Polymethylmethacrylat Röhm investiert in chemisches Recycling

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Am Standort Worms wird Röhm eine neu entwickelte Technologie zur Aufbereitung von chemisch recyceltem Methylmethacrylat erstmals im industriellen Maßstab eingesetzt. Die Investition und Umsetzung erfolgen im Rahmen der europaweiten Recycling-Allianz für PMMA.

Test mit realen Post-Consumer-Abfällen: Im Pilotmaßstab wurden alte Auto-Rückleuchten aus PMMA bei MyRemono depolymerisiert und am Standort Worms von Röhm zu MMA in Neuwarequalität aufgearbeitet.(Bild:  Röhm)
Test mit realen Post-Consumer-Abfällen: Im Pilotmaßstab wurden alte Auto-Rückleuchten aus PMMA bei MyRemono depolymerisiert und am Standort Worms von Röhm zu MMA in Neuwarequalität aufgearbeitet.
(Bild: Röhm)

Am Standort Worms bringt Röhm eine selbst entwickelte Technologie erstmals im industriellen Maßstab zum Einsatz, die die Aufbereitung von chemisch recyceltem Methylmethacrylat (MMA) ermöglicht. Ausgangsmaterial ist Polymethylmethacrylat (PMMA), das durch Depolymerisation wieder zu hochwertigem MMA wird.

Ausbeuten von mehr als 90 Prozent

PMMA ist ein vielseitiger Kunststoff, der unter anderem in Fahrzeugrückleuchten, Medizinprodukten und zahlreichen weiteren Anwendungen zu finden ist. Aufgrund seiner chemischen Struktur eignet sich das Material besonders gut für effiziente, hochwertige Recyclingprozesse mit Ausbeuten von mehr als 90 Prozent im Depolymerisationsprozess.

Die neue Technologie lässt sich problemlos in die bestehende MMA-Produktion in Worms integrieren. Damit schafft Röhm die Grundlage für einen geschlossenen und skalierbaren Wertstoffkreislauf. Ab Sommer 2027 soll das recycelte MMA unternehmensweit eingesetzt werden – unter anderem für die Herstellung zirkulärer proTerra Produkte.

FAQ

Was ist chemisches Recycling?

Chemisches Recycling bezeichnet Verfahren, bei denen Kunststoffe chemisch in ihre Grundbausteine (Monomere oder andere Rohstoffe) zerlegt werden. Im Gegensatz zum mechanischen Recycling wird das Material dabei nicht nur eingeschmolzen, sondern auf molekularer Ebene umgewandelt.

Wie funktioniert chemisches Recycling?

Es gibt verschiedene Verfahren, unter anderem:

  • Pyrolyse: Kunststoff wird ohne Sauerstoff erhitzt und in Öl/Gase zerlegt.

  • Gasifizierung: Umwandlung in Synthesegas (CO + H₂)

  • Depolymerisation: Rückführung von Kunststoffen in ihre Monomer.

Diese Stoffe können anschließend wieder zur Herstellung neuer Kunststoffe genutzt werden.

Welche Kunststoffe können chemisch recycelt werden?

Die Verfahren richten sich vor allem an Mischkunststoffe, (stark) verschmutzte Verpackungen sowie bestimmte Kunststoffe wie PET oder Polystyrol. 

Mehr zum Thema finden Sie in unserem Grundlagenartikel „Chemisches Recycling: Neue Wege für Kunststoffabfälle“.

Europaweite Recycling-Allianz für PMMA

Die Investition und Umsetzung der Technologie erfolgen im Rahmen der Ende 2024 gemeinsam mit Partnern gegründeten europaweiten Recycling-Allianz für PMMA. Ziel dieses Zusammenschlusses ist es, die Rückführung von Endverbraucher- und End-of-Life-PMMA deutlich zu erhöhen und einen vollständig geschlossenen Materialkreislauf zu etablieren. 

Die Allianzpartner übernehmen dabei verschiedene Aufgaben: 

  • Pekutherm sammelt und sortiert europaweit jährlich rund 5.000 Tonnen PMMA-Abfälle.
  • MyRemono verarbeitet diese Mengen mittels Depolymerisation zu technischem rMMA
  • Bei Röhm in Worms wird dieses technische rMMA schließlich zu MMA in Neuwarequalität aufgearbeitet.

„Mit rMMA schaffen wir einen echten Kreislauf in der PMMA-Wertschöpfungskette. Wir können unsere Kunden dabei unterstützen, künftige gesetzliche Anforderungen zu erfüllen“, sagt Lukas Dössel, Leiter Circular Economy bei Röhm. Das sei ein entscheidender Schritt hin zu nachhaltigen Materialströmen in Europa und einer reduzierten Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen.

Gefördert und unterstützt wird die Investition durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE). Das Förderprogramm hilft Industrieunternehmen in Deutschland, Energie einzusparen, Ressourcen zu schonen und Emissionen zu senken. 

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