Fünf praxisnahe Exponate Engel auf der Fakuma: Von der Idee zum Mehrwert

Quelle: Pressemitteilung 6 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Auf der Fakuma in Friedrichshafen präsentiert Engel fünf Live-Exponate, die zeigen, wie sich Effizienz, Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Kunststoffverarbeitung Schritt für Schritt steigern lassen – vom KI-gestützten Dialog mit der Maschine über die Präzisionsfertigung mit Flüssigsilikon bis zur automatisierten Großserienproduktion.

Eine Dichtung mit Nullfehler-Anspruch: Die 484 x 202 x 29 mm große LSR-Dichtung schützt empfindliche Elektronik in Wechselrichtern zuverlässig vor Feuchtigkeit.(Bild:  Engel)
Eine Dichtung mit Nullfehler-Anspruch: Die 484 x 202 x 29 mm große LSR-Dichtung schützt empfindliche Elektronik in Wechselrichtern zuverlässig vor Feuchtigkeit.
(Bild: Engel)

Den Auftakt macht ein Blick in die digitale Zukunft der Produktion: Mit Inject AI zeigt Engel, wie aus Maschinendaten verständliche Antworten werden. Herzstück ist der Engel Virtual Assistant, kurz EVA, der Fragen in natürlicher Sprache versteht, sie in den Maschinen- und Prozesskontext einordnet und den nächsten Handlungsschritt vorschlägt – ohne langes Suchen in Dokumentationen, Steuerungsmenüs oder verstreuten Wissensquellen. Am Messestand können Besucherinnen und Besucher selbst mit der autonomen Spritzgießzelle sprechen und erleben, wie EVA auf Fragen zu Prozessabweichungen, Alarmen oder Teilequalität reagiert. Besonders relevant für Bestandskunden: Jede neue Engel- und Wintec-Maschine wird ab sofort „AI injected“ ausgeliefert. Das bedeutet: serienmäßig mit der technologischen Basis für KI-Anwendungen – vorbereitet für modular erweiterbare Lösungen im Kontext der jeweiligen Produktion. Auch bestehende Maschinen mit CC300- oder C3-Steuerungen lassen sich je nach technischer Voraussetzung per Software-Update nachrüsten.

Mit Inject AI zeigt Engel, wie aus Maschinendaten verständliche Antworten werden. Herzstück ist der Engel Virtual Assistant, kurz EVA, der Fragen in natürlicher Sprache versteht, sie in den Maschinen- und Prozesskontext einordnet und den nächsten Handlungsschritt vorschlägt.(Bild:  Engel)
Mit Inject AI zeigt Engel, wie aus Maschinendaten verständliche Antworten werden. Herzstück ist der Engel Virtual Assistant, kurz EVA, der Fragen in natürlicher Sprache versteht, sie in den Maschinen- und Prozesskontext einordnet und den nächsten Handlungsschritt vorschlägt.
(Bild: Engel)

Das Engel AI Interface ist die entscheidende technologische Grundlage von EVA: Es macht Maschinenkontext – unter anderem auf Basis des Model Context Protocol (MCP) – kontrolliert für freigegebene Anwendungen nutzbar. Genau das unterscheidet EVA von allgemeinen AI-Systemen. Engel positioniert die Lösung als Startpunkt eines wachsenden AI-Ökosystems, das gemeinsam mit Kunden und Partnern weiterentwickelt wird, mit dem Ziel einer zunehmend automatisierten, selbstregelnden Produktion.

Während Inject AI zeigt, wie digitale Assistenz den Produktionsalltag erleichtert, beweist Engel mit einem zweiten Exponat auf der Materialseite, dass auch anspruchsvollste Werkstoffe von der richtigen Maschinentechnik profitieren.

LSR-Präzision ohne Nacharbeit

Für viele Verarbeiter von Flüssigsilikon (LSR) gehört Nacharbeit zur täglichen Praxis – besonders bei großen Bauteilen und entsprechend dimensionierten Werkzeugen, bei denen die Toleranzen im µ-Bereich liegen. Ungleichmäßiger Schließkraftaufbau führt zu Gratbildung, Viskositätsschwankungen zu Qualitätseinbußen und Stillstandszeiten. Auf der Fakuma 2026 zeigt Engel eine Alternative: Eine victory electric 1565/220 produziert live eine hochpräzise LSR-Dichtung für ein Wechselrichter-Bauteil.

Eine victory electric 1565/220 produziert live auf der Fakuma 2026 eine hochpräzise LSR-Dichtung für ein Wechselrichter-Bauteil.(Bild:  Engel)
Eine victory electric 1565/220 produziert live auf der Fakuma 2026 eine hochpräzise LSR-Dichtung für ein Wechselrichter-Bauteil.
(Bild: Engel)

Die vorgestellte victory electric 1565/220 ist eine elektrische, holmlose Spritzgießmaschine mit 2.200 kN Schließkraft und einer 1565er-Spritzeinheit für große Schussvolumina. Erstmals auf der K 2025 mit einer Thermoplast-Anwendung gezeigt, beweist sie auf der Fakuma nun ihre LSR-Tauglichkeit.

Der entscheidende Vorteil der holmlosen Bauweise liegt in der nahezu hundertprozentigen Plattenparallelität: Die Schließkraft wird nicht punktuell, sondern über die gesamte Werkzeugfläche gleichmäßig aufgebracht. Das Werkzeug bleibt dadurch während der gesamten Einspritzung absolut dicht – entscheidend bei niedrigviskosem LSR, das kleinste Spalte sofort ausnutzt und sonst zu Gratbildung führt. Das Ergebnis: ein konturscharfes, maßhaltiges Bauteil, das direkt aus der Maschine verarbeitungsfertig ist – ganz ohne Nacharbeit. Die holmlose Bauweise schafft zudem Platz für weitere Prozessschritte auf kleinstmöglicher Produktionsfläche.

Für Verarbeiter, Werkzeugbauer und Endkunden bedeutet das:

  • Weniger Ausschuss und Nacharbeit durch gratfreie Bauteile direkt aus der Maschine
  • Höhere Prozesssicherheit bei funktionsrelevanten und dokumentationspflichtigen Teilen
  • Alle bewährten victory-Vorteile – leichte Zugänglichkeit, einfache Wartung – auch für LSR nutzbar

Am Messestand entsteht eine 484 x 202 x 29 mm große LSR-Dichtung mit einer Zykluszeit von rund 70 s für ein Wechselrichter-Bauteil. Ihre Aufgabe: empfindliche Elektronik zuverlässig gegen Feuchtigkeit abdichten. Die Herausforderung liegt in der Maßhaltigkeit: Die Konturtoleranzen bewegen sich im Hundertstel-Millimeter-Bereich – für ein Elastomerbauteil ungewöhnlich eng. Das Werkzeug muss hierfür Toleranzen im Tausendstel-Millimeter-Bereich einhalten. Verarbeitet wird ein LSR-Zweikomponenten-Werkstoff des Typs Shin-Etsu KEG 2003H-50 A/B.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Werkzeugpartner ACH Solution bringt ein Werkzeug mit Servoshot-Technologie ein – abgestimmt auf die besonderen Anforderungen von Flüssigsilikon: sehr gute Entlüftung mit Vakuumunterstützung, höchste Formgenauigkeit und Dichtigkeit sowie eine auf das Material abgestimmte Kavitätenoberfläche, um Anhaften zu vermeiden. Die Entnahme des noch heißen Bauteils übernimmt ein Engel Viper 40 mit einem speziellen End-of-Arm-Tooling von ACH – vollautomatisch und beschädigungsfrei.

Ein integriertes Frühwarnsystem ist ein weiterer Baustein für die hohe Prozesssicherheit: die serienmäßige Drucküberwachung des Zuführdrucks der Dosieranlage (Pressure Transducer). Der Hintergrund: Viskositäts- oder Chargenschwankungen im Material führen häufig dazu, dass Bediener den Druck der Dosieranlage manuell erhöhen – im schlimmsten Fall bis zum Stillstand der Anlage. Die Drucküberwachung schlägt bereits bei 50 bar Alarm und ermöglicht so ein präventives Eingreifen, bevor es so weit kommt – ein echter „Profit Saver" für die laufende Produktion. Ergänzt wird sie durch iQ weight control, das bewährte iQ System von Engel, um Viskositätsschwankungen und Ausschuss zu reduzieren.

Großserie mit Premiere

Hersteller von hochvolumigen, standardisierten Bauteilen wie Steckern stehen unter enormem Kostendruck – die Margen sind gering, der Wettbewerb mit Niedriglohnländern hart. Auf der Fakuma 2026 zeigt das Unternehmen mit einer Wintec e-win 1800, wie sich das lösen lässt:

Eine passgenau dimensionierte, vollelektrische Maschine, die sich konsequent auf das Wesentliche fokussiert: Sie ist exakt auf den Punkt konstruiert und liefert genau die Funktionen, die den Prozess wirtschaftlich voranbringen. Kombiniert mit einer hochstabilen Prozessführung garantiert sie maximale Verfügbarkeit – volle Performance mit einem schlanken, effizienten Funktionsumfang. Am Messestand entsteht ein reales Serienbauteil aus der Automobilindustrie – eine rund 10 x 6 mm große Steckerkomponente, gefertigt mit einem Werkzeug von CWB Technology Germany.

Premiere feiert dabei der neue Linearroboter Viper 6, der in dieser Anwendung den Anguss entnimmt, während die fertigen Teile frei auf ein Förderband fallen – ein einfacher, ausfallsicherer Prozess für Hochvolumenanwendungen. Auf Wunsch bietet das Unternehmen die komplette Zelle inklusive Schutzumzäunung und Förderband als CE-zertifizierte Einheit aus einer Hand an, ohne nachträgliche Abnahme durch Dritte. Weitere Partner sind die Piovan Group (Materialförderung/-trocknung) sowie Engel selbst für die Temperiertechnik.

Vom Automotive-Sektor wechselt der Blick zu einer Branche, in der es nicht um Stückzahlen allein, sondern vor allem um Energieeffizienz im Dauerbetrieb geht: die Verpackungsindustrie.

Mehr Marge pro Becher

Bei Milliarden produzierten Bechern pro Jahr entscheidet jedes Prozent Energieeinsparung über die Marge. Auf der Fakuma 2026 zeigt Engel am Beispiel eines Joghurtbechers, wie die neue vollelektrische e-motion 380 diesen Unterschied macht – mit extrem kurzer Trockenlaufzeit und einer Einspritzleistung von 500 mm/s bei einem Schneckendurchmesser von 70 mm. Damit erreicht die vollelektrische Maschine ein Performance-Niveau, das bislang überwiegend hybriden oder hydraulischen Maschinen vorbehalten war. Gefertigt wird ein In-Mould-Labeling-Becher (IML) in einem 6-Kavitäten-Werkzeug, mit einer Wandstärke von 0,3 mm und einem Gewicht von nur 6,33 g; Becher und Label bestehen aus demselben recyclingfähigen Monomaterial. Ein Side-Entry-Roboter entnimmt die Teile beidseitig und legt gleichzeitig neue Etiketten ein. Engel liefert die komplette Fertigungszelle inklusive Automatisierung auf Wunsch werkseitig abgenommen aus Schwertberg. Als Partner für dieses Exponat wirken Bazigos (Werkzeugbau), Campetella (IML-Automatisierung), MCC Verstraete (Label), Borouge International (Material) und Piovan (Materialförderung) mit.

Vom Verpackungsbereich schließt sich der Kreis zu einer weiteren Großserienanwendung – dieses Mal aus dem Bereich Haushaltswaren, wo Robustheit und Investitionssicherheit im Vordergrund stehen.

Zwei Platten, ein Bügel

Fehlendes Fachpersonal, enge Zeitfenster und knappe Budgets sind für viele Produktionsbetriebe Alltag. Genau hier setzt die Wintec t-win 6500 an: Als standardnahe Zweiplattenmaschine mit 6.500 kN Schließkraft fertigt sie auf der Fakuma live Kleiderbügel – mit einem 4+4-fach-Familienwerkzeug entstehen gleichzeitig vier Bügelkörper und vier Haken. Ein Linearroboter Viper 20 übernimmt die Entnahme; bei einer Zykluszeit von rund 40 s erreicht die Anlage einen Ausstoß von rund 360 Kleiderbügeln pro Stunde, verarbeitet wird ein Polypropylen-Copolymer von Borouge International.

Fehlendes Fachpersonal, enge Zeitfenster und knappe Budgets sind für viele Produktionsbetriebe Alltag. Genau hier setzt die Wintec t-win 6500 an: Als standardnahe Zweiplattenmaschine mit 6.500 kN Schließkraft fertigt sie auf der Fakuma live Kleiderbügel.(Bild:  Engel)
Fehlendes Fachpersonal, enge Zeitfenster und knappe Budgets sind für viele Produktionsbetriebe Alltag. Genau hier setzt die Wintec t-win 6500 an: Als standardnahe Zweiplattenmaschine mit 6.500 kN Schließkraft fertigt sie auf der Fakuma live Kleiderbügel.
(Bild: Engel)

Das reibungsarme Zweiplatten-Design sorgt für eine nahezu verschleißfreie, präzise und schnelle Schließeinheit bei exzellenter Plattenparallelität; die Steuerung C3 mit 15-Zoll-Touchdisplay macht die Maschine auch für angelerntes Personal intuitiv bedienbar. Bereits in der Standardausstattung profitieren Kunden von den Engel iQ-Assistenzsystemen, darunter iQ weight control für ein konstantes Einspritzvolumen. Das Ergebnis: kurze Zykluszeiten, hohe Reproduzierbarkeit, geringer Ausschuss – und dank des Verzichts auf Sonderausstattung ein klarer Kostenvorteil gegenüber vergleichbaren Wettbewerbsmaschinen.

Service

Engel auf der Fakuma 2026: Halle A5, Stand 5203

Mit PlastXnow/KGK kostenfrei zur Fakuma? Einfach auf der Registrierungsseite den Code SUAGL-L28JU eingeben.