

Konzernkennzahlen 2025

  • Umsatz: 12,9 Mrd. Euro

  • Ebitda: 740 Mio. Euro

  • Mitarbeitende: 17.600 (weltweit)

  • Produktionsstandorte: 46 (weltweit)

Historischer Deal: Adnoc-Übernahme von Covestro

Covestro ist ein besonders spektakuläres Beispiel für einen größeren Strukturwandel in der Chemie- und Kunststoffindustrie:  vom deutschen Chemiekonzern zum Kernstück einer globalen Chemiestrategie von Abu Dhabi.

Nach etwa 15-monatigen Verhandlungen wurde im Dezember 2024 ein Deal über 16 Milliarden Euro einschließlich einer Kapitalerhöhung zwischen der Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc) und Covestro geschlossen. Hierbei bot der Staatskonzern aus Abu Dabio über 60 Euro pro Aktie, um die Aktionäre von dem Vorhaben zu überzeugen - mit Erfolg. 

Bis zur endgültigen Übernahme sollten noch einmal fast weitere 12 Monate vergehen. Ende 2025 wurde die bis dahin letzte noch ausstehende regulatorische Genehmigung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Außenwirtschaftsrechts für ihre strategische Partnerschaft erhalten. Damit sind sämtliche Vollzugsbedingungen der Transaktion erfüllt. Der Deal hatte ein Volumen von rund 14,7 Milliarden Euro. 

Mit der Übernahme gingen auch Personalwechsel in Aufsichtsrat und Vorstand einher. Der amtierende CEO Markus Steilemann hat dem Aufsichtsrat mitgeteilt, seinen bis Mai 2028 laufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Zur Begründung wurden bisher keine Angaben gemacht. 

Zudem kündigten sowohl Finanzvorstand Christian Baier als auch Aufsichtsratsvorsitzender Richard Pott kündigten ihren Rücktritt an. Baier wird Covestro bereits im September 2026 verlassen. Auf ihn folgt zum 1. Oktober 2026 Klaus Fröhlich. Pott hatte das Unternehmen bereits im Dezember 2025 verlassen. Auf ihn folgte mit Wirkung zum 20. Dezember Dr. Rainer Seele – 10 Tage nach dem Closing des Adnoc-Deals.

Produktportfolio & Anwendungsbranchen

Covestro gliedert sich in die Segmente Performance Materials und Solutions & Specialties. Diese umfassen das Geschäft mit Polycarbonaten, Polyurethanen sowie mit Beschichtungen und Klebstoffen. Zu den Anwendungsbrachen zählen unter anderem Automobil- und Elektronikindustrie sowie die Medizintechnik.

Covestro konzentriert sich zunehmend auf Materialien, die leicht, langlebig, hitzebeständig oder chemisch widerstandsfähig sind. Solche Hochleistungskunststoffe sind beispielsweise für Elektromobilität, erneuerbare Energien, Gebäudedämmung und Elektronik interessant.

Daten & Fakten

Umsatz der Covestro AG nach Segmenten in den Jahren 2015 bis 2024 (in Millionen Euro)
 

Umsatz der Covestro AG nach Regionen in den Jahren 2015 bis 2024
(Bild: Statista 2026)

Die Statistik zeigt die Umsatzentwicklung der Covestro AG nach Segmenten in den Jahren von 2015 bis 2024. Im Jahr 2024 erwirtschaftete der Kunststoffspezialist mit Sitz in Leverkusen im Segment Performance Materials mit Polycarbonaten und Basischemikalien einen Umsatz von knapp 7 Milliarden Euro.

Nachhaltigkeit & Kreislaufwirtschaft

Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Recycling sind die großen Themen der modernen Kunststoffproduktion. Covestro positioniert sich dabei zunehmend als Anbieter von zirkulären Kunststofflösungen. Das Unternehmen möchte fossile Rohstoffe schrittweise durch recycelte und alternative Rohstoffe ersetzen und seine Produkte so entwickeln, dass sie am Ende ihrer Nutzungsdauer besser wiederverwertet werden können.

Dabei setzt Covestro sowohl auf mechanisches Recycling als auch auf chemisches Recycling. Beim chemischen Recycling werden Kunststoffabfälle in ihre chemischen Bestandteile zerlegt, aus denen anschließend wieder neue Kunststoffe hergestellt werden können. 

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Außerdem nutzt Covestro zunehmend biobasierte Rohstoffe und sogenannte alternative Rohstoffquellen. Das soll ebenfalls den Verbrauch fossiler Ressourcen reduzieren.

Covestro Standorte

Covestro betreibt weltweit 46 Produktionsstandorte und 13 Forschungs- und Entwicklungsstandorte. Der Hauptsitz des Unternehmens liegt in Leverkusen. Weltweit gehören unter anderem Antwerpen (Belgien), Shanghai (China) und Baytown (USA) zu den großen Zentren.

Der Wirtschaftsstandort Deutschland spielt dabei eine wichtige Rolle. Mehr als 7.250 Mitarbeitende (Stand 2025) sind hierzulande an insgesamt sieben Standorten für das Unternehmen im Einsatz. Das sind knapp 41 Prozent der weltweiten Belegschaft. Ein Großteil von ihnen arbeitet in der Produktion, aber auch im Bereich Forschung, Logistik und der Verwaltung.

Daten & Fakten

Umsatz der Covestro AG nach Regionen in den Jahren 2015 bis 2024 (in Millionen Euro)
 

Umsatz der Covestro AG nach Regionen in den Jahren 2015 bis 2024 (in Millionen Euro)
(Bild: Statista 2026)

Die Statistik zeigt die Umsatzentwicklung der Covestro AG nach Regionen in den Jahren von 2015 bis 2024. Im Jahr 2024 erwirtschaftete der Kunststoffspezialist mit Sitz in Leverkusen im asiatisch-pazifischen Raum einen Umsatz von rund 4,8 Milliarden Euro.

Covestro in Deutschland (Übersicht)

  • In Nordrhein-Westfalen ist das Unternehmen in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen aktiv. Die drei Standorte bilden seit 2010 einen erfolgreichen Verbund. 
  • In Brunsbüttel ist Covestro gleich in doppelter Funktion unterwegs – als Manager der eigenen Produktionsanlagen und als Betreiber des Covestro Industrieparks Brunsbüttel. 
  • Am Standort in Meppen stellt Covestro hochwertige Kunstharze her, während die Covestro-Tochtergesellschaft in Bomlitz technische Spezialfolien auf höchstem Niveau produziert. 
  • Am Standort Buxtehude entwickelt und produziert die Pontacol GmbH, eine 100%ige Tochtergesellschaft von Covestro, hochwertige thermoplastische Klebefilme für industrielle Anwendungen.

Newsticker

Aktuelle Unternehmens- und Produktmeldungen von Covestro im Überblick

  • Covestro und BYD haben eine Absichtserklärung über eine langfristige strategische Partnerschaft unterzeichnet. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung und Anwendung fortschrittlicher Materiallösungen für Zukunftsbranchen wie Elektromobilität oder Energiespeicherung. Weiterlesen

  • Covestro koordiniert ein EU-Projekt zur weltweit ersten kontinuierlichen Fermentation von bio-basiertem Anilin. Für Polyurethan-Verarbeiter entsteht ein Drop-in-Ersatz für MDI, der ohne Prozessanpassungen einsetzbar ist. Die Skalierung auf den halbindustriellen Maßstab zeigt, wie die künftige Rohstoffsicherung abläuft. Weiterlesen 

  • Covestro hat den „CQ-Configurator“ eingeführt, ein digitales Werkzeug zur Echtzeit-Berechnung des Product Carbon Footprint (PCF) für Polyurethan-Weich- und Hartschäume. Dieses Tool ermöglicht die sofortige Validierung des CO2-Fußabdrucks der Formulierungen und beschleunigt die Entwicklung klimaschonender Materiallösungen. Weiterlesen

Transparenz: Dieser Text verwendet Informationen von Statista und Covestro. Darüber hinaus wurde er auch mithilfe von KI erstellt.