Start-up Cyclize  Plastikmüll als Erdgasersatz für die Chemieindustrie

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

Das Stuttgarter DeepTech-Start-up Cyclize will Erdgas in der chemischen Industrie überflüssig machen. Die erforderlichen Zutaten: Kunststoffabfälle CO₂ – und ein ehemaliger Covestro-Vorstand. 

Gründerteam von Cyclize an der Pilotanlage in Stuttgart (vlnr): Domnik Novakovic (CFO), Maike Lambart (CEO), Jan Stein (COO), Dr. Stephan Renninger (CTO)(Bild:  Jens Volle / Cyclize)
Gründerteam von Cyclize an der Pilotanlage in Stuttgart (vlnr): Domnik Novakovic (CFO), Maike Lambart (CEO), Jan Stein (COO), Dr. Stephan Renninger (CTO)
(Bild: Jens Volle / Cyclize)

Ob Kunststoffe, Pharmavorprodukte, Textilien oder Automobilkomponenten: Der Großteil der europäischen Industrie basiert auf der chemischen Weiterverarbeitung von Erdgas als zentralem Kohlenstoff-Rohstoff. Hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie die geopolitische Unsicherheit bei Importen setzen die Standorte in Europa zunehmend unter Druck. 

Cyclize adressiert dieses Kernproblem mit einer industriellen Lösung: Mithilfe einer patentierten Plasmatechnologie wandelt das junge Unternehmen schwer verwertbare Industrie- und Plastikabfälle in genau die chemischen Grundbausteine um, die bislang teuer aus Erdgas gewonnen werden. Das Verfahren ersetzt fossile Importe direkt am Anfang der Wertschöpfungskette und sichert Chemiekonzernen die notwendige Rohstoff-Resilienz.  

Erprobter Erdgas-Ersatz vor dem Schritt in die Chemieparks

Die Umsetzbarkeit im Industrieumfeld ist bereits belegt: Auf dem Gelände der PCK Raffinerie in Schwedt läuft eine containerisierte Plasmaanlage im Dauertestbetrieb. Gemeinsam mit Siemens hat Cyclize zudem ein modulares Energiesystem entwickelt, das Strom aus dem Mittelspannungsnetz in die Plasmareaktoren bringt. Die von Cyclize entwickelten Plasmatreiber erreichen dabei einen Wirkungsgrad von bis zu 98 Prozent.

House of win

Erneuerbar, klimafreundlich, digital – und bezahlbar: Das sind die Anforderungen an den künftigen Energieeinsatz in Unternehmen und Behörden. r.energy liefert alle Informationen, um die Transformation hin zu regenerativen Energien erfolgreich zu meistern.

www.r-energy.eu 

Dass die Industrie nach solchen Lösungen sucht, zeigt die kommerzielle Nachfrage im Labor- und Pilotmaßstab: Cyclize hat laut eigener Aussage im Kundenauftrag bereits für 20 unterschiedliche industrielle Abfallströme die Eignung als Rohstoffersatz nachgewiesen. Derzeit laufen die Planungen für den Bau der ersten kommerziellen Großanlage (First-of-a-Kind / FOAK) an einem deutschen Chemiestandort.

Führungsausbau für Skalierung

Das Stuttgarter DeepTech-Start-up stellt auch personell die Weichen für die großtechnische Ablösung von fossilem Erdgas in der Chemieproduktion. Dr. Klaus Schäfer, von 2015 bis 2023 Technologievorstand der Covestro AG, ist seit dem 1. Oktober 2026 Chief Industrialization Officer von Cyclize. 

Schäfer, der das Unternehmen seit der Seed-Finanzierung 2024 als Investor und Beiratsvorsitzender begleitet, übernimmt damit die direkte Verantwortung für die Integration der Technologie in europäische Chemieparks. Seine Funktion als Beiratsvorsitzender behält er bei.

„Die europäische Chemieindustrie steht vor einer historischen Restrukturierung. Wir müssen uns von der Abhängigkeit von importiertem Erdgas emanzipieren, wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen“, erklärt Schäfer. Cyclize biete der Industrie eine marktreife Alternative.  

„Der Sprung aus dem Pilotbetrieb in den Chemiepark entscheidet über den kommerziellen Durchbruch eines DeepTech-Start-ups. Klaus Schäfer begleitet unser Unternehmen seit der ersten Finanzierungsrunde, er hat Chemieproduktion verantwortet, einen der größten Chemieparks Deutschlands geführt und weiß, was eine neue Technologie braucht, um dort anzukommen“, erklärt Maike Lambarth, Mitgründerin und CEO von Cyclize. 

Erfolgreiche Finanzierung 

Die Förderung durch das Programm „exist Forschungstransfer“ legte den Grundstein für die Gründung des Unternehmens in 2023. Dem schloss sich 2024 eine überzeichnete Seed-Runde an, die mit knapp fünf Millionen Euro den Gründenden die Möglichkeit gab, sowohl den Piloten im Technikum Stuttgart zu bauen, als auch ein inzwischen 20-köpfiges Team mit großer technischer Expertise aufzubauen.  

Die Seed-Runde wurde angeführt von UVC Partners, begleitet von Aurum Impact High-Tech Gründerfonds (HTGF) und UnternehmerTUM Funding for Innovators. Zusätzlich sind Angel Investoren im Unternehmen investiert.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung