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BASF im zweiten Quartal 2026 Belegschaft des Stammwerks auf tiefstem Stand seit 1954

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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BASF kommt bei seinem Sparprogramm und Konzernumbau voran. Dabei ging die Zahl der Vollzeitstellen bei BASF SE am Stammsitz in Ludwigshafen im Mai erstmals seit dem Jahr 1954 auf unter 30.000 zurück. 

BASF-Stammwerk in Ludwigshafen: erstmals seit 1954 weniger als 30.000 Stellen.(Bild:  BASF SE)
BASF-Stammwerk in Ludwigshafen: erstmals seit 1954 weniger als 30.000 Stellen.
(Bild: BASF SE)

BASF konnte im zweiten Quartal 2026 in fast allen Segmenten das Ergebnis steigern. Dazu haben höhere Preise ebenso beigetragen wie höhere Mengen. „Wir haben die Position von BASF im Markt weiter gestärkt und große Fortschritte bei unseren Restrukturierungsmaßnahmen sowie bei der Weiterentwicklung unseres Portfolios erzielt“, sagte BASF-Vorstandsvorsitzender Dr. Markus Kamieth bei der Vorstellung der Unternehmenszahlen zum ersten Halbjahr, gemeinsam mit Finanzvorstand Dr. Dirk Elvermann.

Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal 2026

Der Chemiekonzern hat bereits am 15. Juli 2026 vorläufige Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt:

  • Der Umsatz lag im zweiten Quartal 2026 mit 17,2 Milliarden Euro um 2,4 Milliarden Euro über dem Wert des Vorjahreszeitraums.
  • Das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Abschreibungen und Sondereinflüssen (Ebitda vor Sondereinflüssen) verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 854 Millionen Euro auf 2,4 Milliarden Euro.
  • Das Ebitda stieg auf 2,0 Milliarden Euro nach 1,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.
  • Das Ebit betrug 937 Millionen Euro und lag 542 Millionen Euro über dem Wert des Vorjahresquartals.
  • Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich deutlich auf 4,2 Milliarden Euro, nach 108 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
  • Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit betrug im zweiten Quartal 524 Millionen Euro und lag damit um 1,1 Milliarden Euro unter dem Wert des Vorjahresquartals.
  • Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug 5,5 Milliarden Euro im zweiten Quartal 2026, nach minus 1,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.
  • Der Free Cashflow lag im zweiten Quartal 2026 bei minus 189 Millionen Euro und sank damit um 721 Millionen Euro unter dem Niveau des Vorjahresquartals.

Umsatz der BASF SE in den Jahren 1999 bis 2025 (in Millionen Euro)
 

Das Bild zeigt den Umsatz der BASF SE in den Jahren 1999 bis 2025.
(Bild: Statista 2026)

Nach dem Rekordergebnis 2022 ging der Umsatz von BASF zum zweiten Mal in Folge zurück - auf insgesamt rund 59,7 Milliarden Euro im Jahr 2025. Als Hauptgrund für den Rückgang gab der Chemiekonzern wettbewerbsbedingt niedrigere Preise für chemische Erzeugnisse in allen Segmenten an. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Ebitda gesunken.

Quelle: BASF

Positiver Ausblick in unsicheren Zeiten

Den Ergebnisausblick für das Gesamtjahr 2026 hat BASF angehoben. Das heißt, der Vorstand peilt für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen 6,9 Milliarden bis 7,7 Milliarden Euro an. 2025 hatte BASF ein operatives Ergebnis von 6,6 Milliarden Euro ausgewiesen. 

Trotz des angehobenen Gewinnziels hatte der Konzern bei Vorlage von vorläufigen Quartalskennziffern vor zwei Wochen gewarnt. Die Entwicklung der Weltkonjunktur und der regionalen Chemiemärkte im zweiten Halbjahr 2026 seien mit hoher Unsicherheit behaftet.

BASF treibt Jobabbau voran

Im Februar hatte BASF die Prioritäten für 2026 vorgestellt. „Wir kommen dabei sehr gut voran und setzen unsere ‚Winning Ways‘-Strategie erfolgreich um“, sagte Kamieth: „Wir haben unsere Kosten gesenkt, die Investitionsausgaben reduziert und die Auslastung unserer Anlagen erhöht. Unser Team in Zhanjiang hat den neuen Verbundstandort erfolgreich angefahren. Und wir sind bei unseren wertsteigernden Portfolio-Maßnahmen mit dem Verkauf unserer Coatings-Aktivitäten einen entscheidenden Schritt weiter.“

Von Januar 2024 bis Ende Juni 2026 hat BASF die Zahl der Mitarbeitenden weltweit um rund 7.000 reduziert. Darin nicht enthalten sind Personalrückgänge infolge von Devestitionen sowie der Personalaufbau am Verbundstandort in Zhanjiang. Zudem senkte das Unternehmen im Mai 2026 die Zahl der Vollzeitstellen bei BASF SE in Ludwigshafen erstmals seit dem Jahr 1954 auf unter 30.000. „Dies ist ein wichtiger und notwendiger Schritt, um den Standort wieder wettbewerbsfähig zu machen“, so Kamieth.

Auch bei der notwendigen Restrukturierung der Anlagen in Ludwigshafen wurde viel erreicht. Seit 2024 ist der Anteil hoch wettbewerbsfähiger Produktionseinheiten am Standort von 78 Prozent auf 88 Prozent gestiegen. Außerdem hat sich die Auslastung der Anlagen durch Lieferunterbrechungen in Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten verbessert.

Konzentration aufs Kerngeschäft

Neben einem Stellenabbau vor allem im Stammwerk Ludwigshafen setzt das Unternehmen schon seit längerem auf einen Konzernumbau. Darüber berichtet unter anderem Zeit Online.

So wurde Ende Juni den Verkauf von 60 Prozent des Fahrzeugserien- und Autoreparaturlack-Geschäfts an Carlyle abgeschlossen. Die restlichen 40 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens mit dem Namen Surventis gehören weiter BASF.

Darüber hinaus will der Konzern sein Geschäft mit der Landwirtschaft an die Frankfurter Börse bringen. Den angekündigten Verkauf von Werkswohnungen setzte BASF jüngst zum Teil aus. Das Geschäft würde derzeit nicht den angestrebten Mehrwert erzielen, hatte das Unternehmen mitgeteilt. Eigentlich will der Konzern sich mehr auf sein Kerngeschäft konzentrieren, um die Wettbewerbsfähigkeit und das Stammwerk zu stärken. Bei Gewerkschaften und Landespolitik war der geplante Wohnungsverkauf auf Kritik gestoßen.

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