Vollelektrisches Spritzgießen auf der Fakuma 2026 Milacron zeigt dritte Generation der vollelektrischen E-Serie

Quelle: Pressemitteilung 4 min Lesedauer

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Milacron präsentiert auf der Fakuma 2026 erstmals in Europa die dritte Generation seiner vollelektrischen E-Serie. Zwei Maschinen demonstrieren im laufenden Messebetrieb, wie der Hersteller Energieeffizienz, Prozessstabilität und Produktivität im Spritzgießen adressiert: Die E180 produziert einen Polypropylenbehälter, die E110 fertigt 200-μl-Pipettenspitzen für Medical-Anwendungen.

Auf der Fakuma produziert die vollelektrische E180 einen rund-ovalen Behälter aus Polypropylen (PP). (Bild:  Milacron)
Auf der Fakuma produziert die vollelektrische E180 einen rund-ovalen Behälter aus Polypropylen (PP).
(Bild: Milacron)

Mit der dritten Generation seiner vollelektrischen E-Serie stellt Milacron auf der Fakuma 2026 zwei Spritzgießmaschinen mit unterschiedlichen Anwendungsschwerpunkten vor. Die E180 ist für eine Packaging-Anwendung ausgelegt, während die E110 die Fertigung von Pipettenspitzen demonstriert. Beide Maschinen produzieren während der Messe und sollen die Leistungsfähigkeit der überarbeiteten Maschinengeneration unter Produktionsbedingungen zeigen.

Nach Angaben des Unternehmens zielt die Weiterentwicklung darauf ab, die Produktivität bei gleichbleibender Bauteilqualität zu erhöhen und gleichzeitig die Betriebskosten zu senken. Zu den Merkmalen der Baureihe zählen eine kompakte Bauweise, höhere Einspritzgeschwindigkeiten, eine größere Werkzeugflexibilität und ein reduzierter Wartungsaufwand.

Ein Schwerpunkt liegt auf der elektrischen Antriebstechnik. Hinzu kommen eine überarbeitete Schließeinheit, ein modulares Konzept für die Spritzeinheit und die neue Maschinensteuerung Mosaic Xi. Damit verbindet Milacron mechanische und steuerungstechnische Anpassungen mit dem Ziel, dynamische Bewegungsabläufe, reproduzierbare Fertigungsprozesse und eine bessere Auswertung von Produktions- und Energiedaten zu ermöglichen.

Regenerative Servoantriebe speisen Energie zurück

Die dritte Generation der E-Serie nutzt regenerative Servoantriebe. Sie ermöglichen laut Milacron hohe Beschleunigungen und Spitzenströme. Beim Abbremsen der elektrischen Achsen wird Energie in das Stromnetz zurückgespeist. Dadurch soll der Energieverbrauch der Maschine sinken. Die elektrische Antriebstechnik ermöglicht zugleich schnelle und präzise Bewegungsabläufe.

Auch die Schließeinheit wurde überarbeitet. Ein vergrößerter Holmabstand schafft Platz für Werkzeuge mit hohen Kavitätenzahlen und erleichtert die Integration von Peripheriegeräten. Die Konstruktion ist nach Angaben des Herstellers auf kurze Zykluszeiten und eine lange Lebensdauer ausgelegt.

Eine automatische Schließkraftregelung soll die Prozessstabilität unterstützen. Gleichzeitig benötigt die Maschine weniger Schmierfett. Das soll zu einem saubereren Spritzgießprozess beitragen – ein Aspekt, den Milacron insbesondere im Zusammenhang mit der auf der Messe gezeigten Medical-Anwendung hervorhebt.

Die Spritzeinheit folgt einem modularen Konzept, das mehrere Schneckenkonfigurationen innerhalb einer Maschinenplattform ermöglicht. Höhere Einspritzgeschwindigkeiten sollen das Anwendungsspektrum erweitern. Die zentral wirkende Düsenanlagekraft gewährleistet laut Unternehmen auch bei hohen Einspritzdrücken und -geschwindigkeiten eine gleichmäßige, reproduzierbare Verbindung zwischen Düse und Werkzeug.

Prozess- und Energiedaten mit Maschinensteuerung auswerten

Mit Mosaic Xi erhält die E-Serie eine neue Maschinensteuerung für vernetzte Produktionsumgebungen. Zu den erweiterten Funktionen gehören ein Formteil-Assistent, die Optimierung der Schließkraft, eine adaptive Zentralschmierung, die intelligente Materialdosierung Smart Charging und das PSSV-System zur Sicherstellung eines konstanten Teilegewichts.

Die Bedienung erfolgt über ein 21,5-Zoll-Multitouch-Display. Darüber lassen sich mehr als 30 Prozessparameter über die jeweils letzten 5.000 Zyklen überwachen. Produktions- und Energiedaten können langfristig analysiert werden. Zusätzlich lässt sich der Energieverbrauch jeder einzelnen Maschinenachse pro Zyklus direkt am Bedienpanel auswerten.

Damit stellt Milacron neben der mechanischen Maschinenauslegung auch die Überwachung des Spritzgießprozesses in den Mittelpunkt. Die erfassten Daten sollen Anwendern ermöglichen, Produktionsabläufe und den Energieeinsatz genauer zu betrachten. Konkrete Vergleichswerte zum Energieverbrauch oder zur möglichen Kosteneinsparung nennt die vorliegende Pressemeldung allerdings nicht.

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E180 fertigt Polypropylenbehälter für Packaging-Anwendungen

Auf der Fakuma produziert die vollelektrische E180 einen rund-ovalen Behälter aus Polypropylen (PP). Die Maschine verfügt über eine Schließkraft von 180 t und arbeitet mit einem Heißkanalwerkzeug mit zwei Kavitäten. Das Formteil wiegt 23 g.

Ausgestattet ist die ausgestellte Maschine mit der Spritzeinheit IU 25_50 und einer 45-mm-Schnecke. Die maximale Einspritzgeschwindigkeit beträgt 350 mm/s. Der Holmabstand von 570 × 570 mm schafft Raum für größere Werkzeuge und Anwendungen mit einer hohen Kavitätenzahl.

Mit dieser Anwendung will Milacron das Zusammenspiel aus dynamischer Einspritztechnik, reproduzierbarer Bauteilqualität und vollelektrischem Antrieb demonstrieren. Die Produktion während der Messe macht die E180 im laufenden Prozess erlebbar.

E110 produziert 200-μl-Pipettenspitzen im 64-fach-Werkzeug

Die zweite Messeanwendung richtet sich an den Medical-Bereich. Auf der E110 fertigt Milacron Pipettenspitzen aus Polypropylen mit einem Volumen von 200 μl. Zum Einsatz kommt ein Heißkanalwerkzeug mit 64 Kavitäten.

Die Maschine verfügt über eine Schließkraft von 110 t und ist mit der Spritzeinheit IU 18_40 sowie einer 35-mm-Schnecke ausgestattet. Auch hier liegt die maximale Einspritzgeschwindigkeit bei 350 mm/s.

Die Fertigung kleiner Bauteile in einem Werkzeug mit hoher Kavitätenzahl soll die Präzision, Wiederholgenauigkeit und Prozessstabilität der E-Serie verdeutlichen. Den reduzierten Schmierfettbedarf und die vollelektrische Maschinentechnik führt Milacron zudem als Merkmale an, die eine saubere Produktionsumgebung unterstützen.

Die beiden Vorführungen setzen damit unterschiedliche Schwerpunkte: Während die E180 eine Packaging-Anwendung mit einem 23 g schweren Formteil zeigt, steht bei der E110 die Fertigung kleiner Medical-Komponenten im 64-fach-Werkzeug im Mittelpunkt.

Europapremiere auf der Fakuma 2026

Mit der dritten Generation der E-Serie will Milacron höhere Produktivität, reproduzierbare Qualität, Energieeffizienz und geringere Betriebskosten miteinander verbinden. Wie stark sich diese Ziele im Vergleich zur Vorgängergeneration auswirken, lässt sich anhand der vorliegenden Pressemeldung nicht quantifizieren. Angaben zu konkreten Zykluszeitverkürzungen, Energieeinsparungen oder Betriebskostensenkungen fehlen.

„Mit der dritten Generation der E-Serie haben wir unsere vollelektrische Maschinentechnologie konsequent weiterentwickelt. Im Mittelpunkt stehen Produktivität, reproduzierbare Qualität, Energieeffizienz und niedrige Betriebskosten“, sagt Alexander Boos, Managing Director von Milacron Europe. (sl)

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Milacron auf der Fakuma 2026: Halle A3, Stand 3208

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